Review

The Lone Ranger (2013)

Produktionsland: USA | Genre: Action/Komödie | FSK: ab 12

Als großer "Fluck der Karibik"-Fan bin ich in meinen Kreisen ja nicht gerade bekannt. Meine Neigung zu Johnny Depp hält sich je nach Film auch in Grenzen, dennoch habe ich mich mal auf einen kurzen – naja, mehr als zweistündigen – Blick auf Disneys neues Popcorn-Fest "The Lone Ranger" eingelassen. Hab ich den Kinobesuch bereut? Ay!

Disneys Johnny Depp, again!

Das wohl wichtigste zuerst: Ist Mr. Depp als Indianer "Tonto" witzig? Stellenweise ja, er trägt, wie zu erwarten, den Film, obwohl er ja eigentlich der Sidekick ist. Ist seine Rolle jetzt aber gelungen oder ähnlich kultig wie Jack Sparrow? Nö, auch wenn ich das Kostümdesign, was eher an einen Black Metal-Indianer erinnert, eigentlich sehr witzig finde, so trieft der Charakter wirklich an Indianer-Klischees, die Hollywood über die letzten Jahrzehnte aufgebaut hat. Die Erwartung wurde erfüllt, dass Johnny Depp hier wieder eine seiner typischen MakeUp-Rollen spielt.

Ohne diesen Sidekick gäbe es meiner Meinung nach keinen echten Grund, den Film überhaupt anzuschauen. Und das liegt am Drehbuch!

Story

Acht Ranger sind im Wilden Westen auf der Jagd nach einem gefürchteten Banditen und seiner Gang. Als einziger davon schafft es Saubermann John Reid (gespielt von Armie Hammer) auf der Fährte zu bleiben und bekommt unerwartete Unterstützung von Tonto und seinem Pferd. Gemeinsam geht's mit aufgesetzter Maske ans Eingemachte.

Die Story, welche in Ausschnitten und Rückblenden erzählt wird, hat mich nicht gerade fesseln können bzw. stellenweise sogar verwirrt. Hier dominiert einmal wieder mehr der Zweck, dem Zuschauer genügend Explosionen und Action und Abenteuer vorsetzen zu können. Gut, gefühlt sollte man eh meinen, dass hier ein junges Publikum unterhalten werden möchte, aber dafür fand ich den Film dann an einigen Stellen wieder ein Stück zu brutal und verstörend. Western waren zwar schon immer rauer Natur, aber hier passte das ganze meiner Meinung nach nicht so recht zueinander. Vor allem, weil der Film ja auch den Geist einer Komödie trägt...

Die Aufmachung

Es braucht nur einen Satz um zu bestätigen, dass Disney und Jerry Buchheimer wieder genug Geld (250 Millionen) und gute Leute an der Hand hatten um qualitativ hochwertige Bilder, Geräuschkulissen und Effekte abzuliefern.

Trailer

Piet

Fazit

Kurz fällt heute mein Blick auf diesen langwidrigen Film aus, denn all zu viel lässt sich hier auch nicht mehr dazu schreiben. Wer schon immer mit leichter Filmkost seinen Spaß hatte und Johnny Depp immer schon witzig fand, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen. Aber einen ähnlichen Zauber, wie noch der erste Teil vom "Fluch der Karibik" sehe ich hier gar nicht und verbleibe nüchtern mit einem "Muss man nicht gesehen haben, füllt aber einen langweiligen Sonntag-Nachmittag mit Belanglosigkeit aus, wenn es mal gar nichts zu tun gibt". Aber einen hohen Kinopreis rechtfertigt der Film wirklich nicht.

Wertung: 6.3

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