Review

31 (2016)

Rob Zombie macht erneut sein eigenes Ding und bringt mit 31 einen 70er Jahre ähnlichen Horror-Trash Film, der den Zuschauern, dass Blut in den Adern gefrieren lassen soll. Als großer Fan der Filme die der Schock-Rocker bisher auf Zelluloid gebannt hat, habe ich mich auf diese Horrorvision ganz besonders gefreut. Doch wurde ich vollends von dem Endprodukt überzeugt?

Willkommen im Terrordrome

31 erzählt die Geschichte einer Gruppe von Menschen, die sich in einem Van auf eine Reise ins Nirgendwo zusammengeschlossen hat. Wir treffen hier auf Charly, gespielt von Robs Ehefrau Sheri Moon Zombie. Roscoe Pepper, gespielt von Jeff Daniel Phillips, der Fans bereits aus "Lords of Salem" bekannt sein sollte und einer Handvoll weiteren Charakter die dem 70er Jahre Horrorfilmklischee entsprechen. Nachdem die bunte Mischung aus Menschen an bekannten Schocker typischen Stationen, wie einer Tankstelle mit Hillbilly-Opa, vorbeigekommen sind, entfaltet sich auch bereits das Grauen. Die Gruppe wird direkt dezimiert, dass Fahrzeug von abstrusen Charakteren gekapert und das Bewusstsein wird ebenfalls verloren. Unsere Protagonisten erwachen gefesselt in einer Theater ähnlichen Umgebung und bekommen den Grund ihres Aufenthalts ohne Umschweife mitgeteilt. Sie befinden sich in dem kranken Spiel gepuderter Millionäre, die mit Schampus angeheitert auf die Leben der Teilnehmer von "31" wetten. Den uns vorgestellten Herren und Damen bleiben nun wenige Stunden um sich Stück für Stück zur Freiheit durchzukämpfen. Zwischen ihnen und der Freiheit stehen jedoch Killerclowns die mit Kettensägen, Dolchen und weiterem mörderischen Werkzeug ausgestattet sind und den Weg zur Freiheit nicht kampflos freimachen.

Die Freigabe Problematik

Bereits im Vorfeld ist Rob Zombies neuestes Werk von der MPAA mit einem NC-17 Rating abgeschmettert worden. In Amerika ist, dass pures Gift, denn Kinos in den Staaten sind, nicht dazu bereit Filme mit einem NC-17 Rating in Ihr Programm aufzunehmen. Zu hoch ist das Risiko eines Flops und ausbleibenden Einnahmen. Nach mehrmaligem Prüfen und verschiedenen Schnitten des Regisseurs liess sich die MPAA auf ein R-Rating ein. Der Film bekam grünes Licht. "Brutal blutige erschreckende Gewalt", "sexuelle Inhalte", "unangemessen perverse Umgangssprache" und "Drogenmissbrauch". Für einen Rob Zombie Film nichts Besonderes, jedoch waren die Aussagen und Meldungen zu "31" ein Grund sich auf richtig hartes Splatterkino mit psychotisch-kranken Einlagen zu freuen. Zu früh gefreut?

"31" folgt den 70er Jahre Horrorfilmen auf dem Fuße. Er macht es weder besser noch schlechter als seine Genrekollegen, doch das Rob Zombie-Feeling ist ab der ersten Sekunde zu vernehmen. Vielschichtigkeit in den Reihen den Charakteren zu finden ist schier unmöglich, die Rahmenhandlung ist mit einem Oneliner abgehandelt und die Dialoge unterhalb den Charakteren trieft vor Klischees. Na und? "31" ist halt eine Hommage an die gute alte Zeit, ohne direkt ein Remake zu sein, aber auch ohne große Überraschungen.

Trailer

Christopher

Fazit:

Rob Zombie erschafft mit "31" neben "Haus der 1000 Leichen" und "The Devils Rejects" erneut einen "Original" Horrorstreifen, der mit Kollegen nicht wetteifert, sondern vieles persifliert, pervertiert und als modernes Nebenprodukt aus den 70ern gewertet werden kann. Der Unterhaltungswert ist gegeben und die eine oder andere künstlerische Szene gibt es auch. die Schauspielerwahl ist erneut Zombie-Typisch und hebt sich von dem Einheitsbrei ab. Zum Teil schafft es der Film für mich sogar leichte vergleiche zu Quentin Tarantino zuzulassen, jedoch nur in einem ganz kleinen Rahmen. Das Haar in der Suppe war für mich am Ende jedoch genau, dass auf was ich mich freute: die Gewalt. Nach den Meldungen hoffte ich auf exzessive Gewalt, die einem große Augen verabreicht, jedoch wird zu häufig in den Schnitten gesprungen, indirektes Licht oder flackern verwendet um nicht jedes Detail zu zeigen und Tom Savini ähnliche Ekelrequisite hat leider keine Verwendung gefunden. Am Ende bleibt also eine blutige Hommage ohne Ekelfaktor, viel Rumgeschreie, kurioser Garderobe und das Wissen dass Rob Zombie erneut nicht an "The Devils Rejects" anknüpfen konnte.

Die Hoffnung auf eine Unrated-Fassung bleibt.

Wertung 6,5/10

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