Review

Bronson (2008)

Produktionsland: UK | Genre: Drama/Biographie | Altersfreigabe: FSK 16

Bewaffneter Raubüberfall. 50 Pfund Beute. Für 7 Jahre verknackt. Das ist der Grund für den chaotischen Verlauf von Michael Petersons Leben. Ihn selbst scheint sein merkwürdiger Lebensstil gar nicht zu stören. Ganz im Gegenteil: Voller Liebe zu seinen wechselnden Behausungen nennt er das Gefängnis „Hotel“ und seine Lieblingsaktivität ist es sich mit den Aufsehern zu Prügeln. Mit dieser Eigenschaft macht sich Michael Peterson nicht nur einen Namen, sondern sammelt obendrein fleißig Haftjahre für seinen weiteren Aufenthalt im „Hotel.“Geiselnahmen, Revolten und schwere Körperverletzungen machen ihn in ganz Britannien bekannt unter dem Namen „Charles Bronson.“

Aus der Realität rein in die Filmindustrie

Die mit Tom Hardy besetzte Rolle des Charles Bronson ist nicht bloß Fiktion. Michael Peterson ist der bekannteste Häftling Britanniens und wurde dort über 120- Mal in andere Gefängnisse versetzt. Durch seine ungeheure Gewaltbereitschaft und seinem ungezügelten Drang nach Konfrontationen ist er bereits seit 37 Jahren in Haft und bisher stehen die Chancen schlecht, dass Michael Peterson alias Charles Bronson in den nächsten Jahren auf freien Fuß kommt. Wie man es aus Filmen, die auf wahren Geschehnissen beruhen bereits kennt, ist der Film nur auf den interessanten und dramatischen Teilen des Lebens von Charles Bronson zurechtgeschrieben. Chronologische Abläufe sind nicht beachtet worden und manches ist filmtypisch überspitzt dargestellt.

Die Realität weicht dem Unterhaltungswert

Bronson ist ein Film für den etwas anderen Geschmack. Mit teilweise schräg komödiantischen, angsteinflößenden und dann wiederum traurig dramatischen Szenen hält Bronson den Zuschauer wirklich auf Trab. Um nicht zu sagen alles, aber jedoch sehr vieles ist dabei dem hervorragenden Schauspiel von Tom Hardy zu verdanken. Das Herzstück seiner Darbietung geht dabei auf seine Mimik und Gestik zurück. In kürzester Zeit wechselt er zwischen allen Gefühlszuständen und kann diese dabei so gut auf den Zuschauer übertragen, dass man sich nicht selten dabei ertappt, wie ein Honigkuchenpferd zu grinsen, wenn Tom Hardy, alias Bronson, sich freut. Tragen muss Hardy den Film zum Glück jedoch nicht. Ein flüssiger Verlauf im Film ist gegeben und nachvollziehbar. Die Dialoge sind stilvoll, literarisch angehaucht und jeder Charakter besitzt seine ganze eigene humorvolle und weniger humorvolle Macke. Um das gesamte Paket zu schnüren, hat man auf einen Stil gesetzt, der dem eines Clockwork Orange (Stanley Kubrick) stark ähnelt. Kunst, Musik, Ausdruck, beinahe alles vermischt sich zu einem abstrusen Theaterstück ,voll an herrlichem Wahnsinn, und am Ende sitzt man mit einer offenen Kinnlade da und denkt sich: „Was habe ich mir da gerade eben angeschaut?!“

Trailer

Christopher

Fazit

Kunstvoll, unterhaltsam und kurzweilig präsentiert sich der Bronson dem Zuschauer. Dabei wirkt er nicht gekünstelt oder gar von Stanley Kubrick abgekupfert. Der englische Humor, die teilweise absurd genialen Momente und vor allem Tom Hardy als Muskelpaket machen für mich den Reiz an diesem Film aus. Bronson ist ein Knacki zum liebhaben und bekommt von mir eine Empfehlung zum Anschauen. Wer der englischen Sprache mächtig ist und auch mit dem einen oder anderen Akzent keine Probleme hat, dem Empfehle ich obendrein, sich den Film im Original Ton anzusehen.

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