Videospiele

Launchkäufe: Das Wollen und Brauchen

Vor- und Nachteile beim Launchkauf

Starke Werbespots, schöne aufpolierte Fotos und Reviews mit hoher Erwartungshaltung führen momentan den Start der PlayStation 4 ein. Schwer, sich der Faszination zu entziehen, denn nachdem die Vorgängerin ganze Arbeit geleistet hat, blickt man natürlich als PlayStation-Spieler gespannt in die Zukunft.

Controller laden sich nun endlich auch dann auf, während die Konsole ausgeschaltet ist. Installationen finden im Hintergrund statt, die L2/R2 Tasten sind endlich nach außen gebogen und Features wie Freunden beim Spielen zuschauen und Kommentare hinterlassen zeigen jetzt schon, dass die Entwickler bei Sony versucht haben Kritikpunkte der Vergangenheit auszumerzen und das Spielen auf Konsolen ein Stück voranzubringen. Wenn man das alles so liest, würde man am liebsten gleich selber Hand an die PlayStation 4 anlegen wollen. Und wenn man die Konsole eh schon auf dem Einkaufszettel hat, wieso dann warten?

Ach ja: Die ganze Situation kennt man doch schon längst. Es ist mal wieder das alte Problem mit den Launchkäufen. Denn eigentlich lohnt es sich nie, eine Konsole oder ähnliche technische Geräte zum Launch zu kaufen. Oder doch?

Was spricht dagegen?

  • Da zum Zeitpunkt einer Produkt-Einführung noch keine Millionen Geräte ausgeliefert und getestet wurden, gibt es die Gefahr, dass man sich mit Problemchen rumschlagen muss, welche in einer Revision korrigiert werden. So konnte z.B. das Wii-Laufwerk konnte Smash Bros Brawl nicht abspielen, weil es den zweiten Disclayer nicht auslesen konnte.
  • Meist haben die ersten Revisionen nicht den geringeren Stromverbrauch wie Nachfolge-Modelle.
  • Fehlende Abwärtskompatibilität trifft man oft an. Hat man noch genügend Steck- und Stellplätze frei für eine neue Konsole? Seid Ihr bereit eine alte Konsole in den Ruhestand zu befördern?
  • Zwar dauert es in der Regel einige Zeit, bis der Preis fällt, doch dem ist nicht immer so, wie es z.B. beim Nintendos 3DS war. Außerdem gibt es oft nach einem Jahr Bundles, wo man zur neuen Konsole auch ein Spiel oder einen zweiten Controller bekommt.
  • Überragende oder ausgereifte Software ist bei einer neuen Konsole äußerst selten. Da die Entwickler sich meist erst über die Jahre in neue Systeme einarbeiten, bleiben richtige Must-Haves zum Start oft aus.
  • Die Konsole altert unnötig bis die richtigen Must Have Spiele kommen. Die Garantie verfällt dementsprechend früher.
  • Die ganzen anderen Spiele, welche man noch nicht durchgespielt hat. Schaut in Euer Regal: Na? Mangelt es denn wirklich momentan an Spiele-Nachschub?
  • Online-Spielen mit Freunden ist natürlich anfangs schwieriger, weil nicht jeder so früh auf eine neue Konsole wechselt.

Was spricht dafür?

  • Gerade wer mit Leidenschaft dabei ist, für den ist es meist etwas besonderes sein neues Baby von Anfang an zu begleiten und (durch Updates) wachsen zu sehen. Mit der Zeit kommen immer mehr Freunde dazu und man kommt nicht als letzter zur Party.
  • Ein erster Preissturz bei einer Konsole kann erst nach vielen Monaten erfolgen, und dann spart man vielleicht  nur 50 Euro, welche auf die gesamte Lebenszeit der Konsole gerechnet keinen riesigen Unterschied ausmachen.
  • Plant man einen Kauf eines Spiels, und dieses ist für das alte, wie auch für das neue System erhältlich, so kann man die technische überlegene Version kaufen.
  • Neue Features: Mit einer neuen Konsole kommen auch neue Features, wie z.B. Remote-Play bei Diablo 3.
  • Für manche ist es schlichtweg eine Tradition zu Weihnachten eine neue Konsole auszupacken. Dieses Gefühl lässt sich erst ein ganzes Jahr später in der Form erleben.
  • Zeichen setzen: Gute Software entsteht, wenn die Hardware auch weit verbreitet ist. Steht man wirklich hinter einer Konsole, so kann man mit einem frühen Kauf ein Zeichen für die Entwickler setzen.
Piet

Fazit

Eigentlich sollten immer die Spiele entscheiden, wann man sich eine Konsole kauft. Da aber da der eigene Geschmack eine große Rolle spielt, kann man hier nur schwer eine Empfehlung für alle aussprechen.

Und egal wie man sich entscheidet: Vorsicht ist geboten. Denn bei dem breiten und stets wachsendem Angebot an Technik rutscht man schnell immer mehr in den Strudel der Unterhaltungsindustrie. Früher als Kind hatte man nicht genügend Geld für Nachschub, heute kommt man aufgrund der Arbeit kaum noch mit dem Spielen der gekauften Software hinterher.

Wer sich zu sehr von Kaufimpulsen und Hype leiten lässt, läuft Gefahr am Ende überversorgt zu sein. Wenn man die Möglichkeit hat alles zu tun, tut man oft am Ende nichts.

Wie viel Ihr wollt und wie viel Ihr wirklich braucht könnt also mal wieder nur Ihr selber wissen. Ich für meinen Teil werde wohl abwarten.

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