Review

The Avengers (2012)

Genre: Super-Heldenfilm/Action | Produktionsland: USA | Freigegeben ab 12

Momentan entkommt man ja kaum noch der großen Werbekampagne, welche die Superhelden von "The Avengers" ziemlich präsent macht. Und wenn sogar schon mal die eigene Freundin zu solch einem Action-Feuerwerk drängt, kommt es auch bei mir schon mal wieder vor, dass ich den saftigen Kinopreis in Kauf nehme und mich sogar noch mal freiwillig mit einer 3D Brille rumschlage. Ist der Film die Mühe wert, die geliebte Couch zu verlassen und ganz traditionell mitsamt Popkorn im Saal verschlungen zu werden?

Die Fäden finden alle zusammen

Sei es nun der Hulk, Thor, Captain Amerika oder Iron Man: In den letzten Jahren hat Marvel den Hauptfiguren einzelne Filme spendiert um diese einzuführen. Das hat unterschiedlich gut geklappt: Zwar konnte Iron Man stark Punkten, dafür fehlte es bei Hulk oder Captain America an dem nötigen Feinschliff. Jetzt gab es grünes Licht für den gemeinsamen Film, in dem die ganze Palette durch eine große Bedrohung gezwungen wird, zusammenzuarbeiten, denn Thors Adoptivbruder Loki verbündet sich mit einer außerirdischen Rasse, um die Menschen zu unterjochen. Wo es bei solchen Plots meistens "nur" darum geht, das Böse zu überwinden, setzt "The Avengers" seinen Fokus auf die Beziehung zwischen den Helden. Nick Fury (Samuel L. Jackson mit Augenklappe) ist dabei Anfangs der Einzige, der wirklich daran glaubt. Das Team der Helden hat so seine Anlaufschwierigkeiten, streitet und prügelt sich stets untereinander, bevor es aber nach dramatischen Schicksalsschlägen in einer finalen ausufernden Explosions- und Action-Orgie sich gemeinsam der Bedrohung aus dem All widersetzen kann.

Die Action macht großen Spaß, soviel steht fest. Die Super-Helden haben keine Mühe, die physikalischen Gesetze komplett zu übergehen und bieten verrückte Flugmanöver, reißen Wände ein, überwinden größte Abgründe ohne sich zu verletzen... Daher kommt, dank des"mittendrin"-Gefühls, auch richtiges Kino-Feeling auf. Die Dialoge sind größtenteils auch recht witzig, auch wenn hier und da vielleicht mal ein One-Liner etwas zu erzwungen rüberkommt. Optisch und akustisch wurde hier versucht, alles High-End zu halten, auch wenn mir das gerade von der Musik her dann doch manchmal zu weit geht... wenn man so schaut, mit welchem Pathos die Geschichte erzählt wird, so fällt einem nur umso mehr auf, dass hier versucht wird, selbst die kleinen Dinge so dick wie möglich aufzutragen. Also mir wurde das fast schon ein wenig zu viel zum Ende hin.

Trailer

Blasse Gegenspieler

Aber der einzige richtige Kritikpunkt war für mich die Gegenseite: Natürlich braucht in Einführung der Helden schon genug Vorbereitung und Zeit, aber die Truppe ist nun mal eben nur so beeindruckend, wie ihre Gegenspieler es erlauben. Und da wartet halt nur die Labertasche Loki, der mit seiner nicht wirklich überzeugenden Argumentation versucht, in den Köpfen der Menschen rumzuspielen. Als Unterstützung dient ihm nur eine Armee gesichtsloser Außerirdischer, welche in der finalen Schlacht dann nur als Kanonenfutter dienen und ohne größere Persönlichkeiten auflaufen. Schade, denn ein paar mehr Super-Helden auf der bösen Seite hätten der Gegenspieler-Seite mehr Tiefe geben können, als den plumpen Wunsch, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Dennoch haben die Autoren es geschafft, viele Ideen in die fast 2,5 Stunden zu packen.

Piet

Fazit

Die Marvel-Filme waren für mich immer ein zweischneidiges Schwert: Nicht selten rieseln die Filme auf mich ein und ich denke mir zwischendurch immer, wieso ich mir das eigentlich anschaue. Nicht, dass die Story und die Dialoge so ein tiefes Niveau wie bei Transformers erreichen, das passt soweit ja alles gut. Aber man fühlt sich dann doch schnell immer wieder unterfordert, weil große Überraschungen und nachhaltige Inhalte, welche mich nach dem Film noch beschäftigen, einfach ausbleiben und natürlich auch erst gar nicht beabsichtigt werden. Doch zwischendurch wird es mir dann doch wieder klar: Es sind die Charaktere, weswegen ich am Ball bleibe. So verbraucht sie eigentlich nach all den Jahren sein müssten, desto überraschter bin ich, dass die Schauspieler, wie Robert Downey Jr., es schaffen, ihnen ihren Charme zu verleihen. Zu schade, dass auf der Seite der Bösewichte da nichts ähnliches geboten wurde. Daher kann ich durchaus den Weg ins Kino empfehlen, auch wenn ich persönlich von der 3D-Versino abraten möchte, da der lange Film mit viel Action sehr anstrengend ausfallen kann. "The Avengers" ist jedenfalls Popkorn-Kino in seiner Höchstform!

Wertung: 7.5

Fun-Fact: In der Original-Fassung wird der HULK tatsächlich von Lou Ferrigno, also dem grünen Helden aus der TV-Serie der späten 70ern gesprochen.

Alle Rechte vorbehalten.
Die Copyrights von Ton- und Bildmaterial liegen bei den jeweiligen Verleihern, Verlagen, Labels, Studios und Künstlern.