Filmtipp

Battlefield Baseball (2003)

Originaltitel: Jigoku Kōshien | Produktionsland: Japan | Genre: Sport/Martil-Arts/Trash | FSK: ab 16

Ihr könnt mit Baseball nicht so richtig etwas anfangen? Nun, ich ebenso wenig. Den japanischen Trashfilm "Battlefield Baseball" solltet Ihr Euch allerdings vielleicht doch etwas näher anschauen, denn er schafft es, in seinen 87 Minuten eine Geschichte um das Thema Baseball zu erzählen, ohne ernsthaft ein richtiges Baseballspiel zu zeigen. Stattdessen hauen Euch die Macher jede Menge platter Witze, fast schon Referenz-Overacting und bekloppte, blutige Kämpfe gegen Baseball-Zombies um die Ohren.

Jubeh Baseball, der Held der Seido High School

Basierend auf dem Manga Gatarō Man, erzählen die Macher die Geschichte um Neuling "Jubeh Baseball", welcher einen schwachen Schüler und Mitglied der Seido High School-Mannschaft vor Punks rettet. Die Schule hat nämlich kein herausragendes Team aber dafür einen gefürchteten Gegner: Die Gedo Highschool, welche scheinbar nur aus Zombie-Schülern besteht, die ziemlich hart (und tödlich!) vorgehen. Jubeh, welcher sich geschworen hatte, nie wieder Baseball zu spielen, weil er mit einem Ball versehentlich seinen Vater getötet hat (Was zum...?), ist jedenfalls ein sehr talentierter Kämpfer und Spieler, der beim Schulleiter Hoffnungen weckt, eine Chance zu haben.

Dem Film sieht man seine Manga-Ursprünge deutlich an der Machart an: Es gibt praktisch gar keinen Realismus, die Physik ist völlig daneben und die Geschichte ist voller Anschlussfehler (Teils scheinbar auch gewollt?). So ziemlich nichts an diesem Film hier wirkt gekonnt. Weder gute Effekte, noch gute Witze erwarten den Zuschauer. Ich kann nicht ein mal wirklich sagen, ob die Macher es nicht besser können, oder ob sie nur augenzwinkernd den Film an gefühlten zwei Wochenenden in einer Schule gedreht haben, ohne auch nur ein Stück davon ernst zu nehmen. Inhaltlich könnte es kaum mehr Banane sein, wenn man sich zwischen Hammer schwingenden Omis, Zombies mit einem Make Up auf Schultheater-Niveau, oder völlig unpassenden Gesangseinlagen irgendwann ernsthaft fragt, was sich die Japaner hier gedacht haben.

Ein waschechter Must-See für Trash-Liebhaber

Aber ganz ehrlich? Ich habe selten so gelacht in letzter Zeit. Die Einen werden bestimmt nur fassungslos den Kopf schütteln können, Trash-Liebhaber werden sich allerdings köstlich amüsieren. Da geht ja teilweise so ein Nonsens vor sich: Eine Rolle wird z.B. insgesamt von drei Schauspielern gespielt, welche nur durch ihre blond gefärbten Haare zugeordnet werden könne. Ich mein, wo gibt's denn so was? Die große Stärke des Films findet man übrigens in ihren Nebenrollen: Zwischen dem Schulleiter und einem Oberlehrer mit Nippel-Jetpack, einem Cyborg-Schüler dem Cowboy-Outfit tragenden Trainer der Zombie-Mannschaft oder einem Obdachlosen mit Hund, welcher immer wieder im Hintergrund auftaucht, gibt es jederzeit etwas zu lachen.

Am Ende des Films habe ich weder was gelernt, noch im Ansatz ein großes Gefühlsspektrum durchlebt, geschweige denn irgendwie verstanden, wieso ein Film aus dem Jahre 2003 so alt und billig aussehen kann. Mein Leben wird sich durch "Battlefield Baseball" nicht verändern, aber was bitte erwartet man für einen 3 Euro Film? Für einen witzigen Couch-Abend mit Freunden eignet sich dieser abgedrehte Streifen ziemlich gut.

Trailer

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