Review

Dungeon Village

Genre: Wirtschaftsimulation/RPG-Elemente | Entwickler: Kairosoft | Plattform: iOS/Android

Auch wenn ich mein Nexus 7 nicht zwingend als Spielgerät sehe, so muss ich zugeben, dass es für die eine oder andere kurzweilige Lean-back-Spielerfahrung scheinbar doch ein paar Schmankerl gibt. Letztens hat mich die pixelige Wirtschaftssimulation "Dungeon Village" auf einer langen Zugfahrt ans Meer ziemlich gut in seinen Bann gezogen. Äußert sympathisch an der ganzen Sache finde ich, dass man hier in die Rolle der Händler in alten Rollenspielen schlüpft, statt selber in Dungeons auf Monsterjagd zu gehen.

Der optimale Flow

Ähnlich wie schon damals bei "Tetris" haben sich regelmäßig die Spiele als besonders guter Zeitvertreib oder -Fresser herausgestellt, welche einen guten Flow erzeugen. Dabei gilt es natürlich, den Spieler durchgehend weder zu unter-, ebenso wie überfordern. Genau diese Balance meistert dieses Spiel mit Bravur.

In "Dungeon Village" seid Ihr der Bürgermeister eures Dorfes. Euer Ziel ist es, Abenteurer in Eure Gaststätten, Waffen- und Rüstungsläden zu locken und sie auf Monsterjagd zu schicken. Wenn Ihr alles richtig anstellt, so wächst Euer Dorf und wird um zahlreiche Angebote wie Magieschulen, Restaurants, ein Zirkus oder sogar Eigentumshäuser für eure Abenteurer erweitert. Dabei gilt es stets, einen guten Profit zu erwirtschaften und die Popularität der wachsenden Stadt zu steigern, um noch mehr Abenteuerlustige anzulocken. Durch bestimmte Veranstaltungen wie ein Barbecue oder ein Konzert lassen sich die Werte Eurer Besucher verbessern, ebenso wie durch die Ausrüstung, welche die Abenteurer in Dungeons erwirtschaften oder von Euch zusammengebraut und -gebaut wird. Geschenke und Medaillen helfen die kleinen niedlichen Helden an Euch zu binden und eine schöne Gemeinschaft aufzubauen.

Der Stil ist ziemlich niedlich gehalten: Retro-Fans werden sich über die Pixel-Landschaft freuen und es macht Spaß neue niedliche Monster zu entdecken oder sich die witzigen Animationen der kleinen Abenteurer anzuschauen. Besonders putzig sieht das aus, wenn einer der Helden im Kampf gefallen und "müde" ist, und ein anderer ihn ins Dorf trägt, wo er sich erholen kann. Leider bleiben die Events nichts weiter als ein jeweils kleines Bild, womit wir also was die Abwechslung in den Animationen angeht, nicht zuviel erwarten dürfen. Was etwas schade ist: Es gibt zwar Jahreszeiten, doch werden diese optisch nicht angepasst.

Ebenso viel Zeit wie auf dem Übersichtsscreen verbringt Ihr übrigens im Menü: Es liegt in der Natur der Sache, in einem Wirtschaftsspiel die Zahlen im Auge zu behalten und das Management durch Menüelemente zu steuern.

Screens

Trailer

Piet

Fazit

Ich bin doch immer wieder erstaunt, wie man nach Jahren, in denen man bestimmte Genre ignoriert, irgendwann eben jenes für sich entdecken kann. Klar, habe ich damals auch ein "Sim City" verschlungen, aber so ziemlich alles in der Richtung schreckte mich danach ab. "Dungeon Village" habe ich spontan ausprobiert, weil es das Spiel bei einer Aktion für 25 Cent gab – und nun wurde ich positiv überrascht. Die Mischung aus dem niedlichen Charme, dem coolen Pixelstil und dem recht ausgewogenen Flow, machen dieses Spiel für mich zu einem gelungenen Zeitvertreib auf dem Tablet-PC, auch wenn die Langzeit-Motivation ein wenig eingeschränkt ist. Dafür kostet es aber mit seinen cirka drei Euros nicht so viel und funktioniert unter Android oder auch iOS - sei es auf eurem Tablet oder Smartphone. Und jetzt schaue ich mir mal dieses "Game Dev Story" von den Machern an!

Wertung: 8.0 von 10

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