Review

Trigun: Badland Rumble (2010)

Genre: Action-Komödie | Produktionsland: Japan | FSK: ab 12 | Erhältlich: DVD & Blu-Ray

Wie setzt man eine 26-teilige Animeserie mit einem runden Ende fort? Am besten gar nicht. Das dachten sich jedenfalls die Verantwortlichen vom Studio Madhouse und bescherten den Fans von „Vash the Stempede“ ein 90-minütiges Wiedersehen, das parallel zur Handlung der Serie stattfindet.

Vor 20 Jahren

Als der gefürchtete Bankräuber Gasback wieder einmal einen ganz großen Coup gelandet hat und dabei ist, den Tresor einer Bank leerzuräumen, verraten ihn seine Komplizen. Doch bevor es ihnen gelingt, den berüchtigten Halunken niederzuschießen, ist es jener Vash the Stempede, auf den $$ 60.000.000.000 ausgesetzt sind, weil es heißt, dass er allein die Millionenmetropole July ausgelöscht und einen Krater in den Mond geschossen hat, der Gasback rettet. Gleichzeitig aber ermöglicht Vash Gasbacks Verrätern die Flucht, so dass zwanzig Jahre lang eine Rechnung offen steht – bis heute.

Auf dem Weg nach „Macca City“, wo einer von Gasbacks ehemaligen Komplizen mittlerweile der Bürgermeister ist, trifft Vash auf die hübsche Kopfgeldjägerin Amelia. Der Tod ihrer Mutter scheint, in irgendeiner Verbindung zu Gasback zu stehen, weshalb sie dem Ganoven auf der Spur ist. Ebenso wie viele weitere Kopfgeldjäger, die es spitzbekommen haben, dass Gasback diese Stadt auf seinem Rachefeldzug alsbald aufsuchen wird. Auch würde Amelia sich allzu gern jenen Kerl vorknöpfen, der Gasback einst geholfen hat.

Und keine Sorge, ich werde dich nicht betatschen… das hebe ich mir für später auf :D

Nicht selten stehen abendfüllende Filme weit im Schatten ihrer Serien-Brüder. Der Flair ist nicht derselbe, wegen der Spieldauer fehlen Details, die Handlung lässt diverse Charaktere vermissen oder verfälscht ihre Eigenschaften. Nicht so die erste (und hoffentlich nicht letzte) Verfilmung von „Trigun“.  Vash the Stampede, die beiden Vertreterinnen der Bernadelly-Versicherung, Meryl Stryfe und Milly Thompson, und sogar James D. Wolfwood, alle sind mit von der Partie – sehr lobenswert dabei ist, dass sie alle dieselben deutschen Stimmen verliehen bekommen haben, die man von der Seriensynchronisation von Panini bereits kennt. Vielen Dank, Kazé!

Gleiches gilt für weitere Stärken der Serie: So ist die Handlung von „Trigun: Badland Rumble“ ebenfalls ein gelungener Mix aus witzigen Dialogen, Slapstick-Einlagen, melancholischen Momenten und natürlich actiongeladenen Szenen. Vash, der Mann, der für Liebe und Frieden in der rauen Wüstenwelt kämpft, mimt stets den tölpelhaften Tollpatsch, der, ähnlich wie Ryo Saeba von „City Hunter“, ein unverschämter Schürzenjäger ist, zwar immer wieder bei den Damen abblitzt, in brenzligen Situationen aber seine scheinbar übermenschlichen Fähigkeiten mit dem Revolver unter Beweis stellt.

Und auch die musikalische Untermalung ist ebenfalls ganz wie beim „Original“,  so dass sich beim ruhigen Wildwestgeklampfe die typische Atmosphäre einstellt. Wo aber ist das Hauptthema von „Trigun“? Auch das fehlt nicht, setzt aber erst zum perfekten Zeitpunkt ein.

Optisch macht „Trigun: Badland Rumble“ einen großen Schritt nach vorn, was neben dem Filmformat nicht zuletzt auch der langen Pause von satten zwölf Jahren, zwischen Serie und Film, zu verdanken ist. Die wenigen CGI-Effekte wirken sehr homogen zum gezeichneten Material und sorgen für viel Leben auf dem Bildschirm.

Trailer

Benny

Fazit

Vorab habe ich nicht allzu viel von „Trigun: Badland Rumble“ erwartet, sogar mit einer verschlimmbesserten deutschen Synchro gerechnet, zum Glück aber wurde ich eines Besseren belehrt. Ich fühlte mich gleich wieder heimisch im Sci-Fi-Western-Setting von „Trigun“. Lachen musste ich bei der sehr interessant inszenierten Handlung nicht nur einmal, so dass ich mich unterm Strich wirklich darüber gefreut habe, altbekannte Anime-Gesichter wiedergesehen zu haben und nun würde ich mich über eine weitere „Fortsetzung“ freuen.

Wertung: 8.6

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