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Watt the Fuck?!

Was gegen hohe Stromkosten hilft!

Das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) ist schon eine verzwickte Angelegenheit. Der stufenweise Ausbau von Wind-, Sonnen- und Biomassen-Energie ist milliardenschwer, sorgt aber für saubere Energie. Auf der anderen Seite müssen Stromkunden die garantierten Einspeisevergütungen der Erzeuger per EEG-Umlage bezahlen, die weit teurer sind, als die ursprünglich kalkulierte Kugel Eis. Da sich zudem stromintensive Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, von dieser EEG-Umlage befreien können, steigen die Stromkosten für die privaten Verbraucher immer weiter an. Die Einen quengeln angesichts der hohen Jahresabrechnung. Die Anderen verballern den Saft für ihre Wattmonster weiterhin unnütz und verschenken dabei wertvolles Geld.

Wir haben unseren Strombedarf erheblich senken können, ohne verzichten zu müssen. Wie? Das verraten wir jetzt!

Mein Strom kommt aus der Steckdose

Ob als Arbeitsgerät, für Videospiele oder als Multimedia-Künstler, der PC ist aus dem Haushalt gar nicht mehr wegzudenken. Wer aus Leistungs- und Komfortgründen anstelle eines stromsparenden Notebooks weiterhin zum Desktop-Rechner greift, sollte sich allerdings mit der Marke Eigenbau auseinandersetzen. Zum einen ist das Zusammenstellen eines PCs gar nicht so schwer, wie man denkt, zum anderen werden in Billigkisten vom Discounter oder aus dem Elektrofachgeschäft oftmals nur minderwertige Komponenten verbaut. Außerdem kann man sich den PC so zusammenstellen, dass er den eigenen Anforderungen genügt. In diesem Zusammenhang spielt auch das Netzteil, der Stromversorger des Rechners, eine zentrale Rolle. Viele überlegen gar nicht, sondern greifen gleich zu Watt-starken Geräten, obwohl das gar nicht nötig ist.

Bei einem Netzteil gilt, dass der Wirkungsgrad, also das Verhältnis zwischen aufgenommener Leistung (Stromquelle) und abgegebener Leistung (PC) möglichst effizient sein soll. Von größter Bedeutung dabei ist der sogenannte Idle-Modus, der Zustand, in dem der PC im Desktop-Betrieb vor sich hin schlummert und kleinere Dienste ausführt, was er wohl die meiste Zeit tun dürfte. Hier sind überdimensionierte Netzteile (1000 Watt) weniger effizient als kleinere Netzteile, die mehr verbrauchen, als sie tatsächlich benötigen. Erst im Load-Zustand (hardwarehungrige Prozesse) sind höhere Leistungen des Netzteils notwendig, damit es nicht überfordert wird. Doch auch hier reichen oft kleinere Geräte völlig. Für ein Office-Rechner reichen 300 Watt absolut, für ein PC der Mittelklasse, mit dem hin und wieder gedaddelt wird, benötigt man mit einem Polster auch nicht mehr als 450 Watt. Und auch eine echte Zockerkiste muss nicht gleich mit einem Watt-Overkill ausgestattet werden, da der technische Fortschritt stromsparende Bauteile ermöglicht – vorausgesetzt, man kauft sich ein qualitatives Netzteil und kein, im wahrsten Sinne des Wortes, brandgefährliches Billig-Produkt, bei dem die ausgezeichnete Stärke nicht so ganz der Wahrheit entspricht und bei Überbeanspruchung abraucht.

Selbstverständlich müssen Peripheriegeräte wie Drucker und Lautsprecher auch nicht durchgehend eingeschaltet sein. Hier empfiehlt sich eine zusätzliche Steckerleiste mit Kippschalter. Doch auch sonst gibt es jede Menge Einsparpotenzial im Haushalt.

Bevormundung durch das Verbot der „Glühbirne“?

Es gibt ja tatsächlich gar nicht einmal so wenige Menschen, die sich wegen der EU-Richtlinie einen ordentlichen Vorrat an herkömmlichen Leuchtmitteln – im Volksmund auch Glühbirnen genannt – zugelegt haben. Für eine Lavalampe natürlich sinnvoll, kann ich eine solche Reserve nur belächeln, vor allem dann, wenn damit argumentiert wird, dass die herkömmliche Glühbirne im Winter mitheizt. Vollkommener Blödsinn, da erstens die elektrische Heizung als die teuerste Variante gilt und zweitens die Wärme der Glühbirne, im Verhältnis zum Raum gesehen, sang- und klanglos verpufft. Natürlich würde ich mir auch keine Energiesparlampe ins Haus holen, da sie laut Forschungsergebnisse die Netzhaut beschädigen, die Gase äußerst gefährlich sind, wenn die Energiesparlampe zerbrechen sollte und auch weil die kurze Dauer, in der die Energiesparlampe nicht die gesamte Leistung abgibt, schlicht nervig ist.

Hier empfehle ich LED-Leuchten, die allein schon durch eine weit höhere Lebensdauer preislich die gute alte Glühbirne noch älter aussehen lässt. Genauer empfehle ich die Marke LEDARE von Ikea. Ich hatte bereits mehrere LED-Leuchten ausprobiert, von Philips bis hin zu Osram. Die Leuchtkraft war unzureichend, das Licht hatte teils einen Grünstich, ein lautes Surren war je nach Typ ebenfalls möglich und der Preis oft viel zu hoch. Die Leuchten von Ikea wiederum strahlen ein angenehmes Warmweiß aus, vergleichbar mit einer herkömmlichen Glühbirne. Vor allem aber haben die kleine E14-Fassung mit 4 Watt und die große E27-Fassung mit 10 Watt genügend Power, um das Zimmer vernünftig auszuleuchten. Ich habe insgesamt 10 E14-Leuchten gekauft, lasse ich sie allesamt gleichzeitig brennen, verbrauche ich so viel Strom, wie mit einer einzigen 40-Watt-Glühbirne zu früheren Zeiten – ohne gesundheitliches Risiko. Einziger Nachteil, sie sind nicht dimmbar, was ich persönlich auch nicht benötige.

Vom unnützen Schnickschnack bis hin zur falschen Anwendung

Hat jemand von Euch einen elektrischen Dosenöffner? Ein elektrisches Messer oder einen Wäschetrockner? Wozu? Solche Geräte sind völlig sinnfrei! Besonders letzteres ist ein Stromfresser sondergleichen und macht nichts anderes, als Sonne und Wind auf dem Balkon, auf der Terrasse, im Garten oder im Waschkeller kostenlos erledigen könnte – auch im Winter. Rausgeschmissenes Geld, sowohl für Strom als auch für die Geräte selbst. Und auch der Stellplatz für den Wäschetrockner ist unnötig.

Aber es gibt auch Haushaltsgeräte die tatsächlich Sinn machen oder aber von vielen Menschen einfach falsch eingesetzt werden:

Nehmen wir so zum Beispiel den Wasserkocher, um sich einen Asia-Snack oder einen Tee zuzubereiten. Sie sind zwar richtige Wattkolosse, müssen aber nur einen Bruchteil der Zeit betrieben werden, als würde man das Wasser auf dem Herd entsprechend erhitzen. Absolut empfehlenswert. Der Herd bietet ohnehin immenses Sparpotenzial, da viele Menschen den beigelegten Deckel eines Kochtopfes wohl als unnütze Dreingabe sehen. Dabei verkürzt sich die Dauer, bis das Wasser nun endlich kocht, erheblich, wenn dieser auf dem Topf liegt. Auch ist viel Wasser beim Kochen von Gemüse gar nicht notwendig. Kartoffeln müssen nur gerade so bedeckt sein und nicht im Wasser tauchen, andere Gemüsearten sollten ohnehin gedämpft werden, ein Vorgang, der wiederum sehr wenig Flüssigkeit benötigt. Beim Dämpfen verliert das Gemüse ihr Geschmack nicht an das Abwasser und Vitamine erhalten bleiben. Neulich habe ich sogar mal einen Nudelauflauf vom Lieferservice in den Dampfeinsatz gepackt – ich dachte, dass die Luftfeuchtigkeit im Topf der trockenen Soße vielleicht wieder Leben einhaucht. Und tatsächlich! Der Käse ist wieder zerlaufen, die Soße war saftig, ganz so, als ob der Auflauf gerade geliefert wurde – ohne an dieser Stelle zu übertreiben. Mit einem Backofen überhaupt nicht machbar, da so das letzte Tröpfchen Flüssigkeit aus dem Nudelauflauf verschwinden würde. Den Backofen benutze ich ohnehin nur noch in Ausnahmefällen, etwa für eine Tiefkühlpizza, was auch nur selten vorkommt, das meiste lässt sich mit Topf oder Pfanne erledigen – kostengünstiger und geschmackvoller.

Der Standby-Modus

Der Standby-Modus ist eine schöne Sache, wer möchte schon ständig zum Fernseher laufen müssen, um diesen per Kippschalter einzuschalten. Ich nicht. Auch sollte man das gesamte Heimkino nicht per Kippschalter komplett einschalten, da die plötzliche Stromspannung auf Dauer das Netzteil vom Fernseher oder Receiver beschädigen kann. Müssen aber deswegen alle Geräte im Standby-Modus sein? Nein, auch dann nicht, wenn der Stromverbrauch im Standby-Modus verschwindend gering ist. Viele Leser von CouchCastle werden sicher mehrere Videospielkonsolen unter dem Fernseher stehen haben – ich auch, aber irgendwie ist es doch immer wieder so, dass die Konsolen nur abwechselnd, in eher größeren Zeitabständen, eingeschaltet werden. Daher trenne ich die nicht benötigten Konsolen ganz vom Stromkreis, was im Falle der Nintendo Wii, der Konsole auch das Leben retten kann. Denn tatsächlich war es bis zu einem Systemupdate der Wii nicht möglich, sich im Standby-Modus ausreichend zu kühlen, so dass der Grafikchip über kurz oder lang beschädigt wurde und die Konsole ein leicht fehlerhaftes Bild wiedergab. Schon ärgerlich.

An dieser Stelle möchte ich auch mein Lob an die Konsolenhersteller aussprechen, da die Geräte ebenfalls immer weniger Energie verschlingen. Der Wechsel von der PS3 Fat zur PS3 Super Slim war eine angenehme Überraschung. Optisch leider längst nicht so Edel wie das ursprüngliche Design, ist die PS3 Super Slim deutlich leiser im Betrieb und den Stromverbrauch muss man fast mit der Lupe suchen, wenn man sich nicht allzu intensiv mit seinem Hobby die Zeit vertreibt.

Darüber, dass manche stundenlang den Fernseher laufen lassen, obwohl sie sich gar nicht im Wohnzimmer befinden, kann ich nur den Kopf schütteln, da der Fernseher, je nach Typ, ordentlich Strom lutscht. Ähnlich ist es aber auch mit den vielen Handy-Ladekabeln, die oft aus Bequemlichkeit einfach an der Steckdose hängen bleiben. Dass so Strom verballert wird, merkt ja allein schon daran, dass sich eine angenehme Handwärme bildet.

Geräteaustausch

Zuletzt ist es auch ratsam, das eine oder andere alte Gerät gegen ein neues auszutauschen, wenn es denn das Portemonnaie zulässt. Ein Cerankochfeld ist weit effizienter als die technisch längst überholten Kochplatten. Bei uns hat sich besonders der Austausch zweier Einzelgeräte, einem alten Kühlschrank und einem alten Tiefkühlschrank, deutlich bemerkbar gemacht, als wir uns ein Kombigerät mit der Effizienzklasse A+++ zugelegt haben.

Problem bei Kühlschränken ist, dass ihre ursprüngliche Effizienz mit den Jahren sogar nachlässt. Ein Kombigerät halbiert die Stromkosten schnell, erst recht, wenn die Effizienz deutlich höher ist. Auch ist die heutige Technik soweit fortgeschritten, dass man schon verwundert dreinblicken kann, um wie viel länger Gemüse, Fleisch oder Käse haltbar ist. So kann ich Karotten wochenlang im Kühlschrank liegen haben, ohne dass sie weich werden oder gar schimmeln. Der Clou, neben der Einsparung von Stromkosten muss ich auch weit weniger Lebensmittel wegwerfen muss – was ja ohnehin ein ernstes Thema für sich ist.

Benny

Fazit

Die Strompreise steigen leider auch weiterhin, wegen der EEG-Umlage sehr deutlich. Grund genug, seinen Konsum bewusst anzupassen, um nicht zu viel Kohle aus dem Fenster zu schleudern. Dabei muss man sich gar nicht einschränken, um den monatlichen Abschlagbetrag kleinzuhalten. Auch mit einem PC, der den ganzen Tag läuft, einem Plasmafernseher, der nur dann eingeschaltet ist, wenn man ihn braucht, mit Videospielkonsolen und ganz alltägliche Aufgaben im Haushalt ist es möglich, die Stromkosten niedrig zu halten und locker paar 100 € sparen, je nach vorherigem Verbrauch.

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