Review

Angel Beats!

Produktionsland: Japan | Genre: Mystery-Drama | Staffeln: 1 (13 +1 Episoden)

Was der Sinn des Lebens ist? Eine abgedroschene Frage… Viel interessanter wäre doch der Sinn des Todes. Man geht zur Schule, findet Freunde, gründet eine Familie. Man tut alles, um seine Existenz aufzubauen, die irgendwann unwiederbringlich endet. Soll man das akzeptieren, wenn die Stunde gekommen ist? Oder sollte man gegen Gottes Urteil rebellieren?

Der Kampf gegen Gott und die (Toten-)Welt

Als Yuzuru Otonashi mit Gedächtnisverlust auf dem harten Steinboden eines unbekannten Schulhofes aufwacht, kauert vor ihm bereits Yuri Nakamura, ein fremdes Mädchen, das mit einem Scharfschützengewehr ein anderes Mädchen in der Ferne anvisiert. Yuri bietet Otonashi die Mitgliedschaft in der „Sterben-ist-schrecklich-Front“ an, die gegen das Schicksal aller ankämpft, die in die Welt zwischen den Lebenden und der Toten gelangt sind. Weiter erzählt sie ihm, dass alle, die an diesem Ort ein geordnetes Dasein fristen, gänzlich von Gott ausgelöscht werden. Nur der Kampf gegen die Engel kann sie davor bewahren – Yuri deutet auf jenes ausdruckslose Mädchen in der Ferne.

Otonashi kann Yuris Worten kaum Glauben schenken. Schließlich rappelt er sich auf, um mit dem Engel zu reden. Auch sie versucht ihm zu erklären, dass in dieser Welt alle Menschen tot sind und hier niemand wirklich sterben könne, so dass Otonashi verärgert einen Beweis fordert, der nicht lange auf sich warten lässt. Der Engel lässt eine Klinge aus dem Nichts erscheinen und sticht Otonashi brutal nieder. Als er im Krankenzimmer aufwacht, dauert es nicht lange, bis er sich dafür entschließt, der „Sterben-ist-schrecklich-Front“ beizutreten, um gegen sein Verschwinden anzukämpfen.

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Ein Wechselbad der Gefühle

Der mystische Auftakt von „Angel Beats“ sorgt für Spannung und fesselt mit seiner rätselhaften Atmosphäre über alle 13 Episoden hinweg. Wendungen machen die Handlung unvorhersehbar, während sich die traurigen Schicksale der einzelnen Charaktere, die sie zu Lebzeiten akzeptieren mussten, nacheinander offenbaren und wie auch das eindrucksvolle Ende den Zuschauer berühren. Damit dieser Anime nicht zu einem einfachen Drama verkommt, lockern gut inszenierte Action-Szenen die einzelnen Folgen auf, in denen sich die Mitglieder der „Sterben-ist-schrecklich-Front“ gegen die Gesetze der Zwischenwelt auflehnen. Unterstützt werden die rebellischen Aktionen von der clubeigenen Rockband, um die NSC-Schüler, namenlose „Nichtspielercharaktere“, abzulenken, damit die jeweilige Operation während all des Chaos glückt. Der abwechslungsreiche Humor, der von Trocken bis Schwarz reicht, ist stets amüsant – ich musste in manchen Szenen Tränen lachen.

Nicht zuletzt wirft „Angel Beats“ diverse philosophische Fragen auf, ohne zu viele Antworten zu liefern, so dass der Zuschauer auch nach dem Ende über die Serie nachdenkt und den einen oder anderen Gedanken über den Anime hinaus mitnimmt.

Trailer

(Die Serie ist mit deutscher Synchronisation erhältlich!)

Benny

Fazit

Wenn ich „Angel Beats“ mit wenigen Worten erklären müsste, dann würde  ich diesen Anime wie folgt definieren: Ein interessanter Mix aus einer actionreichen Variante von „Haibane Renmei“, mit einem Hauch „Highschool of the Dead“ und einem Quäntchen „K-On“. Dabei aber völlig eigenständig, ohne dass sich die Serie tatsächlich von den Ideen der genannten Titeln bedient hätte. Wer etwas für Mysterien übrig hat wie ich, emotionale wie philosophische Handlungen schätzt und Animes nicht gänzlich abgeneigt ist, der zumindest einen Blick auf „Angel Beats“ werfen.

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Wertung: 8.7

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