Review

XG III - Extreme G Racing

Entwickler: Acclaim | Genre: Future-Racer | Plattformen: GameCube / PlayStation 2 | USK: ab 6

Hach, der GameCube. Zehn Jahre hat er nun schon auf dem Buckel. Und neben den „Resident Evil“-Teilen, wegen denen ich den (schwarzen) Würfel überhaupt (pünktlich zum Release) gekauft habe, befinden sich heute nur noch vereinzelte Cube-Spiele in meiner Sammlung. Darunter auch der Launch- und Nischentitel „Extreme G3“, den ich seit längerem mal wieder entstaubt und angeschmissen habe.

Ab durch die Schallmauer

Es brauchte keine einzige Rennrunde, bis ich erstaunt feststellte, dass „Extreme G3“ auch heute noch richtig fetzt und verdient zu meinen Allzeit-Lieblings-„Future Racern“ gehört – neben „Deathkarz“ und „pod – Planet of Death“. Ohne Umschweife nahm ich mit dem Controller virtuell auf einem der futuristischen Motorräder Platz, um mit einem Affenzahn über Sci-Fi-Strecken zu brettern.

Mit einer anfänglichen Spitzengeschwindigkeit von 400 km/h lernt man zunächst minder gemächlich die neun verschiedenen Pisten kennen. Bekommt schnell ein gutes Gefühl für die Bremsklappen, mit denen man im Stil von „WipeOut“ die Distanz zur Streckenbegrenzung per Schultertasten wahrt und gekonnt die Ideallinie in der Kurven hält. Auch entdeckt man schnell jene Streckenabschnitte, in denen man den Turboboost optimal ausnutzen kann, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Der Turboboost ist übrigens ein zweischneidiges Schwert: Zum einen gewährt er einen ordentlichen km/h-Überschuss, zum anderen zehrt er von der Schildenergie, die, wenn sie erschöpft ist, zum vorzeitigen Ausscheiden führt.

Von Liga zu Liga zieht die Schwierigkeitsschraube fester an. Neue Motorenklassen hieven die Geschwindigkeiten zusehends über die 700 km/h-Marke, ohne den Einsatz des Turboboosts, und ermöglichen alsbald den wirklich klasse umgesetzten Durchbruch der Schallmauer: Nach einem lauten Knall verstummt der Motorensound, während der Fahrtwind an einem vorbeisaust und eine weibliche Stimme eindringlich den Zustand des Fahrzeugs kommentiert.  Durch die enorme Geschwindigkeit wirken die eingangs breiten Strecken immer schmaler. Gegner erhalten Zugriff auf Waffen. Die Gefährlichste unter ihnen sind die „Bouncing Bennys Typ 22“, umherspringende Minen, die beim Treffer einerseits viel Schildenergie kosten, andererseits auch den Gegner abrupt abbremsen, so dass er wertvolle Zehntelsekunden verliert. Ich persönlich investiere die begrenzte, aber aufladbare Munition, in Kombination mit dem Heckblaster, für zusätzlichen Schub, da es sehr schwer ist, die Gegner bei den aberwitzigen Geschwindigkeiten überhaupt noch mit Raketen & Co. zu treffen.

Auch heute noch faszinierende Streckenführung

Es ist wohl der Wii zu schulden, dass „Extreme G3“ auch heute noch grafisch recht gut funktioniert, ließ sie die letzte Konsolengeneration schließlich nicht einfach so in Vergessenheit geraten. Es mangelt zwar etwas an der Vielzahl an dargestellten Objekten, auch ist das mehr oder weniger starke Kantenflimmern vorhanden. Nichtsdestotrotz konnte „Extreme G3“ damals schon mit ein paar hübschen Effekten auftrumpfen und mit einem abgefahrenen Streckendesign überzeugen.

Während hier und da Schnee und Regen die Sicht ins Bild peitschen und die Sicht einschränken, sind es die vielen steilen Berganfahrten, Loopings, Schrauben, Schanzen und Unterwasserröhren, die die Rennbahnen spielerisch, wie optisch stark voneinander unterscheiden und keine Langeweile aufkommen lassen. Hier könnten sich auch heutige Future-Racer eine ganz dicke Scheibe von "Extreme G3" abschneiden. Gäbe es überhaupt noch welche, denn leider steht dieses Genre vor dem unverdienten Aus.

Spieltrailer (PlayStation 2)

Benny

Das Ende der Future Racer?

So scheint es, denn nachdem das „WipeOut“-Entwicklerstudio Sony Liverpool (einstmals Psygnosis) geschlossen wurde, sind die Lichter in der futuristischen Rennspielsparte wohl gänzlich erloschen. Acclaim, der Entwickler von „Extreme G“ hatte bereits 2010 die Schotten dicht gemacht, Nintendo hat nach dem bockschweren „F-Zero GX“ scheinbar kein Interesse mehr an der Marke, und nach der mäßigen Fortsetzung von „pod – Planet of Death“ hat Ubisoft die Serie auch auf Eis gelegt. Zuletzt hielt sich mein persönliches Interesse an „WipeOut“, wie damals schon bei „F-Zero“ in Grenzen, da ich die Beschleunigungsfelder als überaus spaßbremsend emfpand und mir das Streckendesign auch nicht sonderlich viel bot. Wie dem auch sei… In Zukunft bleibt es Fans von Zukunfts-Racern lediglich übrig, vergangene Titel zu spielen, die allesamt mal schlecht, mal recht gealtert sind und das in Zukunft auch weiter werden.

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