Review

Hesher (2010)

Produktionsland: USA | Genre: Tragik-Komödie | Produktionsjahr: 2010 | Altersfreigabe: ab 16 Jahren

Wie ein dunkles Tuch hat sich die Trauer über den 12 Jährigen Jungen T.J. gelegt. Nachdem seine Mutter bei einem Autounfall verstarb, ist für ihn jeder Tag bloß noch da um ihn zu überstehen. Das alles soll sich ändern, als er durch einen Zufall auf "Hesher" trifft. Ein langhaariger Misanthrop mit der vorliebe für Pornos, Bier und Metal-Musik, der sich kurzer Hand im zuhause des Knaben einnistet. Beinahe unbemerkt fängt der unfreiwillige Gast den Mitbewohnern des Hauses die eine oder andere Lektion für's Leben zu erteilen. Da ist das Chaos beinahe vorprogrammiert.

Die kleinen Dinge

Hesher ist einer dieser Filme, wo man nicht weiß, worauf man sich einlässt. Man weiß nicht was man gerade sieht. Und wenn es zu Ende ist, weiß man auch nicht, wie man das, was man gerade sah, in Worte fassen soll. Der Trailer ist nichts sagend und reisserisch: voller Action-Szenen. In Wirklichkeit verbirgt sich hinter Hesher jedoch ein "Feel good"-Movie à la "Little Miss Sunshine". Doch mit einer Prise mehr Sex, Drugs and Rock´n Roll. Das Highlight ist natürlich der titelgebende Held Hesher. Der von Joseph Gordon Levitt verkörperte Großstadt Tarzan weiß durch seine Irrwitzigen Metaphern und seiner engstirnigen Meinung durchaus zu unterhalten und bringt den Zuschauer sicherlich mehr als nur ein wenig zum Lachen. Zur Seite stehen ihm Darsteller wie Natalie Portman als glückslose Supermarkt Angestellte und Rainn Wilson als depressiver Vater von T.J. Alles in allem ein Ensemble, dass sich sehen lassen kann.

Die Lehre der Menschlichkeit

Der Film hebt sich durch sein Wechselbad der Gefühle hervor: Die dauerhaft depressive und traurige Stimmung wird immer wieder durch kleinere und größere Jokes aufgelockert und so lernt man die einzelnen Charaktere in allen ihren Facetten kennen und lieben. Man muss sich aber darauf einlassen können – "Hesher" ist keinesfalls ein Film für zwischendurch. Wenn man sich nicht enstsprechend auf den Film konzentrieren kann, könnte es passieren, dass einem kleine Details des Filmes entfallen. Insbesondere die herrlichen Dialoge zwischen Hesher und seinen Mitmenschen, die so gnadenlos grotesk und andersartig sind, dass man gar nicht anders kann als diesen langhaarigen Mann zu lieben.

"Hesher Trailer"

Christopher

Fazit:

"Hesher" ist wieder mal ein kleiner Geheimtipp meinerseits. Humorvoll, traurig, merkwürdig und vor allem schön gestaltet sich dieses Stück Film und weiß vor allem durch die Charaktere zu unterhalten. Wer nach dem Trailer einen Action-Blockbuster oder sonstiges erwartet ist schief gewickelt: "Hesher" bleibt die meiste Zeit über ruhig, wird aber dennoch zu keinem Zeitpunkt langweilig. Ich empfehle zum Genuss dieses Filmes: Die Liebste oder den Liebsten, Popcorn, Bier, gedimmtes Licht und eine schöne Kuscheldecke. Je nach Person vielleicht eine Packung Taschentücher. Ich wünsche angenehmen Filmgenuss.

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