Review

The Amazing Spider-Man - The Game

Entwickler: Beenox | Genre: Action-Adventure | Plattformen: PS3/X-Box 360/PC/WII/DS/3DS

Bei sommerlichen Temperaturen saßen wir dieses Jahr bereits im Kino und berichteten Euch nach der Sichtung  von dem Reboot der Spider-Man-Saga. Neue Schauspieler, neue Origin-Geschichte und neue Feinde konnten den einen oder anderen Spidey-Fan wieder zurück in das Lichtspielhaus locken. Um dem geneigten Freund der Spinne gleich die volle Dröhnung Spider-Man geben zu können, ließ man im Hause Beenox die IP auf Basis des Neustarts entwickeln. Doch wer jetzt schon mit einer direkten Umsetzung des Filmes rechnet sei entwarnt: Beenox hatte die Erlaubnis bekommen, aus dem Spiel eine inoffizielle Fortsetzung von The Amazing Spider-Man zu kreieren. Erfahrungen hatten sie bereits in Hülle und Fülle, denn die Entwickler arbeiteten bereits an sage und schreibe sechs Spielen rund um den Wandkrabbler. Darunter Spider-Man: Shattered Dimensions und Spider-Man: Edge of Time. Doch im Gegensatz zu den genannten Spielen gibt uns Beenox nun das wieder, was wir uns seit Ewigkeiten gewünscht haben: Einen Spider-Man in einem frei begehbaren Manhattan!

Endlich wird wieder gesponnen

The Amazing Spider-Man setzt kurz nach den Ereignissen des gleichnamigen Hollywood Blockbusters ein. Peter Parkers Freundin Gwen Stacy arbeitet wieder in den Laboren von Oscorp, unter der Führung von Alistar Smythe, ein selbsternannter Weltverbesserer, der im geheimen die Experimente von Curt Connors, aka die Echse, fortführt. Smythe versucht menschliche DNA mit Tieren zu mischen, um das perfekte Wesen zu erschaffen. Das gefällt Peter natürlich überhaupt nicht und als er durch das Labor geht, reagieren plötzlich die Kreuzungen auf seine Anwesenheit, mit drastischer Gewalt. Die Mutanten brechen aus und das Gebäude wird hermetisch veriegelt. Ebenfalls gefangen: Peters Freundin Gwen! Doch das soll nicht das einzige Problem bleiben, denn eine Schar aus Robotern hat es auf alle gekreuzten Wesen abgesehen, inklusive unserer Lieblingsspinne und als die Bevölkerung von Manhattan mit einem Virus infiziert wird, hat die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft alle Hände voll zu tun.

Ebenso wie Ihr, denn wie bereits erwähnt, ist Euch als Spider-Man eine riesige freie Spielwiese zu Füßen gelegt. Ab der ersten Sekunde fühlt man sich in Manhattan heimisch, dass liegt vor allem an der intuitiven Steuerung. Mittels der rechten Schultertaste Eures Controllers spinnt Ihr die Netze, um durch die Häuserschluchten der Stadt zu schwingen, dabei ist es nicht mal nötig, dass sich das Netz tatsächlich mit etwas verbindet, wie beispielsweise einem Gebäude. Klingt zwar komisch, ist aber so.

Während Ihr Euch durch das virtuelle Manhattan schwingt, habt Ihr das Gefühl Spidey ganz nah zu sein, denn die Kamera bringt Euch näher an Euren Helden als je zuvor. Beinahe cinematisch manövriert Ihr die Spinne knapp an Wolkenkratzern und den viel befahrenen Straßen vorbei und das so intensiv, wie noch nie zuvor. Bei Euren kleinen Kletterausflügen habt Ihr  jederzeit eine kleine Karte in der rechten Bildecke, diese zeigt Euch Euer Hauptziel und eine Menge Nebenaufgaben an. Darunter sind Verfolgungsjagden von Kriminellen, die mit aufgemotzten Superschlitten durch die gegend Brettern, infizierte Mitbürger, die man in Krankenhäuser transportieren muss, so genannte "X-Treme"-Aufgaben, in denen Ihr schnellstmöglich einen vorgegebenen Parkour meistern sollt, Zivilisten die von kleinen Gaunern drangsaliert werden oder auch Fotografie Challenges, in denen Ihr Peter Parker typisch verschiedene vorgegebene Bilder von Tatorten und anderen Kuriositäten machen sollt. Besonders schön ist bei der Knipserei, dass es Hinweise auf bekannte Gegner sind, die Ihr im Spiel jedoch nicht antreffen werdet.

Screenshots

    

   

Spinne vs. Fledermaus

Dass das Adaptieren oder auch Übernehmen von Gameplay-Stücken öfter passiert, ist sicherlich nichts Neues mehr. Wieso auch nicht? Wenn sich ein Spiel gut verkauft, dem Spieler gefällt und sich die Mechaniken gut in das eigens erstellte Produkt einfügen, dann kann man da nicht viel mit falsch machen. So geschah es auch in dem neuesten Spidey-Abenteuer, denn sobald Ihr Euch Feinden nähert oder auf feindlichem Territorium befindet, verwandelt sich "The Amazing Spider-Man" ein Stück weit in das mehr als beliebte "Batman: Arkham City". In Konfrontationen mit Gegnern wird das bewährte Kampfsystem des Fledermaus-Mannes angewendet. Sprich, die Tastenbelegung wurde beinahe eins zu eins übernommen: Mit A springt Ihr über Euren Gegner, mit X schlagt Ihr so richtig schön zu, auf Y rollt Ihr Euch vom Gegner weg und auf B könnt Ihr, bei einem hohen Kombozähler, einen stylischen Spider-Man-Kampfmove aktivieren. Solltet Ihr direkte Kampfsituationen meiden wollen, und das sollte man bei einem entsprechenden Schwierigkeitsgrad auch tun, dann geht es in den Schleichmodus. Spinnenartig klettert Ihr so an den Decken herum und befördert mittels Knopfdruck die sich am Boden befindenden Gegner an die Decke.

Das macht Laune und ist auch nicht zu einfach ausgefallen. Leider ist hierbei die Kamera hin und wieder bockig, so dass häufiges Nachjustieren von Nöten ist. Von der gelegentlichen Orientierungslosigkeit mal abgesehen. Wie aber in den meisten Spielen geht das nach einiger Zeit mit dem Spiel gut von der Hand. Ihr werdet cirka sieben Stunden für das Hauptspiel benötigen, doch wenn Ihr Euch dazu entschliesst, auch die Nebenaufgaben zu lösen, werden daraus ganz fix 15 Stunden und mehr. Besonders dann, wenn man versucht, die 700 Comicseiten zu sammeln, die in ganz Manhattan verteilt sind. Doch selbst wenn man nicht daran interessiert ist, die Sidequests zu machen, besucht man doch immer wieder gerne das gut aussehende Manhattan.

Trailer

Christopher

Fazit:

Die Tage des Lizenzmülls sind noch nicht vollends gezählt, doch wie bereits mit "Batman: Arkham Asylum" und "-City" geht man auch mit "The Amazing Spider-Man" in eine gute Richtung. Das Spiel ist unterhaltsam und alles andere als schlecht. Die Langzeitmotivation könnte durch mehr Abwechslung noch ein wenig aufpoliert werden, aber ansonsten gibt es für mich kaum etwas zu beanstanden. Das Schwingen durch das beinahe detailgetreue Manhattan macht unheimlich viel Spaß und bringt Spider-Man zurück zu den Wurzeln, die man schon seit langer Zeit vermisst hat. Auch die durch den Entwickler Beenox neu gesponnene Story, welche nach dem Film spielt, wurde sehr gut eingebaut und fühlt sich gar nicht mal so schlecht an - auch wenn ich bezweifle, dass das Sequel des Filmes sich daran orientieren wird.

Ich hatte eine Menge Spaß mit "The Amazing Spider-Man" und werde diesen sicherlich noch das eine oder andere Mal haben, denn es gibt für mich noch eine Menge Comic-Seiten zu sammeln. Für Fans der Spinne oder guten Action Adventures ist "The Amazing Spider-Man" meiner Meinung nach genau das Richtige! Ein Blick lohnt sich!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Activision Deutschland für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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