Rückblick

Little Big Planet, ein Rückblick

Rückblick

Seitdem im Jahre 2008 das Jump 'n' Run "Little Big Planet" von Media Molecule auf die PlayStation Besitzer losgelassen wurde, kommt es neben dem zweiten Teil und einem PSP-Ableger jetzt zu einer Fortsetzung für die PlayStation Vita. Es ist vielleicht Zeit, einen kleinen Rückblick auf die Serie zu wagen.

Der erste Schritt des Sackjungen

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie der sogenannte "Sackboy" damals das Licht der Welt erblickte. Die Idee war schnell erzählt und im Internet freute man sich bereits auf das (fast) neuartige Konzept. Für PC-Spieler sind ausgefeilte Leveleditoren ja schon ewig keine Neuigkeit, bereits bei "Trackmania United" wurden unzählige Rennstrecken gebaut und online geteilt. Little Big Planet hatte aber den Anspruch, eine besonders breite Masse zu erreichen und mit einfachen Tools das erstellen eigener Levels, ja sogar Spiele, ganz ohne Programmier-Erfahrung zu ermöglichen. Wenn man sich die Anzahl der Community Levels anschaut, so könnte man meinen, dass dies den Entwicklern auch gelungen ist. Nachbauten von "Super Mario" oder gar ein kompletter Taschenrechner inkl. aller Schaltkreise boten schon eine fantastische Unterhaltung. Einige Levels gefielen den Entwickler so gut, dass sie die entsprechenden Level-Designer sogar bei sich fest eingestellt haben. "Little Big Planet"-Spiele haben einen besonderen Mehrwert: kein Spiel wandert auf lange Sicht regelmäßig in meine PlayStation, da man hier, ähnlich wie auf YouTube, eigentlich immer etwas Neues findet, gerade weil die Community einiges dafür tut, das Spiel am Leben zu erhalten. Das Basteln der Levels kann ebenso Stunden dauern und für lange Zeit begeistern, wenn denn dafür veranlagt ist.

Der Multiplayer-Aspekt war auch einigermaßen gelungen: Bis zu vier Spieler konnten sich vor (oder durch das Internet hinter) der Konsole versammeln und zusammen durch die Levels laufen. Wie in fast jeden Spielen dieser Art kam es natürlich auch zu einem gewissen Chaos, wenn die Spieler nicht alle das selbe Level an Erfahrung haben. Aber zwischen Gestik, Kostümen, Dekorieren, Rumschubsen und Schlagen entstand schon ein großer Spaß auf gemeinsamen Couch-Abenden. Zudem war es teilweise erst durch mehrere Spiele möglich, alle Preisblasen in den Levels zu holen, indem alle Spieler zusammenarbeiten und sich absprechen mussten.

Probleme mit der Steuerung

Eine fragwürdige Entscheidung in dem Spiel war jedoch die Tiefe in den Levels: Die Sackboys laufen nicht wie in typischen 2D Jump n' Runs auf einer Ebene, sondern können zwischen drei Ebenen wechseln. Das war schon immer ein großer Kritikpunkt, da der automatische und manuelle Wechsel für die meisten Spieler nur schwer nachvollziehbar war. Zudem springen die Sackboys nicht mit einer typischen Beschleunigung, sondern leider doch eher träge. Das macht das Timing nicht gerade leicht... "Trine" hat perfekt gezeigt, wie man physikbasierte Jump 'n' Runs richtig ausfeilt. Ich erinnere mich noch zu gut an meine Versuche, die Platin-Trophäe bei Teil 1 zu holen, allerdings schaffte ich nicht jedes Level, ohne den Sackboy sterben zu lassen - dafür ist die Steuerung einfach ein wenig zu ungenau.

Die PSP Version von Little Big Planet war ein wenig anders. Es gab nur zwei Hauptebenen, was die die kreativen Möglichkeiten gegenüber der PS3-Version geringfügig einschränkte. Allerdings hatte die PSP-Version komplett andere Story-Levels, und war somit nicht nur eine abgespeckte PS3-Version. Für den Multiplayer gab es ein witziges Feature: Via Ad-Hoc Modus ließen sich erstellte Levels  zwischen zwei PSPs (oder heute auch Vitas) hin- und herschicken. Aber abgesehen davon, war und ist es eher ein Singleplayer-Spiel.

Little Big Planet 2

Im zweiten Teil wurde es dann aber noch ausgefeilter: Plötzlich war der Editor in der Lage, auch andere Genre einfacher umzusetzen. Neue Werkzeuge wie der Enterhaken oder Handschuhe, mit denen man Objekte tragen und werfen kann, kamen auch noch hinzu. Ursprünglich war ja nur geplant, den ersten Teil zu erweitern, doch da es so viele Neuerungen gab, kam es zu einer ganzen Fortsetzung. Man kann Media Molecule wirklich nicht vorwerfen, sich nicht um ihr Spiel gekümmert zu haben.

Dank DLC kam es nicht nur zu witzigen, kostenlosen, aber auch überteuerten Kostüm-Packs, eine "Metal Gear Solid" Erweiterung bot das erste Mal eine Schusswaffe (Paintball-Pistole) und eine Move-Unterstützung und "LBP Prehistoric Moves" wurde auch nachgereicht. Witzig waren auch die Disney-DLCs "Piraten der Karibik" und "Muppets". Für jeweils 5,99 EUR bekam man hier nicht nur massig neue Materialien, Sticker, Dekos, Kostüme, Sounds, Musikstücke und Hintergründe, sondern auch Level, die wirklich liebevoll und detailreich gestaltet wurden. Als ein weiteres Update erwartet uns dann bald ein Einsatz der PS Vita als Controller via CrossPlay, mit dem man bereits einen guten Vorgeschmack auf ein Wii U Erlebnis bekommen wird. " type="application/x-shockwave-flash">bald ein Einsatz der PS Vita als Controller via CrossPlay, mit dem man bereits einen guten Vorgeschmack auf ein Wii U Erlebnis bekommen wird. " />

Coole Levels, weswegen LBP noch einmal in die Konsole wandern sollte

Viele haben vielleicht schon lange nicht mehr in LBP2 reingeschaut, deshalb gibt es von mir noch ein paar Level-Tipps:

Best Mortal Kombat Level ever! (hat eigentlich nichts mit den Videospielen zu tun, unbedingt im Multiplayer spielen!) http://lbp.me/v/-2sqjm

Richtig coole Action-RPGs gibt es vom User Felkroth

http://lbp.me/u/Felkroth/levels

Ein wahres Highlight war wohl die Zusammenarbeit aus dem NeoGAF-Forum (ein riesiges, berühmtes Videospiele-Forum):

Und das hier ist auch sehr schön:

Hansel & Gretelbot Trailer - Ein weiteres Community Project

Ansonsten lade ich Euch auch einfach direkt noch mal zum Stöbern am Rechner ein auf http://lbp.me/

Piet

Fazit

Sony hat einiges dafür getan, in dieser Generation neue Franchises zu etablieren, und mit "Little Big Planet" haben sie, auch wenn sich wegen der eigenwilligen Steuerung nicht jeder damit anfreunden möchte, es definitiv geschafft. In bestimmten Aktionen, wie nach der PSN Datenklau Wiedergutmachung, wurde der erste Teil auch verschenkt, der zweite Teil wurde an PlayStation+ Nutzer kostenlos abgegeben. Als PlayStation 3 Besitzer kam man eigentlich kaum um das Spiel rum. Zwar hat Sony mit dem Sackboy keinen neuen Mario erschaffen, aber wenn es einen Titel gibt, der Spieler ganz unterschiedlicher Erfahrungsstufen zusammenzubringt, ohne dabei als Casual Game ohne Tiefe durchzugehen, dann hat man hier keinen schlechten Job getan.

Auf der PS Vita erwartet unser CouchCastle-Team einen spannende Fortsetzung, auch wenn man hier ohne den lokalen Multiplayer auf einem Bildschirm nicht genau das selbe Spielgefühl, wie auf der Konsole erschaffen wird. Andererseits zeigten Titel wie "Uncharted: Golden Abyss", dass die neuen Steuerungseingaben ein neues Spielgefühl schaffen können - daher kann man sehr gespannt in die Zukunft von Little Big Planet blicken. Denn die kreativen Möglichkeiten wie Touchscreen, Reartouch, Kamera oder Neigungssensoren der PS Vita versprechen gute Ansätze. Das LBP-Universum wird also hoffentlich gut erweitert.

Zudem wird "Tearaway" von Media Molecule da wahrscheinlich noch einen Schritt weitergehen und zeigen, zu was das Team, abseits von Sackboy & Co, sonst noch so in der Lage ist.

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