Review

Resistance: Burning Skies

Entwickler: Nihilistic Software | Genre: First Person-Shooter | Plattform: PS Vita | USK: ab 18

Es ist 1951. Über Wochen und Monate konnte die US Regierung der eigenen Bevölkerung die Geschehnisse in Asien und Europa vorenthalten. Die Chimera sind auf der Erde gelandet und führen eine groß angelegte Invasion durch. Menschen werden entführt und mit einem außerirdischen Virus infiziert, um aus ihnen willenlose Kämpfer zu machen. Tom Riley, ein Feuerwehrmann in New York, verheiratet und Vater einer Tochter, wird zu einem Brand in einem New Yorker Umspannwerk gerufen, als die Invasion auch in den USA beginnt.

Oh Atmosphäre, Where Art Thou?

Was mit einer stylischen Comic-Film-Sequenz vielversprechend beginnt und vor allem Fans der Resistance-Serie wichtige Puzzle-Teile für die Gesamt-Story der Serie liefert, lässt schon von der ersten Ingame-Sequenz und den Eindrücken des Levels eine ungute Ahnung aufkommen. Die Atmosphäre fehlt. Was Resistance auf der PS3 mit einem krönenden Resistance 3 stetig verbessert hat, bleibt bei "Burning Skies" leider auf der Strecke. Dabei sind es nicht nur die sterilen und leer wirkenden Schlauch-Levels, in denen alles fest und starr steht, oder die Tatsache, dass es in weiten Teilen des Spiels nichts weiter als die eigenen Schritte und Schußwechsel zu hören gibt. Es sind die kleinen Makel und Schönheitsfehler, die mich kurzzeitig aus dem Spielfluß reißen. Sei es meine KI-Begleiterin, die in einem Moment noch hinter mir läuft, dann aber plötzlich an der nächsten Ecke schon auf mich wartet, ohne mich überholt zu haben. Oder die Tatsache, dass es im ganzen Spiel keine durchsichtige Glasscheibe gibt. Eine dramatische Szene, in der ich eine auf Rettung hoffende Zivilistin befreie, wirkt ungewollt komisch, wenn die Gerettete eine Brille trägt, die durch komplett hellblau ausgemalte Gläser wie ein Faschingsaccessoire aussieht. Herumliegendes Werkzeug, dass nicht in 3D modelliert ist, sondern als flache Textur gemalt ist? Also bitte.

Und dann gibt es da diese wenigen Momente, die mich doch staunend haben verweilen lassen. Einzelnen kurzen Level-Abschnitten merkt man an, wie hier mit Liebe zum Detail modelliert wurde und es drängt sich förmlich die Frage auf, warum sich dieses Maß an Qualität nicht durch das ganze Spiel zieht. Insbesondere die Boss-Kämpfe haben mich beeindruckt und gefordert zugleich. Die Schwierigkeit erschien mir auf "Normal" insgesamt gut ausbalanciert, wobei die Gegner-KI eines einfachen Gemütes ist.

Ordentlicher Wumms und Fingerfertigkeit

Gut gelungen ist die Mischung aus altbekannten und neuen Waffen, die sich jeweils in zwei von sechs Kategorien durch den Einsatz von Grautechnologie verbessern lassen. Acht verschiedene Waffen gibt es, darunter natürlich die Bullseye oder der Karabiner, aber auch neue, wie die XYZ, die eine Armbrust mit einer Schrotflinte kombiniert. Alle Waffen verfügen über eine Sekundär-Funktion, die allesamt über das Touch-Display aktiviert werden. Klingt im ersten Moment schlimm, steuert sich aber nach kurzer Eingewöhnung unglaublich gut. So spannt man das Schutzschild des Bohrers dadurch auf, dass man mit beiden Daumen von der Mitte des Bildschirms nach außen wischt. Zur Zielerfassung der Bullseye fährt man mit dem Finger direkt auf einen Gegner, und die Granaten des Karabiner werden durch kurzes Halten an die Stelle, auf die der Finger zeigt, geschossen.

Screenshots

Unkomplizierte Online-Gaudi

Regelrecht überrascht hat mich der Mehrspieler-Part von Resistance: Burning Skies. Die Zahlen und Fakten lassen zunächst auf einen Multiplayer Light schließen, den man auch getrost hätte weglassen können. Gerade mal drei Spielmodi auf nur 6 unterschiedlichen Karten mit maximal 8 Spielern werden geboten. Zudem gibt es kein Clan-Support, nicht einmal Freunde können gezielt eingeladen werden. Das alles trat bei mir aber spontan in den Hintergrund, als ich mich im Gewusel einer Runde Team-Deathmatch wiederfand. Die unkomplizierte Action erinnerte mich spontan an den Spaß, den wir früher im LAN mit Doom und Konsorten hatten. Es ging so flott, ich musste es messen: Nur 30 Sekunden hat es gedauert, um vom Hauptmenü in eine 8 Spieler Partie mitten in die Action zu hüpfen. Neben Team-Deathmatch und normalem Deathmatch, jeweils wahlweise mit 4 oder 8 Spielern gibt es noch den sehr unterhaltsamen Überlebensmodus. 7 Menschen treten gegen einen Chimera an mit dem Ziel, 5 Minuten zu überleben. Wird ein Mensch von einem Chimera getroffen, wechselt er die Seite und macht ebenfalls Jagd auf die Menschen. Pro Abschuss und Spiel sammelt man Erfahrungspunkte und steigt in Stufen auf. Höhere Stufen schalten neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände frei, die für die erspielten Punkte gekauft werden können. Abgerundet wird das Mehrspieler-Erlebnis damit, dass Erfahrungs-Multiplikatoren über near verschickt und empfangen werden können.
Christian

Fazit

"Resistance: Burning Skies" beweist eindrucksvoll, wie sich die PS Vita für portable Ego-Shooter eignet. Die Kombination aus traditionellen Analogsticks und clever eingesetzten Touch-Controls steuert sich phantastisch und macht Lust auf mehr. Leider verpasst Nihilistic Software durch mittelprächtige Optik und fehlende Atmosphäre den Sprung unter die Top-Titel, dabei hätte das interessante Setting und die Story durchaus genug Potenzial geboten.

Wertung: 7.1

Wer beim Kauf noch am Zögern ist, kann alternativ versuchen bei unserem Gewinnspiel ein Exemplar zu ergattern.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Sony Computer Entertainment Deutschland für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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