Review

Metropolis - Robotic Angel

Originaltitel: Metropolis | Genre: Sci-Fi, Drama, Musik-Film entwickelt von Madhouse

Bei "Metropolis" oder auch "Robotic Angel" handelt es sich um eine Manga-Verfilmung von Osamu Tezukas "Metropolis". Ein Manga, den Tezuka zeichnete, nachdem er wiederum von Fritz Langs gleichnamigen Film erfahren hatte. Regie führte Rintaro ( u.A. Mumins, X - The Movie) der mich zuletzt derbe mit Yona Yona Penguin enttäuschte und das Drehbuch von Katsuhiro Otomo verfilmte, der seit "Akira" scheinbar auch nicht zu alter Form zurückfinden kann.

Die Erzählung beginnt mit dem Jungen Kenichi der als Assistent eines Privatdetektives nach Metropolis, einer dystopischen Stadt voller Roboter, reist um dort einen international gesuchten Wissenschaftler dingfest zu machen. Dieser Wissenschaftler schuf im Auftrag des inoffiziellen Stadtregenten Duke Red eine Roboterkopie von dessen Tochter Tima. Als Kenichi Tima vor dem Sohn des Dukes rettet, werden sie zu Spielbällen der Mächtigen.

Die großen Stärken des Films, bei denen sich alle einig sein dürften, sind seine Animationen und die Hintergründe. Selbst wenn das Charakterdesign, zu dem wir später kommen, nicht jedermans Sache sein sollte, bekommt man jede Menge beeindruckender Bewegungen zu sehen. Die Charaktere sind schön von den Zeichnern geschauspielert und sehen auch in den Actionsequenzen lebendig aus. Als noch etwas krasser empfinde ich die Hintergründe, die äußerst detailliert sind und den Blick in diese Welt glaubwürdig machen. Besonders merkt man das bei dem schmuddeligen Untergrund der Stadt. Hier bekommt man fantastische Facetten zu Gesicht die teilweise an Blade Runner oder gar Alien erinnern. Immer wieder ein großer Grund zur Freude meinerseits.

Lebendig gewordene Puppen

Wie angedeutet, ist das Charakter-Design ein Punkt wo sich die Geister scheiden. Wie auch Astro Boy sieht man "Metropolis" Osamu Tezukas Handschrift, bzw. Stil, ganz deutlich an. Der konsequente Einsatz von Grundformen lässt alle Charaktere übermäßig lustig und niedlich wirken, gleichzeitig aber auch irgendwie real, als wenn man nachgezeichnete Puppen betrachten würde. Vielen ist dieser Stil ein Dorn im Auge, ich empfinde ihn als erfrischend anders, handwerklich anspruchsvoll und als Herzbestandteil des Films. Durch ihn lassen sich Charaktere nämlich auch gut karikieren wie z.B. der machtgierige Duke Red mit seiner gigantischen, schnabelartigen Nase, die ihn etwas wie einen Raubvogel wirken lässt.

Jazzige Musik-Einlage

Den Ohren wird, je nach Situation, Klassik oder Dixieland-Jazz geboten. Ich hab den Eindruck, dass die klassische Musik benutzt wurde um die Lücken, die von vom Jazz nicht gefüllt wurden konnten, zu füllen. Beispielsweise eignet sich der Jazz tatsächlich nicht für die unterdrückte Spannung, weil actionarme Flucht, kurz nachdem Rock Kenichi und Tima auf Level 3 entdeckt hat. Da musste halt das Orchester ran. Der Jazz dagegen wirkt offensichtlich neu und anders, ist meiner Meinung nach aber nachzuvollziehen, passt er doch zu dem Aussehen des Films, welcher von 1910 zu stammen scheint. Diese Art der Musik macht sich auch gut mit einigen Actionsequenzen, z.B. die der Feuerlösch-Roboter. Wenn diese durch die Winkel des bunt ausgeleuchteten Untergrunds flitzen, dabei Bass-Klarinette, Bass und Schlagzeug freudig zeigen, was sie können, dann ist das für mich erfrischend anders. Kurioserweise spielt sogar Rintaro selbst mit. An der eben erwähnten Bass-Klarinette.

Was mich enttäuscht hat

Das große Problem am Ende ist, dass die Story leider keine echten Wendungen und Veränderungen parat hält. Wir lernen kaum jemanden von einer anderen Seite kennen oder dürfen gar eine Entwicklung mitbekommen. Klar, Kenichi hält auch einige Action-Einlagen bereit und sein Pate, der Detektiv darf in einer Anime-typischen Szene bewundert werden, die ruhig seine Arbeit beobachtet. Aber echte Entwicklung kann man das nicht nennen. Außerdem gibt es einige, offensichtlich merkwürdige Momente, z.B. wenn ein wütender Mob still vor einem einzigen Gegner wartet, bis sein Anführer das Führer eröffnet. Oder das schicksalhafte Aufeinandertreffen aller Gruppen später im Film. Irgendwie hat man es hier geschafft sich viel zu viel auf die Optik zu konzentrieren und den Inhalt so sehr schleifen zu lassen, dass man am Ende zurecht enttäuscht ist.

Bene

Fazit:

Am Ende kann ich nur wärmstens empfehlen Metropolis nicht ernster zu nehmen als er ist. Klar passieren einige schlimme Dinge, aber wie in der Realität auch, braucht man eine Verbindung um mitzufühlen. Leider schafft der Film das nur in einer handvoll Fällen. Äußerst schade, denn ich habe die Vermutung, dass das zu einem Meisterwerk gefehlt hätte.

Wertung 8.0

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