Kolumne

Meine Liste der unsterblichen Filme

Piets persönliche Dauerschleife

Die Liste der Unsterblichen Filme

Es gibt sie im Netz wie Sand am Meer: Die Top 10-Listen der besten oder der schlechtesten Filme. Ich bin letztens beim Sichten des DVD-Regals auf eine etwas andere Idee gestoßen: Meine ganz persönlichen, unsterblichen Filme. Kurze Erklärung: Es gibt nicht wirklich viele Filme, welche ich mir öfter anschaue... vielleicht aus Angst, dass sich die besten Filme irgendwann abnutzen? Dass ich rückwirkend vielleicht einen Film dann doch nicht mehr so gut finde?

Jedenfalls habe ich eine kleine Sammlung an Filmen, die ich schon zig mal gesehen habe und welche auf einer Bewertungsskala nicht einmal großartig abschneiden würden. Aber sie haben alle eins gemeinsam: Es sind die einzigen Streifen, die für mein Empfinden mit jedem Mal immer besser werden. Genau deshalb gehen die immer! Die Komödien davon fand ich z.B. teilweise nicht einmal wirklich witzig beim ersten Schauen und heute sitze ich mit Dauergrinsen davor.

Und hier sind sie: Meine 10 unsterblichen Filme, die vielleicht nicht die besten sind, aber einfach nicht schlechter werden!

(Chronologisch sortiert)

Die Schlange im Schatten des Adlers (1978)

Als einer meiner ersten Kung Fu-Filme und wahrscheinlich der erste Jackie Chan, den ich sehen durfte, hat dieser Film für mich seine Magie seit langer Zeit nie verloren. Da waren bereits eine Zutaten für den typischen Martial Arts-Film drin: Der Held fängt klein an, trifft seinen Meister, verliert den Meister und rächt sich. Sicherlich heute etwas ausgelutscht, aber die Atmosphäre hat kein Stück abgenommen und wenn vielleicht auch nur durch den Musik-Einsatz von Jean Michel Jarre.

Bloodsport - Eine wahre Geschichte (1988)

Lange hat es gedauert, bis ich hier mal die vollkommen ungeschnittene Version sehen konnte. Mein Vater hatte lange Zeit eine gekürzte Fassung auf VHS und meine Schwester und ich haben ihn zigmal gesehen. Zwar gibt es in diesem Film einige Längen, aber der 80's Flair durch die Mode und die Musik verleitet Bloodsport seinen ganz eigenen legendären Charme.

The Big Lebowski (1998)

Dieser Film landet nicht umsonst gerne auf die Playlist von WG-Abenden. Typischerweise als "kultig" gehandelt, begeistert das witzige Trio aus dem faulen Dude, dem Choleriker Walter (John Goodman's beste Rolle!) und Donald mit ihrer schrägen Art. Hier gewinnt der Film auch wieder durch die typische Art der Coen Brüder, ihre Charaktere völlig entwicklungsfrei zu halten und somit den Plot lediglich durch das Aufeinandertreffen voran zu bringen.

In China essen sie Hunde (1999)

Es war mein erster Film aus den skandinavischen Ländern. Zugegeben, das erste Anschauen ließ mich eher etwas verwundert zurück, aber mittlerweile genieße ich Szene für Szene. Es ist schwierig, etwas wirklich vergleichbares zu finden, denn nie waren für mich die Elemente hier in so einer guten Kombination, dass sowohl Nachfolger wie auch ähnliche Filme, wie z.B. "Adams Äpfel", nicht dieselbe kurzweilige und böse Mischung hinbekommen.

Kung Pow - Enter the Fist (2002)

Wahrscheinlich das größte Guilty Pleasure hier: Obwohl dieser trashige Film es eigentlich gar nicht verdient hat, und Szenen wie der Kampf mit der Kuh hätten weggelassen werden können, gehört der Film von Steve Oedekerk zu den Filmen in meinen Leben, die ich am häufigsten gesehen habe. Die Neusynchronisation und das eigenwillige Recycling eines alten Kung Fu Films machen diesen Film wahrhaftig einzigartig, und auch wenn nicht durchgehend witzig, gibt es einige Szenen, an denen ich mich jedes Mal wegschmeiße.

Der Anchorman - Die Geschichte von Ron Burgundy (2004)

Eigentlich sollte jeder, der nur ansatzweise im Internet unterwegs war, schon mal auf Zitate dieses Films gestoßen sein. Von der Geschichte her bietet dieser Film nichts besonderes, aber es sind wohl die Dialoge, welche ihn so unsterblich machen. Ich sag nur: "Boy, this escalated quickly!", "I love lamps!" oder "Milk was the wrong choice!".

Shaun of the Dead (2004)

Als Fan von Serien wie "Spaced" oder "Black Books" verfolge ich ja die Produktionen von Nick Frost, Edgar Wright und Simon Pegg bereits eine ganze Weile. Ihr erster Kinofilm "Shaun of the Dead" hat bei mir wahrscheinlich wohl einen Ehrenplatz verdient, denn in der Regel mag ich gar keine Zombies. Der Humor, der Schnitt und die tolle Leistung der Schauspieler laden mich jedoch regelmäßig wieder zum Anschauen ein.

Dodgeball (2004)

Ben Stiller... meine Güte! Als Teenie fand ich noch so was wie "Verrückt nach Mary" ganz witzig, aber eigentlich ist mir der Humor rund um Ben & Co dann meist doch zu schnell abgenutzt. Mit "Dodgeball" haben sie es allerdings tatsächlich geschafft, eine Komödie zu schaffen, welche ich tatsächlich unzählige Male angeschaut habe und ihre Wirkung selbst heute noch kaum verfehlt. Allein Ben Stiller als Bösewicht macht hier definitiv einen Unterschied.

Napoleon Dynamite (2004)

Gleich vier Komödien aus dem Jahre 2004 verirren sich regelmäßig gern in meinem Player. Der Film mit den wohl geringsten Abnutzungserscheinungen muss wohl die Geschichte um Napoleon Dynamite sein. Beim ersten Anschauen habe ich gerade mal einmal gelacht und heute lächle ich eigentlich durchgehend und feiere jede Szene. Woher das kommt? Ich schätze mal, es liegt an der ungewöhnlich hohen Gag-Dichte, denn so viel Schwachsinn bekommt man als Zuschauer beim ersten Mal gar nicht verarbeitet.

Der fantastische Mister Fox (2009)

Viele Filme hier schaue ich gerne, weil sie immer witziger werden oder weil die Atmosphäre unvergänglich ist. Beim fantastischen Mister Fox kommt wohl beides zusammen und kommt noch mit einer umwerfenden Optik daher. Es fällt mir schwer, mich regelrecht an den Bildern satt zu sehen. Da ich immer wieder feststellen muss, dass ihn einige noch nicht gesehen haben, halte ich den Film für gnadenlos unterschätzt. Benny schrieb auch bereits mal einen Film-Tipp.

Piet

Fazit

Kennt Ihr das Phänomen? Gerade in diesem Zusammenhang muss ich manchmal meine Bewertungsart hinterfragen... Was hat mehr Wert für mich? Ein unvergessliches, rührendes Erlebnis wie in "Waltz with Bashir", oder sollte ich nicht doch Filme eher schätzen, welche mich jedes Mal auf's Neue begeistern?

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