Review

Die Frau in Schwarz (2012)

Produktionsland: UK | Genre: Drama/ Horror/ Thriller | Altersfreigabe: FSK 16

Das Leben von Arthur Kipps könnte nicht schwerer sein: Nachdem seine Frau bei der Geburt des gemeinsamen Sohnes stirbt, wird der junge Anwalt förmlich vom Pech verfolgt. Das Geld wird knapp und das Ansehen in der Kanzlei, für die er arbeitet, ist stark gesunken, seit er jeden ihm aufgetragenen Fall verloren hat. Die letzte Chance: Kipps soll den Nachlass von Alice Drabow bearbeiten. Die Papiere dazu befinden sich allerdings in dem gespentisch anmutenden "Eel Marsh Haus".

Nach diesem letzten Strohhalm greifend macht sich Arthur schweren Herzens auf den Weg in das überschaubare Dorf "Cryphin Gifford". Dort angekommen, wird Mr. Kipps jedoch nicht mit offenen Armen, sondern mit Feindseligkeit begrüßt. Aus irgendeinem Grund wollen die Einwohner den Anwalt zum Abreisen bewegen. Eingeschüchtert, doch wissend, in was für einer Lage er sich befindet, macht sich Arthur an die Arbeit. Das am Tag idyllisch anmutende Anwesen wird für Kipps sehr schnell zum Alptraum, denn sobald das "Eel Marsh Haus" in tiefes Schwarz gehüllt ist, treibt eine in Schwarz gekleidete Frau ihr Unwesen auf dem Gelände. Bereits in Angst versetzt  sterben auch noch die Kinder im Dorf auf mysteriöse Art und Weise. Langsam ahnt Arthur, warum ihn die Einwohner von "Cryphin Gifford" nicht willkommen heißen wollten.

No More Mr. Potter

Erst letztes Jahr sah man Daniel Radcliffe in dem epischen Ende der "Harry Potter" Filme. Bereits dieses Jahr ist er wieder auf der Leinwand und verkörpert den jungen Anwalt Arthur Kipps. Sehr positiv ist dabei hervorzuheben, dass man bei der schauspielerischen Leistung, die Radcliffe abliefert, nicht einmal an Harry Potter denken muss. Ganz im Gegenteil: Die Verkörperung des Arthur Kipps lässt alle Bezüge zu Harry Potter komplett verschwinden und zeigt auf, wie gut Daniel Radcliffe tatsächlich schauspielern kann. Ab der ersten Sekunde fiebert man mit dem Charakter mit, teilt seine Ängste und ist an seinem Wohlbefinden interessiert. Genauso gut erschreckt man sich auch mit ihm, trauert mit ihm und feiert jeden Schritt, den er beim Lösen des Mysteriums um das "Eel Marsh Haus" macht. Dabei geht nicht einmal die Spannung verloren. Der Film schafft es, seine dichte und beklemmende Atmosphäre konstant zu halten und treibt einen mit seinen gut platzierten Gruselszenen dazu, sich häufig nervös im Raum umzusehen.

Trailer

Christopher

Fazit:

Guter Grusel-Horror ist heutzutage nur noch sehr schwer zu finden. Das Genre selbst scheint immer mehr von den Kollegen Splatter und Slasher-Horror erstickt zu werden. Eine Bewegung, die schon seit einiger Zeit im Gange ist und mir selbst Bauchschmerzen bereitet. Man soll mich nicht falsch verstehen: ich mag Horror in all seinen vielfältigen Entwicklungen, doch wenn eine so wichtige Sparte auf der Strecke bleibt, sollte man sich besinnen und dem Genre wieder einen kleinen Stoss geben. Wenn ich etwas von "Die Frau in Schwarz" mitbekommen habe, dann ist es verdammt viel Gehänsehaut. Es ist wirklich Ewigkeiten her, seit ich bei einem Film so paranoid wurde, während ich alleine auf meiner Couch saß. Meiner Meinung nach sollte man diesen Film, als Grusel-Fan, nicht verpassen!

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