Filmtipp

Dear Wendy (2005)

Produktionsland: DK/GB/FR/DE | Genre: Drama/Action | FSK: ab 18

Ein langweiliges kleines Kaff. So würde man Estherslope beschreiben, wenn man es auf den ersten Blick sieht und in der Tat so ist es auch. In dem Film Dear Wendy geht es um den Einzelhandelskaufmann Dick, dessen Leben eine einzige Routine geworden ist. Doch als er für einen Freund ein Geburtstagsgeschenk kaufen soll, verändert sich das Leben des Pazifisten schlagartig, denn er trifft auf Wendy. Ein Spielzeugrevolver. Das sollte sie sein und Dick von nun an stets beistehen. Dass Wendy viel mehr ist, als nur ein Spielzeug, wird Dick klar, als er in seiner Arbeit auf Stevie trifft. Dieser erklärt ihm, dass er eine echte Waffe mit sich trägt. Angewidert, aber dennoch fasziniert durch das Gefühl eine Waffe zu tragen, entschließt sich Dick dazu, gemeinsam mit Stevie einen Club zu gründen. Von nun an sind sie Dandys und bemächtigen sich damit selbst dazu, an einem Ort ihrer Waffen Faszination nach zu gehen. Bei Dick und Stevie soll es allerdings nicht bleiben, noch mehr Mitglieder treten den Dandys bei und alles könnte doch so schön sein, bis zu dem Tag, an dem Sebastian den Dandys beitritt. Sebastian ist ein vorbestrafter Verbrecher, der laut dem Dorfsheriff durch Dick wieder zurück auf den Pfad der Rechtschaffenheit geführt werden soll. Dieses Unterfangen wird eine Zerreissprobe für Dick und seine Dandys.

Durch die Zusammenarbeit von Lars von Trier und Thomas Vinterberg ist mit Dear Wendy ein Film erschienen, den ich kaum beschreiben kann. Hier ist es mit einfachem "Tolle Schauspieler, klasse Ausstattung und hervorragende Story"-Geplänkel nicht getan. Dear Wendy ist für mich als Filmschauer einfach anders.

Inhaltlich ist Dear Wendy einfach frisch, unvorhersehbar und so noch nicht dagewesen. Durch die starke psychologische Ebene, die man diesem Film anmerkt, werden die Charakter vielschichtiger, interessanter und tiefgründiger. Auch bemerkenswert ist, dass ich als Zuschauer zu keinem Moment wusste, wo mich dieser Film hinbringen würde. Zu sehr war ich damit beschäftigt, mich mit den Charaktern zu freuen, ihre Ängste zu teilen und ihre Trauer zu spüren. Das Gefühl, aus dem eigenen Leben mehr als nur reine Routine zu machen, von der Norm abzuweichen und sich von der Kette der Anpassung zu befreien, war für mich wichtiger als der Gedanke: "Was passiert wohl als nächstes?" Förderlich zu dem ganzen Geschehen war der Soundtrack, der alles perfekt untermalte. Hier wird einem kein bereits 300 mal gehörter Song noch einmal vorgeworfen, hier passt die Stimmung immer mit der Musik überein. Bis zum unerwarteten Finale erwarten Euch 105 Minuten Film. 105 Minuten, die wie im Fluge an einem vorbeiziehen.

Trailer

Christopher

Dear Wendy

...ist für mich eines dieser kleinen Highlights in einer DVD Sammlung. Einer dieser Nischenfilme, die im Fachmarkt herumliegen und man durch Zufall kauft.

Für mich war dieser kleine Zufall ein Glückstreffer. In der Fußnote muss ich jedoch zugeben, dass man leicht sauer aufstösst, wenn man das rote FSK 18 Siegel auf dem Film sieht. Dear Wendy ist kein bluttriefender Action Schocker, viel mehr war die Thematik ausschlaggebend für die Vergabe des 18er Siegels. Wer sich dadurch nicht beirren lässt, hat mit Dear Wendy einen wirklichen guten Kauf gemacht!

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