Review

Evil Dead (2013)

Produktionsland: USA | Genre: Splatter-Horror | Altersfreigabe: FSK 18

Wie schön sie doch war: Die gute alte Zeit. Ende der 70er Jahre erhielt dass Horror-Genre einen großen Aufschwung und bescherte uns damit Perlen, Kultfilme und Klassiker. Einer dieser Klassiker und gleichzeitig einer der berühmt berüchtigtsten, ist die Mutter des Splatterfilms, "Evil Dead", oder in Deutschenlanden besser bekannt als "Tanz der Teufel." Einer der Filme, der als Grund zur Einberufung der FSK (Freie Selbstkontrolle) diente. Zu gewalttätig, ungeheuerlich und schlussendlich nicht mehr tragbar für die deutschen Kinos, verbannte man "Tanz der Teufel" auf den Index und somit raus aus den Ladentheken und den Köpfen der Bevölkerung. Doch weit gefehlt. Mit einer riesigen, stetig wachsenden Fangruppe und den Nachfolgern des Originals verblieb "Tanz der Teufel" über Jahrzente in aller Munde. Und genau diese Münder waren auch die ersten, die voller Sabber waren, als man es verkündete: "Evil Dead" wird neu aufgelegt. Und am 16. Mai ist es in Deutschland endlich soweit: Jetzt entscheidet sich, ob die Spucke im Mund trocknen wird, weil sie einem ganz einfach weg bleibt oder ob man sie direkt gen Leinwand spuckt.

Hier wird nicht getanzt

Ein gemütlicher Urlaub soll es für die 5 Jugendliche werden. Na, bei einem solchen Satz beginnt schon der Würgereiz, was? Auch wenn das "Evil Dead"-Franchise den ganzen "Hütte in einem Wald-Horror" erfunden hat, beließen es die Drehbuchautoren nicht bei einer solch plumpen Rahmenhandlung. Wir haben zwar fünf Menschen in einer Hütte, doch das, was sie dort durchleben wollen, ist alles andere als ein entspannender Urlaub. Viel mehr ist es die letzte Chance für Mia, ihre Heroinsucht in den Griff zu bekommen. Zur Seite stehen ihr dabei ihr Bruder David und die restlichen drei Mitglieder der Hütten-Clique. Doch abseits von dieser sehr schönen Änderung hat sich kaum etwas verändert. Denn sobald die Freunde etwas Merkwürdiges in ihrem Urlaubsdomizil verspüren und dabei das Buch der Toten auffinden, nimmt der Film alte Züge an und wird dadurch ein blutiger Albtraum für alle Beteiligten.

Dabei gibt es alles, was man braucht: Hektoliterweise Blut, nervöse Bäume, schön anzusehende, beinahe komplett computerfreie Effekte, Kettensägen und abgetrennte Gliedmaßen. Man bekommt also das, was man erwartet. Doch hier kommt der kleine Haken in der blutgetränkten Euphorie.

Böser Trailer

Viele, viele Menschen wurden durch Poster, Berichterstattung und Trailer immer weiter euphorisiert. So gehört sich das ja auch. Ebenso erging es mir. Ich erfreute mich über jeden Schnipsel an Material und obwohl ich mir bloß den ersten Trailer ansah, wusste ich doch erschreckend viel über die verschiedenen, bizarren und schön anzusehenden, Ableben der verschiedenen Charaktere. Damit wurde mir leider schon ein wenig Wind aus den Segeln kommen. Zumindest in den ersten 45 Minuten. Hier hätte für den Trailer doch das Motto: "Weniger ist Mehr" herhalten sollen. Meine persönliche Empfehlung wäre, sich den Trailer zu verkneifen und völlig ohne Vorahnung in den Film zu gehen. Das wird einen sicherlich noch schaurig-schnöneren Eindruck bei Euch hinterlassen. Für alle, die es sich nicht verkneifen können: Ich habe Euch ja gewarnt!

Christopher

Fazit:

Da hat man sich doch mal Gedanken gemacht. Man sitzt nicht im Kino, um sich einfach noch einmal denselben Film anzusehen, sondern um tatsächlich eine Neuinterpretation des Stoffs geniessen zu können. Bessere Effekte, teils interessante neue Charaktere und eine ganze Menge blutiger Effekte, die das Splatterfan-Herz höher schlagen lassen. "Evil Dead" ist Unterhaltung in seiner Reinform und zeigt dem abgedroschenen Genre, wo der Hammer hängt. Ich hoffe auf weitere Versuche, diesen neuen König vom Thron zu stossen und empfehle jedem hartgesottenen Horror-Fan einen Blick zu wagen. Für den einen oder anderen wird es vielleicht ein Kinogang, den er nicht mehr vergessen wird. Einen Tipp zum Schluss: Eingefleischte Fans sollten den Abspann abwarten. Es lohnt sich!

Wertung: 8.0

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