Review

Deadpool: The Game

Entwickler: High Moon Studios | Genre: Hack n´ Slay | Plattform: PS3/ Xbox 360/ PC | USK: ab 18

Achtung! Hier kommt Wade Wilson. Wer ist Wade Wilson? Wade Wilson aka Deadpool ist einer der oder vielleicht sogar der verrückteste Charakter aus dem Marvel Universum. Der sogenannte Söldner mit der großen Klappe hat es nun, nach einigen anderen digitalen Auftritten, in sein eigenes Videospiel geschafft und das auch noch in "Eigenregie". Ob der durchgeknallte Chaot sich dabei behaupten kann oder ob er doch lieber auf dem Papier geblieben wäre, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen!

The Good

In Sachen Story hat man sich für "Deadpool: The Game" einiges einfallen lassen. Comicautor Daniel Way hat das verrückte Abenteuer, dass Deadpool zu bestreiten hat, geschrieben und somit hat man einen echten Profi an Bord geholt, denn Daniel Way ist in Fachkreisen DER Deadpool Autor überhaupt. Somit konnte von vornherein eigentlich nichts schief gehen. Hier ein kleiner spoilerfreier Anriss: Die Zukunft sieht düster aus. Das zumindest erzählt ein zeitreisender Superheld unserem quirligen Söldner. Grund dafür ist der C-prominente Bösewicht Mr. Sinister, der durch einen teuflischen Plan die Welt mit seinen eigenen Klonen an sich reißen will. Der einzige, der jetzt noch helfen kann, ist Deadpool. Und ein paar seiner Freunde.

Wie es einem Deadpool gebührt, spendierte man dem Mann mit der Maske ein ansehnliches Equipment: Von Katanas über Hämmer bis hin zu abgefahrenen Laserwaffen ist alles dabei. Das spaßigste dabei ist es, diese immer weiter auszubauen; genauso wie die Fähigkeiten des sympathischen Sprücheklopfers. So sammelt Ihr durch das Töten von Gegnern Geld, was Ihr dann in mehr Lebensenergie und andere tolle Dinge investiert. Auf dieser Ebene hat man absolut alles richtig gemacht und wart sich die Interessen des Spielers.

Ebenfalls erwähnenswert ist natürlich die Stimme des Nolan North. Er sollte dem geneigten Gamer ein Begriff sein, denn neben dem Sölder Deadpool spricht dieser auch Charaktere wie Solid Snake. Auch hier bleibt dank Herrn North kein Auge trocken. Die Witze kommen wie aus der Pistole geschossen und Ihr rennt sicherlich keine vier Minuten herum, ohne einen Joke zu hören. Diese sind zwar nicht immer perfekt platziert, aber das stört meistens überhaupt nicht. Einher mit den Sprüchen gehen auch die humorvollen, interaktiven Momente, in denen Ihr beispielsweise dem ohnmächtigen Wolverine über 10 Minuten lang ins Gesicht schlagen dürft, ohne dabei einen sich wiederholenden Spruch zu hören. Klasse!

The Bad

Hier geht es sprichwörtlich ans Herz, und zwar an das Herz des Spiels: Das Gameplay. Deadpool ist ein Hack n´ Slay mit Hüpf-Einlage; das ist charakterentsprechend und gut so. Zumindest in der Theorie, denn in der Praxis sieht das ganze leider anders aus: Hier hat man in der Entwicklung was falsch gemacht: Ihr habt die Möglichkeit Euch um Kopf und Kragen zu schnetzeln und bei belieben ebenfalls auf Schusswaffen umzusteigen, doch warum hat man das Ganze nicht verbunden? Devil May Cry hat es vorgemacht: Dante schnetzelt und setzt seine Schusswaffen gemeinsam ein; Deadpool nicht! Wenn Ihr beim Kampf mit Melee-Waffen einen Wechsel zur Pumpgun durchführt, zielt Deadpool sofort in die Mitte des Bildschirms und somit nicht auf den Gegner. Enttäuschend und nervig! Ich möchte mich hier mal aus dem Fenster lehnen und behaupten, man hat nicht genug Zeit gehabt.

And the Ugly

...und ich beziehe mich hier ganz klar auf die Grafik des Titels. Teilweise erreicht man hier Tiefpunkte, die an die erste Phase der jetzigen Konsolen-Generation erinnert und einem somit einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt. Das muss heutzutage wirklich nicht mehr sein. Auf der anderen Seite scheint man sich seitens der Entwickler auch darüber lustig zu machen und den Stil gewollt gewählt zu haben. Aufgrund dessen rennt Ihr häufig durch Flure und auch der Wechsel der Settings ist am Anfang rar gesät. Auflockernd sind hingegen die Tribute, die High Moon Studios an alte 8- und 16-Bit Games eingebaut haben. Nicht hübsch, aber witzig.

Auch von Fehlern bleibt unser roter Held nicht verschont. So ist es beispielsweise möglich, in dem Spiel zu farmen. Nach kurzer Zeit fand ich beim Spielen heraus, dass es möglich ist, sich selbst zu bereichern, indem man an verschiedenen Save-Points stirbt, um dann Verbesserungen zu kaufen und sein Geld dennoch zu behalten. Wer so etwas macht, nimmt sich natürlich den Spaß am Sammeln, aber auf der anderen Seite müssten die Entwickler auf solche Probleme achten und diese ausmerzen.

Denn am Ende bleibt Euch bloß dieser Spaß: Sammeln. Das Spiel ist nämlich nach circa. 5 - 8 Stunden beendet und das Sammeln aller Upgrades in einem Durchgang schier unmöglich (zumindest war es wohl so gedacht) und so habt Ihr die Möglichkeit, mit Euren Upgrades immer wieder mit einem neuen Schwierigkeitsgrad anzufangen und dabei Euer Equipment zu komplettieren.

Als Ausweichmöglichkeit gibt es noch den "Herausforderung"-Modus. Dieser funktioniert ähnlich wie eine Mischung aus dem Batman: Arkham Asylum Zusatzmodus und dem Horde Modus von Gears of War 2. Ihr killt Gegner und erhöht Euren Multiplikator. Der beste Punktestand kommt auf die Weltrangliste. Nicht weltbewegend, aber eine schöne Dreingabe.

Trailer

Christopher

Fazit

Ein Spiel, das mich hin und her reißt: Auf der einen Seite bin ich riesiger Deadpool Fan, auf der anderen Seite bin ich ein Zocker, der die Standards kennt und diese mindestens von einem Spiel erwartet. Leider hat man dies mit "Deadpool: The Game" nicht geschafft. Somit versagt das Spiel auf dieser Ebene.

Jedoch hat man einige Sachen wiederum sehr richtig gemacht, wie beispielsweise Deadpool als Protagonisten so einzubauen, dass ich das Spiel nicht hassen und schon gar nicht zerreißen kann. Story, Charakter, Humor und sogar Teile des Gameplays sind spaßig und dank der Kurzweil, verzweifelt man nicht vollends. Jedoch ist man als Nicht-Fan definitiv nicht begeistert und vielleicht sogar ein wenig genervt. Also: Fans können für eine wilde Runde zugreifen. Diejenigen, die Deadpool nicht so viel Liebe schenken, sollten ihrem Geldbeutel eine Pause gönnen.

Fanwertung: 7.5 / Objektive Wertung: 6.0

Wir bedanken uns recht herzlich bei Activision Deutschland für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

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