Review

Madoka Magica

Produktionsland: Japan | Genre: Mystery-Drama | Staffeln: 1 (12 Episoden je 24 Min.)

Nur einmal angenommen, jemand würde Dir versprechen, dass er Dir durch Zauberkraft jeden Wunsch erfüllen könnte - was würdest Du Dir wünschen? Die beiden Grundschülerinnen Madoka Kaname und Sayaka Miki zögern, zumal nicht nur die Frage selbst aberwitzig klingt, die ihnen das katzenhafte Wesen Kyubey stellt, nein, auch die Gegenleistung ist alles andere als verlockend: Das bisher unbeschwerte Dasein aufgeben und, als Magical Girls rekrutiert, in den Kampf gegen finstere Hexen zu ziehen, tagein, tagaus, bis sie eines Tages in der Schlacht ihr Leben lassen. Aber das ist noch nicht einmal die ganze Wahrheit.

"Moe" für Erwachsene

Der Ersteindruck täuscht schnell. Denn während der kindliche Stil von „Madoka Magica“ entsprechende Unterhaltung vermuten lässt oder das Genre gar an die schrille „Sailor Moon“ erinnert, verbirgt sich hinter diesem Anime ein in zwölf Episoden knackig erzähltes Mystery-Drama, das von Beginn an einen faszinierenden Bannkreis aufbaut, aus dem sich der erwachsene Zuschauer bis zum Finale nur schwer lösen kann. Der Verzicht auf gewöhnliche Action ist erfreulich, die rätselhafte Atmosphäre dafür präsenter und umso dichter, während sich den beiden Mädchen eine völlig andere Weltansicht eröffnet, mit der sie die Mitschülerin Mami Tomoe vertraut macht.

Mami, die sich einen Jahrgang über Madoka und Sayaka befindet, hat ihren Wunsch bereits bei Kyubey eingelöst - überleben. Seit sie ihre Eltern bei einem tragischen Autounfall verloren hat und dem Tod selber nur dank des Paktes knapp entrinnen konnte, lebt sie in Einsamkeit. Sie ist herzensgut wie keine Andere, kein Wunder also, dass die Drei schnell Freundschaft schließen und Mami ihre neue Gesellschaft genießt. Im Prinzip weiß Mami recht wenig über ihr neues Leben, was sie aber weiß, gibt sie ihren beiden neuen Freundinnen gerne preis: Die sogenannten Hexen, bizarre Kreaturen, zehren in ihren Parallelwelten an der Lebenskraft der Menschen. Wird eine von ihnen besiegt, lässt sich mit ihrer Kraft der Seelenstein, den jedes Magical Girl erhält, auffüllen, ansonsten droht das Magical Girl selbst eine Hexe zu werden.

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Gut und Böse

Der ernste Grundton von „Madoka Magica“ überschattet stets die Handlung. Seien es die Sorgen der Charaktere um ihre Liebsten, für die sie sich aufopfern und zur Magical Girl werden würden. Ihre Selbstzweifel, die sie mit sich tragen oder der Tod selbst, welcher allzeit eine lauernde Gefahr darstellt und jedes der Mädchen einholen könnte. Als wäre die Qual der Wahl nicht schon schlimm genug, den Hexen die Stirn zu bieten, büßt das mysteriöse Katzenwesen Kyubey zusehends immer mehr an Vertrauen ein, nicht zuletzt wegen seines hinterlistigen Wesens, wenn es die beiden Mädchen zum Pakt drängt oder nur am Rande weiteren Schattenseiten der Existenz eines Magical Girls andeutet. Gut und Böse drohen zu verschwimmen, auch wenn der Kampf gegen die Hexen eine gerechte Sache zu sein scheint.

Gekonnt wird „Madoka Magica“ auf hohem Niveau erzählt. Die Story ist durchdacht, wird von glaubhaften Charakteren getragen und von spannenden, wie optisch beeindruckenden Kämpfen aufgelockert, die in äußerst skurrilen Patchwork-Arenen der Parallelwelten ausgetragen werden und mit vielen Details und cleveren Ideen bestechen. Wegen dieser Detailverliebtheit und der insgesamt sehr hochwertigen Animation wäre eine Blu-ray Fassung wirklich wünschenswert gewesen, wenn auch das Bild der DVD-Version hübsch anzusehen ist. Deutsche Animefans können sich über eine überaus gelungene Lokalisierung freuen, die die mitreißende Atmosphäre dieser Serie unterstreicht.

Trailer

Benny

Fazit

Zugegeben, ich kann eigentlich weniger etwas mit dem kindlichen Moe-Stil anfangen. Neugierig gemacht haben mich dann doch die, durch die Bank weg guten Kritiken und der günstige Preis des ersten Volumens, der mit den ersten vier Folgen einen exzellenten Ersteindruck vermitteln konnte und Lust auf mehr machte. So sehr, dass die letzten beiden Volumen sogleich folgten und die verbliebenen acht Episoden in einem Rutsch durchgezogen wurden und ich die Serie nicht in meiner Anime-Sammlung missen möchte. „Madoka Magica“ kann ich all jenen empfehlen, die gerne in eine fremdartige, wie bedrohliche Welt eintauchen möchten, die alles andere als vorhersehbar ist und denen, die nicht gänzlich von diesem Charakterdesign abgeneigt sind.

Wertung: 8.8

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