Review

Rabbids Land

Publisher: Ubisoft | Genre: Minispiele | Plattform: Wii U

Ein Wiedersehen mit Ubisofts verrückten Hasen auf der Wii U – wenn das kein Grund zur Freude ist! Denn schon auf Nintendos Vorgängerkonsole haben die Raving Rabbids für wahnsinnig lustige Unterhaltung gesorgt. Mit großer Partylaune haben wir uns nun ins „Rabbids Land“ begeben, wo die nächste Mehrspieler-Fete steigt. Ob wir nun großen Spaß hatten oder nüchtern noch vor Mitternacht wieder zu Hause angekommen sind, das verraten wir Euch jetzt!

Spiel des Bwaaaaaah!!!!!

Nachdem die Hasen im herrlich debilen Intro daran scheitern, in einen Vergnügungspark zu gelangen, schuld daran ist ihre geringe Körpergröße, vollbringt ein weiterer Hase in einer fliegenden Untertasse eine saubere Kopflandung. Fortan dient die Unterseite des UFOs im „Trophäenrennen“ als Spielbrett, bei dem es gilt, wahlweise zehn oder zwanzig Trophäen als erster zu ergattern und zum Startfeld zurückzukehren. Bis zu vier Spieler können mitmachen, wobei KI-gesteuerte Hasen das Quartett komplettieren, wenn nicht genügend Freunde/Verwandte zur Verfügung stehen.

Aufgeteilt in zwei Ringen weckt das Spielbrett Erinnerungen an den simplen Aufbau von „Fang den Hut“, allerdings mit verschiedenen Spielfeldarten gespickt: Auf dem Geschenkfeld warten diverse Items auf ihren Einsatz, darunter unter anderem ein gezinkter Würfel, um dem Glück etwas auf die Sprünge zu helfen. Auf dem Totenkopffeld gehen Trophäen verloren, das Quizfeld stellt an den auslösenden Spieler eine mehr oder minder knifflige Frage, bei die restlichen Spieler darauf wetten können, ob der Befragte mit seiner Antwort patzt, oder auch nicht. Die Schlossfelder katapultieren die Hasen stets paarweise in den Freizeitpark, um eines von rund zwanzig Minispielen anzutreten.

Gewisse Parallelen zu „Mario Party“ sind natürlich nicht von der Hand zu weisen. Zu wünschen wäre es aber gewesen, dass sich die Entwickler etwas mehr von Marios jahrelanger Party-Erfahrung hätten inspirieren lassen. Denn während bei „Mario Party“ die Spieltische sehr dynamisch gestaltet sind, ist der von „Rabbids Land“ leider sehr starr geraten. Auch, dass bei „Mario Party“ am Ende der Spielrunde automatisch ein Minispiel startet, sorgt für weit mehr Action, da bei „Rabbids Land“ die entsprechenden Spielfelder tatsächlich etwas selten sind und entsprechend wenige Minispiele gestartet werden. Schade, hier wäre mehr drin gewesen, ebenso bei der Charakterauswahl, bei der man seinen Hasen zur Unterscheidung lediglich mit Farbe bepinselt. Eine große Palette an Kostüme à la „Little Big Planet“ hätte mit schrägen Ideen für jede Menge Vielfalt gesorgt.

Galerie

Man reiche mir den Controller

Dafür sind die Minispiele äußerst gelungen, wenngleich sie mit einer Summe von zwanzig Herausforderung etwas gering ausgefallen sind. Highlights sind: „After-Burner“: Hier muss ein Spieler auf einer futuristischen Piste per Neigungssteuerung Feuerkugeln ausweichen. Was sich leicht anhört, wird zum Ende der ablaufenden Zeit hin ziemlich anspruchsvoll. Beim „Krokodil vom Nil“ müssen heranfliegende Hasen im 360°-Blickfeld mit dem Controller-Display abgewehrt werden. Ebenfalls im 360°-Blickfeld gilt es bei „Phantom sweet home“ Geister mit Farbe zu bespritzen, um sie einzufangen. Spätestens jetzt habe ich die Gewissheit, dass ein „Project Zero U“ die Geisterjagd spannender denn je machen kann. Ebenfalls sehr lustig sind die „Olympischen Spiele“, wo Formen für anzulegende Blumenbeete gezeichnet werden müssen, die wiederum von einem verrückten Hasen verwischt werden. Hier zählt nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch das Einprägungsvermögen der Formen. Ebenso beim „Gift-Lädchen“ wird der Stift geschwungen, um für seine tierischen Diebe Routen zu zeichnen, um den Überwachungskameras zu entgehen. Schön ist, dass man sämtliche Minispiele Probespielen kann, bevor es ans Eingemachte geht.

Insgesamt fallen die Minispiele sehr kreativ aus, eine größere Menge wäre auch hier wünschenswert gewesen, zumal ich Shooter- oder Tanzeinlagen der „Vorgänger“ vermisse. Auch schade ist, dass dass die Minispiele stets nur von zwei Spielern angetreten werden können. Einer übernimmt die Kontrolle per Wii U-Pad, der andere mit der Wiimote. Dass man ständig damit beschäftigt ist, die Controller herumzureichen, ist leider eine unschöne Lösung. Auf der anderen Seite ist die Steuerung äußerst präzise, so dass unnötige Frustmomente erst gar nicht entstehen. Und wer alleine „Rabbids Land“ spielt, braucht den Fernseher nicht zwingend einschalten, da das Display des Wii U-Controllers das Spielgeschehen darstellt.

Trailer

Benny

Fazit

Das Potenzial, mit Genregröße „Mario Party“ gleichzuziehen, hatte „Rabbids Land“ definitiv, doch der Klempner hat mit einem größeren Angebot an Spieltischen, weit abwechslungsreicheren Charakteren und einem durchdachteren Spielkonzept weiterhin die Nase vorn. Schade, so bleibt „Rabbids Land“ ein durchschnittliches Spiel, das aufgrund des derzeit überschaubaren Angebots dennoch für Minispielfans eine Überlegung wert sein dürfte. Für ein „Rabbids Land 2“ wünsche ich mir mehr Action auf dem Brett, Auftritte von Rayman & Co. und/oder die Möglichkeit, die Hasen wie bei „Little Big Planet“ mit verrückten Kostümen zu individualisieren.

Wertung: 6.7

Wir bedanken uns recht herzlich bei Ubisoft Deutschland für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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