Musiktipp

Declare Your Funeral - Truth is what connects us

Albumtitel: Truth is what connects us | Genre: Metalcore | Label: Nicht gesigned

Dass metallhaltiges Blut nicht mehr nur durch die alten Adern fließt, ist schon länger bekannt. Immer mehr Jungvolk zieht es weg von den Charts und Viva und hinein in schweissverklebte, verqualmte Clubs, die von Schreien und gewehrsalvenartiger Musik erfüllt sind. Doch dass eben solche Jünglinge dabei auf der Bühne stehen und bejubelt werden, wird immer seltener. Die fünf Mitglieder von Declare Your Funeral sind junge Menschen diesen Schlages. Ohne Label, aber voller Elan und Engagement haben sie es geschafft, ihr Debütalbum "Truth is what connects us" im Alleingang zu produzieren. Ob sich da im kleinen Hamburg ein Geheimtipp an die Core-Spitze spielt, findet Ihr heraus, wenn Ihr dem folgenden Text folgt.

Hamburger Hardcore

Metal-Opas klammert Euch an Euren Gehhilfen fest! Das jugendliche Aussehen der fünf Hamburger täuscht einen nämlich gewaltig! Hier schlagen eiserne Herzen mit voller Wucht auf arme Musikinstrumente ein, während einem eine Sirene, mit dem Antlitz von Mats Miersen, verführerisch ins Ohr schreit. Declare Your Funeral verstehen ihr Handwerk und scheuen nicht davor, es unter Beweis zu stellen. Allen voran Luca Warncke, der 15- Jährige Drummer, der selbst so einige gut bezahlte Trommler in den Schatten stellt. Auch an den Gitarren gibt es etwas ungewöhnliches auf die Ohren, denn statt dauerhaftem Geshredde auf den Gitarrensaiten versprühen Julius Jansen und Finn Rach hier echten Groove. "Amnesia" oder "Chain of Existence" unterstreichen meine Meinung dazu. Schlussendlich sorgt Tobi Sajons für den nötigen Bums mit seinem Bass, der die Boxen zum Ächzen bringt. Mit "Screw you, Ron Weasley!", "The Truth" und "Live or Let Live" kommen sogar die guten alten Speed-Metal Vibes wieder zurück. An Redundanz ist zu keiner Zeit zu denken. Konstant wird mit Geschwindigkeit, ausgefeilten Solos und unterschiedlichen Intros ein klarer Unterschied zum vorigen Song geschaffen. Beim Thema Unterschied komme ich direkt auf die Songs "Have and Be (feat. Tobias Pöhl)" und dem "Amnesia Tim Tonik Remi)" zu sprechen, denn damit haben es die Jungs schlussendlich geschafft, die Platte mit einem würdigen Abgang zu versehen. Während man träumend schwankend zu "Have and Be" entspannen kann, reisst es einem bei dem "Amnesia" Remix noch einmal richtig aus dem Stuhl. Hier gibt es feierbaren Elektro auf die Ohren, der sich gewaschen hat! Ebenso sauber und rund gestaltet sich das gesamte Album. Leider folgt die Band hier wieder dem 35-Minuten Trend, der sich erschreckend schnell verbreitet hat, aber man kann es ihnen nicht übel nehmen. Jeder von uns weiß, dass das erste Mal immer etwas kürzer ausfallen kann, dafür aber bleibt es im Gedächtnis!

Hörprobe

Christopher

Fazit:

Hier wird Niemand zu Grabe getragen. Hier wird ganz kräftig aufgelebt! Declare Your Funeral können stolz auf ihren Erstling sein, denn dass was ihnen durch Engagement und Liebe, zu dem was sie tun, gelungen ist, schaffen viele Bands meist nicht einmal mit einem unterstützenden Label. Fans des Genres, und welche die es mal werden wollen, können beherzt zugreifen, denn diese Platte sollte definitiv in die Sammlung aufgenommen werden!

Vielen Dank an Declare Your Funeral, die es sich getraut haben mir ein Rezensionsexemplar zukommen zu lassen!

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