Rückblick

Meine besonderen Momente der 7. Generation

Ein ganz persönlicher Rückblick vom Piet

Die neuen Konsolen sind nun alle (mehr oder weniger) erhältlich und die sogenannte "7. Generation" findet so langsam ihr Ende. Da bietet es sich natürlich mal an, in einem sehr subjektiven Rückblick seine Highlights zusammenzutragen, auch wenn das schwer fällt. Insgesamt war die Spiele-Qualität dieses Mal sehr stark. Daher habe ich mir, statt einer platten Top 10 meiner Lieblingsspiele, die größten Momente zusammengesucht. Vielleicht teilt ja jemand von Euch meine Erlebnisse oder möchte seine eigenen dazu beitragen.

Emotionalster Moment

Unvergesslich wird es wohl für mich immer bleiben, wie ich zum Launchtag zur Nintendo Wii gegriffen habe. Monatelang verfolgte ich Neuigkeiten im Netz und an dem Morgen, an dem ich mir die vorbestellte Konsole samt Legend of Zelda: Twilight Princess, Rayman: Ravin Rabbids und Wii Sports abholte, war ich im Freudentaumel gefangen. Es brauchte seine Zeit, bis sich die Ernüchterung einstellte, doch die ersten Wochen gab es viele witzige Spielabende, darunter auch endlich wieder mit meiner ganzen Familie. So sehr bewegt hat mich kaum ein anderer Moment.

Die größte Sucht

Guitar Hero 3 hatte mich zu seinem Release damals eigentlich nicht interessiert. Noch bevor der große Boom da war, erschloss sich mir die Begeisterung der Plastikgitarren noch nicht so recht. Doch durch die extrem positive Berichterstattung wurde ich mit jedem neuen Test immer neugieriger. So schnappte ich mir das Spiel in der Mittagspause ganz spontan und was darauf folgte, hätte ich niemals vermutet: Dass mich nach all den Jahren noch einmal ein Spiel so dermaßen packt, für das ich absichtlich früher aufstehe, um vor der Arbeit noch 1-2 Songs zu spielen, ist schon eine Seltenheit bei mir. Vier Monate verbrachte ich viele witzige Abende mit Mitspielern und einige fleißige Sonntag-Nachmittage mit dem Erlernen aller Songs. So weit, dass ich danach nie wieder ein Musikspiel anrühren wollen würde... In den vier Monaten kam mir auch gar kein anderes Spiel in die Konsole.

Größte Überraschung

Strategie? Nee, nur ungern. So dachte ich zumindest eine Zeit lang, da mir das Herumkommandieren von irgendwelchen Einheit immer zu unpersönlich war. Einzige Ausnahmen waren bislang immer Baldur's Gate I & II, bei denen man nur wenige Figuren handhabt. Daran muss es liegen, dass ich mich innerhalb weniger Momente in X-COM verguckte, und dabei mag ich nicht einmal zwingend das Alien-Setting! Doch die Mischung aus tollem Sounddesign, packenden, strategischen Kämpfen und eine emotionale Bindung zu seinen Soldaten verwandelten das Spiel in einen unerwarteten Leckerbissen.

Die größte Abenteuer-Atmosphäre

Die Uncharted-Reihe oder Tomb Raider (2013)? Ob durch Dschungel oder auf See: Hier wurden sehr schöne Abenteuer, welche sich an typischen Filmen anlehnen, entwickelt, welche sich auch noch ausgezeichnet spielen ließen. Doch ein kleinerer Titel zwischendurch hat es mir dann doch um einiges mehr angetan: Assassin's Creed 2! Und warum? Die Reise nach Italien mitsamt stimmungsvollen Soundtrack und seinem packenden Einstieg haben mir einfach viel mehr ein Urlaubs/Abenteuerfeeling gegeben. Sie verzichteten zudem auf lange Schießerei-Einlagen und waren nicht ganz so an "spielbare Filmerlebnisse" fixiert und ein wenig was über Kunstgeschichte habe ich auch noch gelernt. Ich denke auch, dass mein Entdeckerdrang hier mehr gefordert wurde.

Der gruseligste Moment

Mit Horrorspielen kann ich ja in der Regel nicht so viel anfangen. Zombies, Geister... ach, was es nicht alles gibt. Das gilt ja auch meist bei Filmen... doch im Weltall ist alles anders, dort kann ich mich schon eher mit so etwas anfreunden. Kein Wunder, dass Dead Space meine Neugier weckte... den ersten Teil habe ich komplett im Dunkeln und mit Kopfhörern gespielt (Stichwort: Helm-Feeling) und bin richtig auf meine Kosten gekommen. Der Moment, in dem einem die Luft ausgeht und ein unbesiegbares Monster einen über mehrere Räume hinwegverfolgt, wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Leider verflog diese irre Faszination mit den weiteren Auskopplungen, aber Dead Space 1 wird in guter Erinnerung behalten.

Mein liebster Indie-Titel

Der Indie-Status in Videospielen war vor nicht all zu langer Zeit noch nicht so richtig definiert. Kleinere Spiele gab es ja eigentlich ohnehin schon immer, doch seit einigen Jahren finden sich immer mehr Titel, welche neue Spiele-Mechaniken und Erzähl-Methoden erforschen. Nichts davon macht der Titel "Guacamelee!" anders, doch letztendlich konnte er dennoch für meinen Geschmack die tolle Optik von FEZ, die künstlerische Anmutung eines Flowers oder den spielerischen Anspruch von einem Super Meat Boy überspielen. Zwar ist in dem Spiel vieles vermischt, was man bereits aus älteren Titeln kennt, aber das perfekte Zusammenspiel aus Optik, Sound, Gameplay und Leveldesign lassen mich meinen imaginären Hut davor ziehen.

Der intensivste Kampf

Freunde von Prügelspielen haben in dieser Gen einiges geboten bekommen: So bekam fast jedes größere Franchise eine neue HD-Auskopplung und ein paar wenige neue Titel stiegen mit in den Ring. Ich habe sie so gut wie alle mindestens angespielt und blieb dann tatsächlich doch wieder am Street Fighter IV hängen, obwohl ich mich mit einigen Design-Entscheidungen schwer getan habe, ist es wieder das Prügelspiel, welches ich am intensivsten gespielt habe.

Dazu gehört jedenfalls auch ein Nachmittag mit einem Franzosen (über den Online-Modus), der mir von den Fähigkeiten sehr ebenbürtig war. Waren die Kämpfe nicht schon hitzig genug,  war es auch noch ein sehr heißer Sommertag und zum Ende hin saß ich nur noch in Unterwäsche auf dem Sofa und lieferte mir sehr intensivste Duelle mit dem Kerl.

Das schönste Multiplayer Erlebnis

Wenn es um Multiplayer geht, so bin ich meist eigentlich nur für ein gutes Coop zu begeistern. Trotz einer langen Liste an guten Sofa-Coop-Erfahrungen, werde ich mich allerdings noch lange an eins bestimmtes erinnern: Minecraft. Das stundenlange gemeinsame Errichten unseres Dorfes, begleitet von unzähligen witzigen Gesprächen und einem heißen Goldgräber-Fieber haben mich lange in ihren Bann gezogen. So eine nachhaltige Faszination habe ich in den anderen Multi-Titeln nicht miterlebt und werde noch weiterhin mit Freuden in das Spiel zurückkehren.

Vergessen werde ich (leider) nicht, wie mir die Jungs mein komplettes Haus mit Sand aufgefüllt haben.

Die größte Enttäuschung

Natürlich gehören in einen Rückblick nicht nur die Höhepunkte: Immer wieder kam es ja auch mal vor, dass Erwartungen nicht eingehalten wurden oder man sich wegen einer emotionalen Bindung zu einer Serie mit Kritik etwas schwerer tut. So musste ich mir irgendwann dann doch leider eingestehen, dass ein Metroid: Other m für mich eigentlich so der größte Fehlkauf war, obwohl ich dank der Anlehnung an "Super Metroid" fest davon ausging, es sei das Spiel, worauf ich lange gewartet hatte.

Der ernüchternde Moment bleibt unvergessen, in dem ich zum ersten Mal von der 3rd Person in die Firstperson gewechselt bin um Raketen abzufeuern. Die Steuerung war suboptimal und zu verkopft, die Erzählweise der Geschichte passte nicht zum Franchise und die Mischung aus 2D und 3D wollte auch nicht richtig zünden. Nun, das hat mich irgendwie traurig gemacht.

Der größte Sinneswandel

Bei Freunden habe in der Vergangenheit schon zu PSX-Zeiten Ausschnitte aus Metal Gear Solid mitbekommen. Aufgrund der Steuerung und der starren Kamera war ich mir aber sicher, dass ich da nicht reinfinden würde. Die wirre Geschichte war als Neueinsteiger auch nicht sehr zugänglich und so dachte ich, dass das nie mehr was zwischen der Serie und mir wird. Nach zig Lobpreisungen, habe ich mich langsam angetastet und ein paar Frustmomente durchlebt... bis ich mit Teil 4 und einer freien Kamera endlich Einzug ins MGS-Universum fand. Ab dann kam auch mein Sinneswandel und ich wurde extrem neugierig, wie die Story (welche bis dato für mich mehr ein Rätsel war) zusammenhing und in das generelle Schleichverhalten fand ich dann auch endlich. Seitdem habe ich sämtliche Hauptteile nachgeholt und freue mich auf die baldige Fortsetzung, welche ich aber auf der PlayStation 4 spielen werde.

Die größte Hassliebe

Einige von Euch kennen sicher Demon's Souls und Dark Souls. Beide Spiele haben offensichtlich ihren Job sehr gut gemacht, da sie die Wünsche einer großen Spielerschaft sehr gut abgedeckt haben. Sei es der überragende Artstyle, das geniale und punktgenaue Kampfsystem oder die einzigartige Atmosphäre: Es gibt hier vieles, was mich fasziniert und in seinen Bann gezogen hat.

Dennoch vermischen sich diese Erinnerungen mit den Momenten, in denen es mir vorkam, dass die Spiele zuviel Zeit und Einsatz von mir erforderten. Es ist ja nicht ganz so, dass ich keine Lernbereitschaft mitbringe, doch das Gefühl an entsprechender Stelle einen ganzen Abend in den Sand gesetzt zu haben, wiegt für mich dann zeitweise wieder den Spielspaß auf.

Meine Erinnerung an die Spiele fühlt sich dann manchmal so an, als wenn ich früher stundenlang an einem nicht gespeichertem Bild gearbeitet habe und Photoshop dann abstürzte.

Der beste Schluss

Wie lang muss ein Spiel sein, um ein geniales Ende zu kommen? Braucht es eine lange Charakterentwicklung und einen packenden Wendepunkt? Das PSN-Spiel Journey führte mich quasi in gerade einmal typischer Spielfilmlänge in eins der besten Enden, welche ich jemals gesehen habe. Da ich für die Spieler, die es noch nicht kennen nichts vorwegnehmen möchte, halte ich diese Beschreibung an dieser Stelle kurz.
Piet

Fazit

Kein Mario, kein GTA, kein Zelda... obwohl die gelungenen Fortsetzungen alle einen guten Job verrichtet haben, sind es dann doch die sonderbaren und manchmal unscheinbaren Titel, an die ich in Jahren, dank solcher Momente, zurückdenken werde. Abgesehen davon werde ich aber dennoch diese Generation hauptsächlich wegen zwei Dingen in Erinnerung behalten: Der Aufstieg und Fall der Bewegungssteuerung und die große Anzahl an Fortsetzungen und Remakes.

Was waren Eure einprägsamsten Momente der 7. Generation?

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