Review

Skullgirls

System: XBLA/PSN | Genre: Beat ´em Up | Freigabe: ab 16 Jahren

Eine alte Legende besagt, dass ein antikes Artefakt dazu imstande ist, die Wünsche einer Frau zu erfüllen. Skullheart nennt sich der kleine Traumerfüller, doch es gibt einen Haken: „Der Wunsch dieser Frau muss aus einem reinen Herzen heraus gesprochen werden;“. Wenn dem nicht so ist, verwandelt dieses sagenumwobene Fundstück das Mädchen in etwas, dass fürchterlicher ist, als alles andere auf dieser Erde: Ein Skullgirl. Ein Wesen voller Zerstörungswut und Hass. Nun ist ein neues Skullgirl erwacht. Wer ist dazu bereit, sie herauszufordern und damit in den Besitz des Skullhearts zu gelangen?

So wird das Geschehen und das Zusammentreffen der Charakter in  Autumn Games neuesten Prügelspiel "Skullgirls" erklärt. Für geniale und packende Stories war das  Beat ´em Up-Genre ja noch nie bekannt, doch Anhänger der Spiel-Sparte wissen auch, dass man bei diesem Thema gerne mal ein Auge zu drückt, so lange der Rest stimmt. Ob und inwiefern das zutrifft, erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen des Reviews.

Knuddelige Kampfmaschinen

Das erste und auffälligste Merkmal bei "Skullgirls" ist definitiv der quietschbunte Anime-Look. Auf dem ersten Blick für manch einen vielleicht etwas zu bunt, rückt dieses Merkmal jedoch stetig weiter in den Hintergrund und hinterlässt einen positiv-anderen Eindruck. Sobald man sich dann an den Look gewöhnt  oder aufgehört hat, die farbenfrohen Hintergründe zu bestaunen, fällt der Blick sofort auf die knuffig knuddeligen Charakter und ihre butterweichen Animationen. Solch einen Fluss in den Bewegungen, wie der der kleinen Kampfmädchen, hat man bisher so noch nicht gesehen. Beschränkt wird dadurch jedoch das abwechslungsreiche aber vergleichsweise kleine Roster, das aus zehn Charakteren besteht. Das tut dem Spielspaß jedoch keinen Abbruch, denn diese zehn kampfwütigen Weibsbilder haben eine so große Vielfalt an Angriffen und Kombinationsmöglichkeiten, dass hier das Sprichwort: „Weniger ist mehr“ den Nagel auf den Kopf trifft. Hinzu kommt die Ankündigung seitens Autumn Games, die ein größeres Update in naher Zukunft in Aussicht stellt. Womöglich wird hier das ein oder andere "Skullgirl" der Auswahl hinzugefügt. Potenzial für weitere Kämpferinnen ist dabei jedenfalls gegeben, denn im Handlungsverlauf kreuzt Ihr hier und da die Wege einiger liebevoll gestalteter Mädchen, die als Verstärkung in Frage kommen könnten.

Große Klappe, viel dahinter

Neben dem ansehnlichen Grafikstil bietet Skullgirls ein Gameplay, dass sich vor anderen Beat 'em Ups nicht verstecken muss, auch nicht vor den Genre-Größen! Mit einem  Drei-Button-Kampfsystem habt Ihr die Möglichkeit, tiefe, mittige und hohe Schläge oder Tritte auszuteilen. Das ermöglicht Euch als Spieler zig Möglichkeiten unterschiedlichster Kombos und setzt Eurer Kreativität und Entdeckungsfreude kaum Grenzen. Die Freude zum Erforschen sollte bei dem Spielen von "Skullgirls" auch vorhanden sein, denn auf eine Liste aller möglichen Attacken wurde leider verzichtet. Lediglich die offizielle Internetseite von "Skullgirls" bietet Euch die Option, eine Pdf-Datei mit allen Angriffen herunterzuladen. Dieses kleine Manko könnte jedoch genauso mit dem bereits erwähnten Update weichen und dem Spieler so manches vereinfachen. Beispielsweise das Herausfinden der Super-Attacken. Diese werden in "Skullgirls" auf altbewährte und wie in Prügelspielen bekannter Art und Weise aktiviert. Street Fighter schien für "Skullgirls" als Vorbild gedient zu haben, denn mittels Halbkreisbewegung und der Betätigung der richtigen Tasten, entfesselt Ihr ein brachial buntes Feuerwerk von Schlägen und anderen Kuriositäten, die auf Euren Gegner herabprasseln. Das ist nicht nur ein echter Blickfang, sondern auch sehr effektiv! Als Schmankerl haben sich die Entwickler von "Skullgirls" obendrein noch etwas Schönes einfallen lassen: Neben den "Frau gegen Frau"-Kämpfen kann man auch Tag-Team-Duelle gegeneinander ausfechten. Dabei habt Ihr die Möglichkeit, bis zu drei Charaktere zu wählen und diese für Euch antreten zu lassen. Der Haken an der Sache ist, je mehr Charakter Ihr nehmt, desto schwächer sind diese.

Gut verpackt ist halb verkauft

Man bemerkt bereits ab den ersten Minuten, in denen man "Skullgirls" spielt, dass hier einiges an Arbeit hineingeflossen sein muss. Nicht nur die Kämpfe und das Gameplay zeugen von hoher Qualität, auch die Menüs und der stimmig dahindudelnde Soundtrack strotzen nur so von Details, dass man teilweise denkt, man hätte ein Vollpreisspiel in seiner Konsole. Neben dem toll bebilderten Story-Modus, der das Ziel des gewählten Charakters und den Wunsch an das Skullheart verfolgt, gibt es einen vielfältigen Trainingsmodus, den man dafür nutzen kann, verschiedene vorgegebene Moves nachzumachen oder auf altmodische Art einen wehrlosen Gegner als Sparrings-Partner zu verwenden. Natürlich gibt es bemu-typisch einen Versus-Modus, der zusammen vor einer Konsole gespielt werden kann, aber auch über das Internet gegen eine Person vom anderen Ende des Globus.

Trailer

Christopher

Fazit

"Skullgirls" beweist, dass ein gutes Spiel nicht immer teuer sein muss! Bunt-chaotisch und verrückt gut ist dieses Spiel nach und nach immer weiter in meiner Gunst gestiegen und nach etlichen Stunden voller Dresche und Niederlagen will ich es nicht mehr missen. "Skullgirls" taugt sowohl als Spiel für Zwischendurch als auch für mehrere Stunden voller Spielspaß und Freudentränen des Triumphs. Ich sehne mich schon nach dem Update und hoffe, dass man hier vielleicht noch die eine oder andere Überraschung für die Spieler bereit hält!

Wertung: 8.0

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Konami Digital Entertainment für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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