Review

Livid - Das Blut der Ballerinas (2011)

Produktionsland: Frankreich | Genre: Drama/ Horror/ Fantasy | Altersfreigabe: FSK 18

Das Arbeit nicht immer Spaß macht weiß jeder, doch wie man ein 10 tägiges Praktikum zum wahr gewordenen Horrorerlebnis macht, das wissen nur die wenigsten. Lucie hat dazu wohl ihr ganz eigenes Rezept gefunden. Denn als das junge Mädchen sich gerade mal einen Tag lang in der Tätigkeit als Altenpflegerin bewiesen hat, nimmt der Schrecken auch schon seinen Lauf: Eine ihrer ältesten Patientinnen liegt in einem scheinbar nicht enden wollenden Koma, einsam und allein vegetiert das wohlhabende Mütterchen in ihrer Villa vor sich hin. Es wird von einem Schatz gemunkelt, der sich auf dem Grundstück der Mademoiselle befinden soll. Einziger Harken an der Sache: Der Schlüssel zum begehrenswerten Reichtum befindet sich an einer Kette, die um den Hals der schrumpeligen Hausherrin geschlungen ist. Ein Bier und eine Menge jugendlicher Leichtsinn bringen den Stein ins Rollen: geblendet von Träumereien, macht Lucie sich mit zwei männlichen Begleitern auf den Weg ihr Leben für immer zu ändern. Doch manche Türen sind dazu bestimmt nie wieder geöffnet zu werden.

Kein Horror Quickie

Seit mehreren Jahren schon schaffen es die Franzosen mit ihren Filmen das Horror Genre zu bereichern. Dabei gestaltet sich das Bild unkonventionell, intelligent und gnadenlos. Filme wie "Inside", "Martyrs" oder "Them" konnten bereits vor mehreren Jahren den einen oder anderen Horrorfan verzücken. Die Amerikaner verpflichteten sogar einen der Besten seines Fachs: Alexandre Aja. Dieser konnte sich dort mit Filmen wie "The Hills have Eyes" oder dem "Piranhas" Remake einen Namen machen. Doch genug von dem Fanboy Getue: "Livid - Das Blut der Ballerinas" kann sich, wie die zuvor genannten Filme, durch eine ganze Menge Kreativität und Andersartigkeit gegen so manch einen Ami Grusel-Blockbuster beweisen. Ganz besonders die Unvorhersehbarkeit und der Spannungsaufbau können hier Punkten. Abheben tut sich "Livid" jedoch durch seine Erzählweise: In der einen Sekunde denkt man noch man schaut einen astreinen Splatter-Film und im nächsten Moment wird man mit  märchenhaften Strutkuren konfrontiert, die zwischen Grauen und Schönheit gleichzeitig abstossend und anziehend wirken können. Ganz durchsichtig bleibt das Geschehen dabei auch nicht. An manch einer Stelle wird die graue Masse dann doch noch benötigt und selbst dann kann es noch sein, dass das eine oder andere Rätsel für den Zuschauer offen bleibt. Das ist ein Pluspunkt für den Film, denn welches Genre hat so viele Filme, die schnell in Vergessenheit geraten, wie das Horror-Genre?

Wer sich jetzt den ganzen Artikel über gefragt hat: "Was hat das alles mit Ballerinas zu tun?!" Dem muss ich sagen: "Finde es am besten selbst heraus." Das macht auch am meisten Spaß.

Trailer

Christopher

Fazit:

Schaurig schönes Horrormärchen, das mit der einen oder anderen Kopfnuss aufwartet und den Zuschauer aus der Passivität reißt. Hier wird einem mal wieder gezeigt, dass Gewalt allein einen Film nicht tragen kann. Fans von etwas andersartiger Gruselkost sollten einen Blick auf "Livid" wagen. Ich kann nur für mich sagen, dass ich einmal wieder davon überzeugt wurde, dass die Franzosen die Horrorkrone auf dem Haupt tragen. Vive la france!

Alle Rechte vorbehalten.
Die Copyrights von Ton- und Bildmaterial liegen bei den jeweiligen Verleihern, Verlagen, Labels, Studios und Künstlern.