Review

Paranorman (2012)

Produktionsland: USA | Genre: Animation/ Komödie | Altersfreigabe: FSK 12

Norman ist ein ganz normaler Junge. Wäre da nicht der unumstößliche Fakt, dass er Geister sehen kann. Doch das Problem bei der Sache ist, dass nicht nur er es weiß. Nein, durch sein Verhalten weiß bereits die gesamte Stadt "Blithe Hollow", dass mit Norman etwas nicht stimmt. Von seiner Familie ungehört und verspottet und von seinen Mitschülern gemieden, fristet Norman ein einsames Leben auf der Couch, gemeinsam mit seiner toten Oma. Doch das Leben von Norman soll sich plötzlich ändern, als sich sein Obdachloser Onkel zu Wort meldet und dem kleinen Norman erklärt, dass er nicht der einzige mit dieser Gabe ist. Viel mehr ist er nur einer von vielen, die "Blithe Hollow" vor dem Fluch der Hexe schützen müssen. Verängstigt und ein Quäntchen angenervt soll Norman es schaffen die Hexe zu besänftigen. Und so nimmt das Abenteuer seinen Lauf. Gemeinsam mit einem Haufen skuriller Charaktere nimmt Norman es mit Hexerei, Zombies und Klopapier auf, um das Herz eines verängstigten Mädchens zu berühren.

Ein Film für die ganze Familie?

"Paranorman" ist ein wirklich bemerkenswerter Streifen. Zum einen besteht er beinahe nur aus Knete, zum anderen legt dieser Film einen direkten Weg ins Herz und konfrontiert den Zuschauer mit Gesellschaftskritik und purer unveränderter Wahrheit. Die Freigabe ab 12 Jahren ist dabei an manchen Stellen natürlich nachvollziehbar. Als Elternteil jedoch würde ich mir diesen Film vielleicht einmal gemütlich allein ansehen und dann gemeinsam mit den Kindern schauen, denn hinter der Teils gruseligen Fassade stecken die menschlichsten Probleme und so schlimm wie bei einem Gebrüder Grimm Märchen wird es schon nicht werden. Der Film begeistert darüber hinaus Jung und Alt, da er eine Art massenkompatiblen Humor und Charme besitzt, dem man sich nur schwer entziehen kann. Seien es die stereotypen Charaktere, wie der kleine dicke Junge von nebenan, der dumme Muskelprotz, der verblödete Schulschläger oder einfach nur dieses unterschwellige Gefühl von kindlicher Leichtigkeit, das man fühlt, wenn man wieder all diese Charaktere sieht.

Neben dem Humor und der FSK-Debatte wäre noch einmal die Schönheit der Knete zu erwähnen. Die Bewegungen sind butterweich und wirken nie abgehackt oder schlecht in Szene gesetzt. Da kommt man wirklich immer wieder aufs Neue ins Staunen. Für die Menschen, die möglicherweise schon einmal den Film "Coraline" gesehen haben, ist diese Entwicklung noch ein ganzes Stück auffälliger. Denn wo bei "Coraline" noch hier und da einige Ecken und Kanten zu entdecken waren, scheinen diese bei "Paranorman" komplett ausgebügelt worden zu sein. Wirklich ein Meisterwerk!

Paranorman Trailer

Christopher

Fazit:

"Paranorman" war für mich eine echte Überraschung. Das vermischen kindlicher Optik mit solchen immer aktuellen Themen hat es mir wirklich angetan und lässt mich hoffen, dass noch weitere Filme dieses Schlages produziert werden. Ich persönlich würde eine absolute Empfehlung für einen netten Familienabend aussprechen, da hier jeder auf seine Kosten kommen wird und es sich doch gemeinsam mit den Kindern immer noch am besten gruselt. Ich wünsche gute Unterhaltung!

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