Review

Dead or Alive 5

Genre: Beat em up | Erhältlich für: PlayStation 3 und X-Box 360

Dead or Alive 5 aus Sicht eines Serien-Neueinsteigers.

Über die letzten Jahre habe ich mich eigentlich mit so jedem aktuellen Prügelspiel beschäftigt. Die Highlights waren für mich wohl das überarbeitete Street Fighter IV und Virtua Fighter 5, wogegen ein Mortal Kombat oder ein Soul Calibur 5 weniger meinen Geschmack getroffen haben. Inzwischen hat man eine ganz schöne Auswahl, so können Hardcore Prügler sich in komplexe Kampfsystem wie die von BlazBlue einarbeiten, realistische Simulationen wie in Fight Night 4 erlernen oder sich in guter alter Arcade-Manier durch Tekken schlagen.

Zuletzt erschien nun auch endlich ein neuer Nachfolger der Serie "Dead or Alive", welche mir der Kollege Benny schon seit Jahren ans Herz legen wollte. Viele Reviews da draußen fallen recht kritisch aus: Zu wenige Neuerungen, zu schwache Technik und eine uninteressante Story werden angekreidet. Ich hab mir alles angeschaut und bin doch eher sehr positiv überrascht.

Das Kampfsystem - Neulinge und Profis sind willkommen

Die "Dead or Alive"-Serie hat sich ein wenig aus der "Virtua Fighter"-Reihe entwickelt, das merkt man ihr an. Weder Feuerbälle, noch großartige Gefechte in der Luft sieht man hier, dafür fällt aber alles recht combolastig aus und die Geschwindigkeit ist im Vergleich zu anderen Titeln sehr hoch angesetzt. Das Alleinstellungsmerkmal wird das "Stein, Schere, Papier" ähnliche Verhalten zwischen Angriffen, Griffen und Würfen sein. Allein der Einsatz der Griffe hat es mir besonders angetan: Konter geneigte Spieler bekommen hier allerlei Möglichkeiten, wie sich selbst im "Stun" (wenn der Kämpfer sonst nicht reagieren kann) aus einer Combo rausgreifen. Dennoch bietet "Dead or Alive", trotz System mit großer Tiefe, wenig Hürden für neue Spieler. So hat sich ein Kumpel-Abend mit Neulingen oder das heimische Duell mit meiner Freundin als sehr frustfrei (für beide Seiten) herausgestellt. Irgendwo las ich die Bezeichnung "Fun-Prügler", nun, ich denke, ich weiß jetzt, was damit gemeint ist. Ein besonderes Bon Bon ist auch die Option, das Spiel auf "Casual" oder "Pro" einzustellen, da ich es doch lieber etwas klassischer mag.

Nette Optik, klassisches Gameplay

Was Eye-Candy angeht, so belohnen uns Team Ninja mit sehr schönen Animationen und viel Action. Zwar kommen die Hintergründe nicht ganz an die sowohl technische, wie auch artistische Qualität anderer Spiele heran, bieten aber dafür jede Menge Platz und Interaktion, um den Duellen die nötige Abwechslung zu bringen. Das Highlight sind wohl neben den Animationen dann die Charaktermodelle: Anfangs war ich zwar noch etwas skeptisch, aber letztendlich bin ich mittlerweile ein großer Freund der "Dead or Alive"-Kämpfer (Dummerweise hatte ich mir einmal den dämlichen Film angeschaut und hatte vorab kein gutes Bild der Charaktere bekommen...). Natürlich fällt eine besondere Detailverliebtheit bei den weiblichen Personen mitsamt ihrer Proportionen und Rundungen auf, aber zwischen der großen Auswahl dürfte jeder seinen Favoriten finden. Dass drei "Virtua Fighter"-Charaktere dazu gekommen sind, hat mich zudem auch sehr gefreut, auch wenn sie nur alte Stimmsamples benutzen durften.

Allerlei Modi im Gepäck

Ich verbringe auch gerne viel Zeit mit Prügelspielen im Singleplayer Modus, so freue ich mich hier besonders über einen Storymodus, welcher zwar als langes Tutorial mit sich selbst nicht ganz ernst nehmender Geschichte anzusehen ist, aber letztendlich ein schöner Mehrwert neben den typischen Modi "Arcade", "Time Attack" oder "Survival" bietet. Gerade in letzteren wird man durch das Kostüme-Farmen dazu animiert, sich mit allen Kämpfern eine Zeit lang auszutoben. Für besonders Hartgesottene gibt es sogar sehr seltene Kostüme, die im schwierigsten Modus überleben. Ob ich das noch irgendwann hinkriege?

Online mit Problemen und leider langweiliger Soundtrack

Natürlich fehlt es auch nicht an einem Online-Modus. Dieser ist meiner Erfahrung nach gut konzipiert, bietet Anreiz auf Titel-Sammelei, Ranglisten-Kämpfe und Turniere, zickt aber gerne dank Lags herum und führt zu einem unschönen Kratzer im sonst sehr ausgewogenen Paket. Wenn wir schon bei den kleinen Enttäuschungen sind: Was den Soundtrack angeht, so habe ich ehrlich gesagt schon etwas mehr erwartet. Weder Ohrwürmer, noch druckvolle moderne oder wenigstens interessante Musik begleitet die actiongeladenen Kämpfe. Street Fighter IV hat (bis auf das japanische Titellied) gezeigt, wie motivierend das sein kann. Etwas muss man allerdings akustisch loben: Japanophile können das Spiel auch auf die japanische Sprachausgabe stellen.

Trailer

Piet

Fazit

So denn, ich hab endlich einen neuen Prügler. Nach einer gewissen Übersättigung hat es "Dead or Alive 5" geschafft, mich wieder ins Boot der Prügelspiele zurückzuholen. Ein angenehm frischer Wind weht nun durch mein Spieleregal. Ich kann nicht für langjährige DoA-Spieler sprechen, aber als Neuling wurde ich positiv überrascht und halte einige Kritikpunkte, die man in der Presse liest für etwas übertrieben. Natürlich könnte das ganze Spiel technisch noch ausgefallener sein, vielleicht fehlt da irgendein Element, mit der sich die Reihe neu erfindet... nun ich bin nicht die Presse, sondern ein großer Fan von Prügelspielen und ich erweitere hiermit auch gerne meine Auswahl. Je nach dem, wie lange mich das Spiel beschäftigt, sehe ich hierin sogar meine Überraschung des Jahres. Also hiermit gebe ich Euch einen Ruck, schaut es Euch an!

Wertung: 8.8

(In your Face, 4players!)

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