Videospiele

Augmented Reality auf PS Vita Teil 2

Feature

Nachdem wir im ersten Teil unseres kleinen Augmented Reality auf PS Vita Specials bereits beleuchtet haben, was Augmented Reality überhaupt ist und wie das mit der PS Vita funktioniert, sollen heute ohne weitere Umschweife die Titel Table Football und PulzAR vorgestellt werden, bei denen das AR-Feature ebenfalls ein Kern-Spielelement ist.

Table Football

Table Football, das es schon seit Release der PS Vita kostenlos im PlayStation Store gibt, entpuppt sich als das AR-Spiel mit dem meisten spielerischen Tiefgang. Wie der Name schon vermuten läßt, handelt es sich um ein Fußball-Spiel. Bevor das Leder über den Platz gekickt werden kann, wird zunächst der Aufbau des Spielfeldes zelebriert. Dabei kommen alle sechs AR-Karten zum Einsatz. Drei Karten definieren das eigentliche Spielfeld, zwei weitere Karten platzieren Zuschauertribünen und eine letzte Karte positioniert die Anzeigetafel. Wer es realistisch mag und noch ein Tippkick-Spiel sein Eigen nennt, kann den virtuellen Rasenplatz über den künstlichen Miniplatz legen. Auch hier kommt der AR-Effekt sehr schön zum Tragen, denn mit der PS Vita in der Hand können wir nun einmal um den ganzen Platz herumlaufen und uns alles aus jeder Blickrichtung und verschiedenen Entfernungen anschauen.

Im Hauptmenü hat man die Wahl zwischen einem Freundschaftsspiel (1 oder 2 Spieler) oder einem Turnier (nur Einzelspieler). Im späteren Spielverlauf lassen sich neue Tribünen, Anzeigetafeln und Bälle freischalten, die ebenfalls ausgesucht werden können. Das Spiel läuft rundenbasiert ab. Der Spieler, der am Zug ist, hat vier Wischbewegungen frei, die er verwenden kann, um eine beliebige Spielfigur ohne Ball zu bewegen oder aber den Ball zu schießen, wenn eine eigene Spielfigur ihn hat. Nach den vier Wischbewegungen wechselt die Steuerung und die CPU oder der Gegenspieler ist an der Reihe. Lässt man sich zu viel Zeit, spielt den Ball ins Aus oder begeht ein Foul (gegnerische Figur wird zu stark gerammt), pfeift der Schiedsrichter und die Steuerung wechselt sofort. Ebenso ist der eigene Zug sofort beendet, wenn man den Ball versehentlich einer gegnerischen Figur zuspielt.

Die Herausforderung besteht nun darin, mit nur vier Bewegungen eine Spielfigur in eine geeignete Schußposition zu bringen und den Ball im gegnerischen Tor zu versenken. Mit Hilfe von leicht geschwungenen Wischbewegungen lassen sich Bananen-Flanken und Effet-Schüsse abgeben. Table Football verlangt dem Spieler sowohl eine gewisse strategische Planung sowie eine ordentliche Portion Geschicklichkeit beim Vollführen der Wischbewegungen ab. Hat man die Steuerung einmal verinnerlicht, macht es richtig Spaß, die gegnerischen Abwehrfiguren zu umspielen und den Ball im Bogen um den Torwart herum ins Tor zu wischen. Leider fehlte mir in meinem ersten Match noch etwas die Übung, so dass die Begegnung Deutschland gegen Italien mit 2:5 endete und hoffentlich kein böses Omen für die laufende EM darstellt. Toll ist die Möglichkeit mit einer zweiten PS Vita eine Mehrspielerpartie zu bestreiten, bei der die Kontrahenten das selbe Spielfeld aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Durch den abwechselnden Zug-Charakter kann eine Zwei-Spieler-Partie aber auch an einem Gerät absolviert werden. Das kürzlich veröffentlichte DLC fügt dem Spiel weitere Mannschaften, Platzvariationen und Wetter-Effekte hinzu. So lässt sich nebem trokenem Boden auch auf Schnee oder Matsch spielen. Wem das Grundspiel gefällt und etwas Abwechslung haben möchte, macht mit dem gerade mal 99 Cent teuren DLC sicherlich nichts falsch.

Table Football kann kostenlos aus dem PlayStation Store geladen werden. Der DLC dazu kostet 0,99 EUR.

PulzAR

Bei PulzAR handelt es sich um das jüngste Mitglied der AR-Spiel-Familie auf der PS Vita. Die grundlegende Spielidee: Ein riesiger Meteorit nähert sich der Erde, und es bleiben nur wenige Minuten Zeit, eine Rakete zu starten, die den bedrohlichen Flugkörper in ungefährliche Bruchstücke sprengen soll. Nimmt man diesem Spiel das AR-Feature, bleibt ein kurzweiliges Logik-Puzzle, dass es bereits in etlichen Varianten vornehmlich für iOS oder Android gibt. Die Abwehrrakete startet nämlich nur dann, wenn das Licht eines Lasers durch Platzieren von Spiegeln und Farbfiltern auf eine farblich passende Zielfläche an der Startrampe umgeleitet wird.

Hier unterscheidet sich PulzAR erfrischend von den anderen bisher vorgestellten AR-Titeln: Das Platzieren und Verschieben der AR-Karten dient nicht dem initialen Aufbau des Spielfeldes, sondern es ist das zentrale Gameplay-Element. Lediglich eine Karte muß zu Beginn auf den Tisch gelegt werden und markiert die zentrale Position der Abschussrampe. Pro Level gibt es eine begrenzte Anzahl an Spiegeln und Farbfiltern, die jeweils durch Ablegen und Verschieben einer AR-Karte in Position gebracht werden. Ausgerichtet werden die Spiegel, wenn nötig, über einen Analogstick. Welcher Spiegel dabei gerade der aktiv gesteuerte ist, lässt sich durch Antippen auf dem Touchscreen bestimmen. Im weiteren Spielverlauf steigt die Komplexität durch mehrere Laserstrahlen die über Filter in verschiedene Farben umgewandelt werden müssen und mehrere Ziele an der Startrampe treffen müssen. Abseits des Primärziels, den Meteoriten aufzuhalten, gilt es in jedem Level zusätzlich die Laserstrahlen so umzuleiten, dass bis zu drei Sternsymbole getroffen werden. Das gibt zusätzliche Punkte und stellt die eigentliche Herausforderung des Spiels dar. Außerdem darf man seine erreichten Highscores in den Online-Rankings mit den Punkten seiner Freunde oder der ganzen Welt vergleichen.

Ein netter AR-Effekt, der durch die Bewegungssteuerung der PS Vita ermöglicht wird, ist der Meteorit, der bedrohlich nahe über dem Tisch schwebt. Man sieht ihn, wenn man mit der PS Vita nicht nach unten auf den Tisch schaut, sondern nach oben zur Decke. Dort kann man auch die Flugbahn der Rakete verfolgen und den Einschlag bewundern, wenn man es denn durch Lösen des Rätsels geschafft hat, die Rakete zu starten. Nähert man sich dem vorgegebenen Level-Zeitlimit, regnet es übrigens schonmal kleine Meteoriten, die unschöne Löcher in die Tischplatte hauen.

PulzAR gibt es für 1,99 EUR im PlayStation Store.

Christian

Gesamt-Fazit

Alle vorgestellten Titel setzen auf ihre Art Augmented Reality sehr gut ein, um ein ganz besonderes Spielerlebnis zu vermitteln. Die eigentlichen Spielinhalte gehen über das Niveau eines storylosen Minispiels nicht hinaus. Weiterhin ist es ein Nachteil, dass man trotz mobilem Handheld örtlich gebunden ist und ausreichend Platz haben muss, um mit den AR-Karten zu spielen. Dennoch gilt auch für Table Football und PulzAR: Der Augmented Reality Effekt ist toll und reichert das Gameplay an. Im Gegensatz zu Table Top Tanks und Cliff Diving laden sie aber nicht so sehr ein, mit der Umgebung zu spielen. Wer Interesse an der Technik hat, wird an beiden Titeln Gefallen finden.

Zu Teil 1 des Specials.

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