Anime

Waiting in the Summer

Publisher: KAZÉ | Genre: Romantik | FSK: ab 12

Erinnerst Du Dich an die Teenager-Jahre? Wie Du langsam heranreiftest und Deine unbeschwerte Kindheit Stück für Stück von der Realität eingeholt wurde? Erinnerst Du Dich an Deine erste Liebe? Bestimmt, denn sie prägt wie keine andere. Ganz gleich, ob Du nicht den Mut aufbringen konntest und Du Deinen Schwarm nur heimlich verehrt hast. Oder Deine in passenden Worten gefassten Gefühle tatsächlich erwidert wurden. Ob die Liebe Deine Lebens oder nur bittersüßer Herzschmerz, eine wichtige Erfahrung fürs Leben. Die Jugend war eine schöne Zeit, abgehandelte Vergangenheit und nun ein Hauch Nostalgie, die zuletzt die Animeserie „Waiting in the Summer“ in mir weckte.

Strahlend blauer Himmel und das Zirpen der Zikaden - es ist Sommer!

Mit der Kamera seines Großvaters möchte der Oberschüler Kaito Kirishima viele seiner Erinnerungen aufzeichnen. So auch eines Abends am Staudamm, als er die herrliche Frühsommernacht auf Film bannen möchte. Plötzlich rast vom Himmel abwärts ein fremdes Objekt auf ihn zu und als er am nächsten Morgen in seinem Zimmer erwacht, erinnert er sich nur noch an eine sanfte Hand, die ihn gepackt hat, als er in die Tiefe fiel. Was ist geschehen? Wie kam er nach Haus? Oder war alles nur ein Traum?

In der Schule fasst Kaito dann mit seinem besten Freund, Tetsurou Ishigaki, den Entschluss, in den anstehenden Sommerferien einen eigenen Film zu drehen. Zu ihrer beider Überraschung melden sich die drei Mitschülerinnen Kanna, Lemon und Mio schnell bereit, mitzuspielen. Und als Tetsurou aus dem Bauch heraus auch die neue Schülerin mit dem feuerroten Haar, Ichika Takatsuki, fragt, ob sie ebenfalls mitwirken möchte, komplettiert sie den Cast. Der Beginn eines unvergesslichen Sommers, der das Leben aller nachhaltig verändern wird.

Fünf sind einer zu viel

Der Auftakt von „Waiting in the Summer“ könnte eine Hommage an die eigene Jugend sein. Die Euphorie der sechs Jugendlichen über ihr Filmprojekt der eigenen ähneln, als man geschmiedete Pläne mit Freunden in die Tat umsetzte. Der teils freche Humor und die malerischen Szenen des ländlichen Japans, untermalt von den warmen Klängen des Sommers, fangen die sorgenfreie Schulzeit der gegensätzlichen Charaktere sehr schön ein und rufen Bilder der eigenen, längst vergangenen Sommerferien ins Bewusstsein zurück.

Kommen dann aber Gefühle ins Spiel, die über die normale Freundschaft hinausgehen, wird es in der chaotischen Beziehungskiste mehrerer junger Menschen kompliziert: Junge A liebt Mädchen A, Mädchen A ihrer Gefühle aber nicht im Klaren. Mädchen B ist unsterblich in Junge A verliebt, traut sich jedoch nicht, ihre Gefühle zu offenbaren. Junge B, von Kindesbein an mit Mädchen B befreundet, liebt Mädchen B von tiefstem Herzen und möchte nur ihr Bestes. Mädchen C schwärmt von Junge B und Mädchen D beobachtet, wie sich das Drama zuspitzt. Und unter allen Personen befindet sich zudem ein Alien von einem anderen Stern. Klingt verrückt? Wird durch toll geschrieben Dialoge und Rückblicke exzellent erzählt, zumal sich die Sci-Fi-Elemente nur bedeckt halten und später ein Hindernis der besonderen Art darstellen. Wer der fünf Protagonisten wird glücklich? Wird überhaupt jemand glücklich?

Trailer

Benny

Fazit

Die Animeserie „Waiting in the Summer“ ist wie die Erinnerung eines anderen an die erste Liebe und gehört für mich zu den besten Romantikserien, die ich bislang gesehen habe. Erstaunlich, wie glaubhaft und natürlich sich die romantische Komödie in eine ergreifende Tragödie entwickelt, trotz der wenigen überspitzten Elemente, die die leichte Sci-Fi-Anlehnung mit sich bringt. Wer bislang nicht viel mit Schnulzen anfangen konnte, sich aber Animefan schimpft, sollte trotz des großartigen Animationsbonus einen Bogen um die Serie machen. Für geneigte Taschentuchzücker ist „Waiting in the Summer“ ein Pflichttitel zumal auch die Veröffentlichung beispielhaft ist. Zwei Volumes mit à 6 Episoden zum absolut fairen Preis. Bitte mehr davon, Kazé!

Wertung: 8.8

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