Review

Injustice: Götter Unter Uns

Genre: Beat-Em Up | Plattform: PlayStation 3, Xbox 360, WiiU | USK: ab 16

Vor kurzem berichteten wir über die Demo des Superhelden Prüglers "Injustice: Götter Unter Uns" aus dem Hause Warner Brothers/ Netherrealm. Nun kamen wir dazu das Kampfspiel auf Herz und Niere zu testen und uns ein Bild von dem zu machen, was Euch erwartet, wenn Ihr ebenfalls anfangen wollt wild um Euch zu schlagen.

Welcher Held bist du?

24 Charaktere an der Zahl stehen Euch zur Verfügung. Dabei wurden die Universen bunt gemischt: Batman, Green Lantern, Wonder Woman, Superman, Aquaman, Flash und Shazam gehören dabei zu den wohl bekanntesten Helden. Und auch fast jeder dieser Helden hat seinen persönlichen Erzfeind dabei. Wobei Batman, der Liebling der Massen, am meisten Unkraut dem Roster hinzufügt – Popularitäts Bonus eben.

Die Charaktere sind in verschiedene Arten unterteilbar: Die leichten wendigen Helden und Schurken, die dafür weniger Schaden anrichten; die eher ausgewogenen Kämpfer, die durchschnittlichen Schaden anrichten und die Klopse, die alles kaputt hauen, wenn sie denn treffen.

Entscheidender Unterschied zu anderen aktuellen Kampfspielen ist wohl die Leichtigkeit des Systems: Ihr müsst keine großartigen Kombos lernen und auch nicht ganz kampferprobte Spieler finden schnell einen Zugang und es kommt mehr auf den richtigen Einsatz der Special Moves an. NetherRealm Studios, welche schon für den letzten Mortal Kombat-Teil verantwortlich waren, haben ein wenig an ihrem System rumgeschraubt um noch mehr Spieler anzusprechen.

Jeder Held oder auch Anti-Held hat seine eigenen Finessen, diese aktiviert man mittels B bzw. Quadrat. Das kann sehr verschiedenes sein: Batman schmeisst z.B. drei Hilfs-Batarangs, Nightwing macht aus seinen zwei Elektro-Schlagstöcken einen Stab und Wonder Woman wechselt von ihrer Peitsche auf eine Kombi aus Schild und Schwert. Das macht jeden für sich einzigartig und gibt Euch eine zusätzliche Palette an Strategien, die man gegen seinen Gegner einsetzen kann, wenn man denn weiß wie, denn wie hier gilt: Übung macht den Meister!

Schere, Stein, Papier, AUTO

Roboter, Shot-Guns, Turrets, Statuen, Flammenwerfer, Teleporter und Autos – Was hat das alles miteinander zu tun? Richtig! Es sind alles Dinge, die Ihr in einer guten Rangelei unter Helden einsetzen dürft und wenn ich sage einsetzen, dann spreche ich davon es dem anderen kräftig über den Schädel zu ziehen. Dass sieht lustig aus, ist klasse für gute Kombinationen und macht auch noch entsprechenden Schaden. Obendrein ist das für ein Kampfspiel in dem Ausmaße ziemlich selten, passt sich dem Spielfluss aber hervorragend an. Hier trifft man den Superhelden Nagel auf den Kopf.

Weh tun kann man seinen Gegenüber aber auch noch auf eine andere, elegantere Art und Weise: Kloppt sie durch eine Wand. Das klingt nicht so spektakulär? Das ist es aber, denn hinter jeder Wand verbirgt sich eine schön schmerzhaft anzusehende Einstellung, die den Widersacher knappe 10 bis 12 Sekunden lang Lacher und Schmerzen bereiten wird. Durch einen kurze Kombination aus nach hinten und A bzw. X gibt es einen Launch-Angriff, dessen Folge verheerend wird. Schonmal durch Batmans Villa geflogen? Nein? Launch. Schon mal unfreiwillig in einen Helikopter geraten? Nein? Launch! Da kommt Freude auf!

Und zu guter letzt gibt es dann noch die Kombination der beiden hinteren Trigger, die nach dem Aufbau einer Leiste, einen mächtigen Charakter spezifischen Move aktivieren, der die Gesundheit des Gegners schwer gefährdet. Wie diese Moves aussehen? Probiert es doch selbst mal aus! Mortal Kombat Spieler werden wohl auch hier wieder Paralellen finden.

Stärke: Umfang

Freut Euch auf einen sechs stündigen Story-Modus, ein gut funktionierender Online-Modus, einen Trainingsmodus, viele verschiedene Kampfmodi und das Stars-Lab, welches mit 240 Missionen aufwartet. Diese Missionen reichen dabei von super anstrengend bis super unterhaltsam. Warum man sich das alles antut oder antun sollte? Jeder, der das Spiel bereits spielt, weiß schnell, worauf ich anspiele: Man sammelt Erfahrungspunkte. Diese sammelt Ihr um Skins oder Profilbilder für die Online Kloppereien freizuschalten und damit Euer allgemeines Level ansteigt, dass allen anderen zeigt, was Ihr für krasse Macker seid. Klingt doch super, oder? Ich find schon.

Der bereits erwähnte Story-Modus hat Hand und Fuß, auch wenn es teilweise so wirkt, als wenn sie am falschen Körperende befestigt worden sind. Eigentlich ist alles davon, wie auch schon bei Mortal Kombat 9, eine kurze Einführung, warum sich jeder Held gegenseitig auf das Fressbrett kloppt. Geschrieben wurde die Geschichte immerhin von original DC-Autoren, welche ein Paralleluniversum erschaffen haben, in dem ausgerechnet Superman der Ober-Schurke ist und in welches die bekannten Helden des DC-Universums reingerutscht sind. Anhand Zwischensequenzen angelt man sich so von Kampf zu Kampf. Die deutsche Synchronisation schafft es leider nicht ganz die Dialoge überzeugend darzustellen, aber das sind wir Deutschen doch inzwischen auch oft genug gewohnt, oder?

Im großen und ganzen zwar solide, aber nichts besonderes im Vergleich zu den Comics, aber trotzdem Grund genug es bis zum Ende zu spielen. Denn Hand auf's Herz: Bemus haben so gut wie nie richtige Stories und so hebt sich "Injustice: Götter Unter Uns" dennoch sehr angenehm von der Masse ab. Abseits des Story-Modus hat auch noch jeder Charakter sein eigenes kleines Ende, wenn man in den normalen Kampfleiter-Modus geht, wo Ihr einfach 10 verschiedene Gegner nach einander kaputt haut.

Man kann sich mit "Injustice: Gods Among Us" somit wirklich schon eine ganze Weile lang aufhalten. Suchtpotenzial ist auch gegeben. Man kann viel freischalten und die Verbesserung der eigenen Fähigkeiten sind natürlich immer ein schöner Nebeneffekt.

Möge der Apfel mit dir sein

iOS-User mit einem iPhone oder einem iPad haben es doppelt gut. Mit dem Download der kostenlosen "Injustice App" ist es möglich, auch unterwegs noch kräftig weiter zu kloppen und so exklusive Skins freizuschalten. Ja, exklusiv bedeutet dabei so viel wie: Wenn Ihr kein Apple Produkt besitzt, bekommt Ihr auch keine neuen Outfits. Das ist verdammt schade, denn als echter Comicfan will man natürlich alles freischalten können. Mein Tipp: Fragt im Freundeskreis ob Euch mal jemand fix das iPhone leiht! Oder motiviert sie für Euch das Spiel zu spielen. Denn laut eines bekannten soll die App ebenfalls eine Menge Freude für den Arbeitsweg bereithalten.

Lobo DLC Trailer

Christopher

Fazit:

Für den Superhelden-Fan die pure Freude, für den Hardcore Beat-Em Up Spieler vielleicht nicht unbedingt die Erleuchtung. Doch ist das wirklich so wichtig? Nein! Denn Injustice ist Massenkompatibel. Ob gegen die Schwester der Freundin mit weniger Spielerfahrung oder gegen eine Horde an Hardcore-Spieler Kumpels – gemeinsam kann sich immer wieder über das Glück oder die Misserfolge amüsieren, ohne auf zu viele Barrieren zu stoßen. Präsentation, Sound und Grafik sind zwar kein Highlight dieser Konsolengeneration, aber mir hat und wird Injustice noch eine ganze Menge Spaß bereiten und ich bin mir sicher, dass kann es Euch auch. Schlüpft in die Rolle Eures Helden und kloppt Euch durch das halbe DC-Universum! Wem 24 Charakter auf die Dauer zu wenig sein sollten, lege ich Euch den DLC ans Herz! Angekündigt wurde der Weltraum Kopfgeldjäger Lobo und drei weitere Charaktere werden noch folgen! Und Berichte werden folgen.

Wertung: 8.9

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Warner Bros. Interactive Entertainment für die freundliche Unterstützung und die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares für die X-Box 360.

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