Rückblick

Mein Sommer 2013: Benny

Ein sehr subjektiver Rückblick

Endlich, der heiße Sommer neigt sich dem Ende zu und die hohen Temperaturen purzeln auf ein erträgliches Niveau. Auch das tiefe Sommerloch füllt sich zusehends mit interessanten Titeln, auf die ich mich schon sehr freue. Doch ganz verteufeln möchte ich die teils unerträglichen Sommerwochen nicht, dafür hatte ich außerhalb der eigenen vier Wände zu viel Spaß gehabt.

Hakuna Matata

Nachdem ich vor Jahren schon „Das Phantom der Oper“ und „Der Tanz der Vampire“ in der neuen Flora in Hamburg genießen konnte, bot sich dieses Jahr für mich die Gelegenheit „Der König der Löwen“ im Stage Theater im Hamburger Hafen zu erleben. Auch wenn ich nicht gerade zu den größten Fans von Disneys Zeichentrick gehöre, die Handlung ist mir einfach zu fade, war dieser Abend dank der schönen Bühnenbilder, den tollen Darstellern und den eindrucksvollen Gesangseinlagen ein sehr schönes Erlebnis. Schön genug, um mir doch noch einmal den Film anzusehen und ihn für einigermaßen sehenswert zu empfinden.

Ein Drahtseilakt

Nochmals mehr begeistert hat mich der chinesische Staatszirkus, der dieses Jahr ebenfalls in Hamburg Halt gemacht hatte. Weniger durch die Kulisse, die sehr einfach gehalten waren, sondern vielmehr durch die Akteure, die mich durch ihre Performance mehrmals ungläubig den Kopf schütteln ließen. Wir alle kennen Seiltänzer, die in schwindelerregender Höhe ihren Drahtseilakt vollführen und doch nicht mit dem mithalten können, was einer der chinesischen Akteure geboten hat: Nicht auf den Füßen, sondern auf  seinen Händen balancierte er von einem Ende des Drahtseils zum anderen und brachte währenddessen das Seil derart zum Schwingen, wie man es beim Seilspringen kennt. Ein weiterer Darsteller balancierte knapp 30 kleine Holzbänke auf Kopf und Schultern. Ein enormes Gewicht, das ihn nicht daran hinderte, dieses schwere und sperrige Konstrukt zu halten, während er durch die Manege ging. Zwischendurch beeindruckten Flickflacks durch etwa 3 Meter hohe Ringe oder das Jonglieren von 7 Tennisbällen – Treppe auf- und abwärts. Eine unfassbare Körperbeherrschung! Ein weiteres von vielen Highlights war ein Stunt, bei dem einer der Akteure von einem fahrenden Fahrrad auf das nächste aufsprang und direkt an die waghalsigen Leistungen von Jackie Chan, aus der Blüte seines Lebens, erinnern.

Reißende Strömungen

Als die Hitze Anfang August unerträglich wurde, fand ich erfrischende Abkühlung bei meiner ersten Kanufahrt. Denn sowohl Schatten als auch das kühle Wasser ringsherum haben die Temperatur auf eine angenehme Wärme gesenkt. Etwa 3 Stunden sind wir flussabwärts gepaddelt, mussten die eine oder andere Stromschnelle meistern, einigen Hindernissen ausweichen oder unsere Köpfe einziehen, um uns nicht an Ästen zu stoßen. Es kam tatsächlich Abenteuerfeeling auf. Und hätte der niedrige Wasserstand, bedingt durch die enorme Wärme, nicht ein Weiterkommen unmöglich gemacht, wären wir auch weiter geschwommen. Denn obwohl man schon mit dem Paddeln gut beschäftigt ist, ist die Fahrt nicht sonderlich anstrengend – auch kann man jederzeit am Ufer anhalten und einen kurzen Picknick veranstalten. Mit etwa 20 Euro pro Kopf kann ich jedem eine solche Tour nur empfehlen!

Endlich wieder vernünftiger Science-Fiction

Neue Videospiele und Filme waren im Sommer Mangelware, mit einer Ausnahme: „Oblivion“ mit Tom Cruise. Der Trailer machte mich, wie letztes Jahr schon der von „Prometheus“ neugierig. Anstatt mich aber dermaßen wie Ridley Scotts Machwerk zu enttäuschen, kann ich Oblivion zu meinen absoluten Sci-Fi-Lieblingsfilmen zählen. Das Design der Welt ist fantastisch, die Soundeffekte gehen unter die Haut, der Soundtrack ins Blut und die Story jenseits des Action-Einheitsbreis. Meist ruhig, nicht aufdringlich philosophisch, wird hier eine mysteriöse Geschichte erzählt, die mit gut platzierten Actionszenen untermalt wird und einen bis zum Ende hin fesselt – ein gewisser Anspruch vorausgesetzt. „Oblivion“ ist alles andere als ein Ballerfilm von der Stange

Zeitverschwendung in Himmelsrand

Es kam zwar auch die Game of the Year-Edition von „Skyrim“ heraus, die ich mir aufgrund mehrerer Empfehlung zulegte, der Preis war nämlich recht günstig, doch unterm Strich war ich vom Rollenspiel mäßig begeistert. Locker besser als „Oblivion“, nicht mit Tom Cruise, sondern von den „Bethesda Game Studios“ konnte „Skyrim“ zwar mit einem recht vernünftigen Dialogsystem und einer im Ansatz spannenden Handlung punkten, doch machte ein schwerwiegender Bug (hätte einen Speicherstand acht Stunden früher starten müssen) dem Spielspaß ein Ende, nachdem sich bereits mehrere Kritikpunkte häuften: Die Spielwelt ist recht hübsch, doch viel zu weitläufig und damit ein unnötiger Zeitfresser. Ich bevorzuge kleinere Spielwelten mit weit mehr Möglichkeiten (Stichwort: Yakuza oder Shenmue). Das Kampfsystem ist etwas fummelig und steht in dieser Disziplin weit im Schatten von „Demon’s Souls“. Egal, wie man sich bei den Quests entscheidet, Konsequenzen gibt es keine. Hier hätte man vielleicht vom „Witcher“ abschauen können. Und auch sonst hat die grafische Präsentation auf der PlayStation 3 keinen Schönheitspreis verdient. Vieles an „Skyrim“ ist gelungen, wurde aber von anderen Spielen weit besser umgesetzt.
Benny

Fazit

Wie eingangs gesagt, der Sommer neigt sich endlich dem Ende zu, ein paar heiße Tage werde ich noch verkraften, zumal endlich ein paar ordentliche Titel anstehen. Vor allem bekommt die Wii U in den nächsten Monaten mehrere persönliche Must-Haves geboten. Am meisten freue ich mich auf „The Legend of Zelda: Wind Waker“, das in HD traumhaft ausschaut und spielerisch in wichtigen Punkten überarbeitet wurde. Endlich kann ich das Spiel abschließen, woran mich die GameCube-Version mit ihrer invertierten Steuerung immer abhielt. Hinzu kommen gleich mehrere Jump’n‘Runner, die ich mir wohl allesamt zulegen werde: „Sonic: Lost World“, „Super Mario 3D World" und „Donkey Kong Country: Tropical Freeze“. Auch auf der PS3 ist noch nicht vollends tote Hose: „Rain“ scheint ein unaufdringlicher Geheimtipp zu sein, während „Beyond: Two Souls“ ähnlich intensiv unterhalten wird, wie anno dazumal „Heavy Rain“. Und dann steht auch schon die PlayStation 4 in den Startlöchern, die ich mir 100%-ig zulegen werde, wohl aber nicht mehr dieses Jahr – zu langweilig ist mir das Launchangebot. Wäre „Rime“ ein Starttitel, sähe das völlig anders aus…

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