Rückblick

Videospiele-Rückblick 2011

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, nur noch wenige Stunden, bis draußen die Böller knallen und die Raketen gen Himmel zischen – und ich Raclette esse *jamm*. Ein perfekter Zeitpunkt, das Videospieljahr 2011 noch einmal Revue passieren zu lassen. Und der erste Gedanke, der mir kommt ist: „War ja gar nicht einmal so doll, dieses Jahr, oder?“ Stimmt der erste Gedanke? War das Videospieljahr 2011 wirklich so lahm? Habe ich wichtige Titel innerhalb der letzten 364 Tage vergessen? Oder konnten ein paar wenige Highlights wichtige Spielspaß-Akzente setzen und das Jahr immerhin retten? Mein Regal platzte jedenfalls nicht aus allen Nähten, so viel sei schon gesagt.

Little Big Planet 2

Tatsächlich, LBP2 habe ich glatt vergessen, dachte, dass es schon 2010 erschienen ist, was jetzt aber nichts daran ändert, dass mich die Fortsetzung nicht durchgehend begeistern konnte. Der Editor war stärker, schön, aber die Zeit, ein paar starke Level zu basteln, die fehlte mir. Die Kampagne musste herhalten, konnte mich sogar ein paar Stunden bei Laune halten und mit wenigen Level richtig begeistern, allen voran, die zum Anbeißen hübsch designte Kekswelt. Insgesamt aber kam mir LBP2 zu technisch daher, bot optisch kaum Charme und auch die spielerische Abwechslung der Sidescroll-Abschnitte wirkte aufgesetzt und langweilig. Kein Wunder also, dass ich LBP2 schnell wieder vergessen habe. So schlecht aber war LBP2 dann doch nicht, hier wenigstens erwähnt zu werden.

Ein paar große Namen zu Beginn des Jahres ließen mich von vorn herein kalt: Mass Effect 2 (der erste Teil war mir schon zu actionreich, der zweite Teil sollte dem ja noch eins draufsetzen), Dead Space 2 (noch eine Fortsetzung, habe nicht einmal den ersten Teil gespielt, bin halt Survival Horror-Fan der alten Schule), Killzone 3 (Shooter mit Pad? Nein danke, habe nach x Shootern ja nicht einmal Bock drauf, Ballerspiele mit Maus und Tastatur zu spielen), Dragon Age 2 (die Demo war sowas von grauenvoll, na ja, immerhin vielen Dank an EA, für die spielbare Vorwarnung).

Eine Fortsetzung wiederum habe ich gespielt, Need for Speed Shift 2 Unleashed. Eine Fahrphysik zum Abgewöhnen, eine flimmernde Optik zum Wegschauen. Diese Enttäuschung saß richtig tief, ein Grund, warum ich keine Nanosekunde an Need for Speed Run vergeudete - Wertungen zufolge ja ohnehin ein echt schlechter Racer.

Yakuza 4

Ich las immer, dass Yakuza zwar optisch Shenmue ähneln würde, Shenmue aber bei weitem nicht das Wasser reichen könnte. Im März testete ich für ps3insider.de den vierten Ableger, ohne einen Vorgänger je gespielt zu haben und war auf Anhieb begeistert. Ja, ganz so gut wie Shenmue ist Yakuza 4 wirklich nicht, habe wegen der grandiosen Story, den vielen Möglichkeiten und der sehr lebendigen Spielwelt doch noch 90% vergeben. Glückwunsch, Yakuza 4, Du hast dieses Jahr bei mir Platz 3 belegt!

Der Duke

Zum Ende der ersten Jahreshälfte kehrte ein großer Name zurück, der Duke, für den ich im Alter von 17 mein Taschengeld beiseitelegte, als die Fortsetzung zu Duke Nukem 3D angekündigt wurde. Hab's irgendwann ausgegeben, schade, denn hätte ich es fest angelegt, wäre mit Zinseszinseffekt sicher eine recht nette Summe bei heraus gekommen. Ich hatte gehofft, dass der Duke es noch drauf hätte, die Demo vermittelte knallhart das Gegenteil. Und so kam der Duke niemals in meine Tüte.

Alice - Madness Returns

Alice war mein zweites, richtiges Highlight dieses Jahr. Die Kulisse war im Wunderland spitze in Szene gesetzt worden, die 3D-Hüpfpassagen machten ordentlich Laune. Wer Alice verpasst hat, könnte sie nun zum kleineren Preis nachholen, vorher aber meinen Testbericht hier bei uns lesen.

Dark Souls

So langsam rückte der Oktober näher und damit endlich die Fortsetzung von Demon’s Souls. Spielerisch hat sich Dark Souls im Detail verbessert, ein paar wenige Möglichkeiten gesellten sich im Kampfsystem hinzu, noch mehr Bossgegner mussten vermöbelt werden, aber der Spielspaßfunke wollte nicht sofort überspringen. An Demon’s Souls haben mich die wenigen, dafür intensiven Welten fasziniert, die Meter für Meter erkämpft werden musste, um sie erkunden zu können. Dark Souls setzt leider auf Klasse statt Masse. Viele verschiedene Areale, manche darunter sind fantastisch, aber zu kurz. Einige Areale erinnerten an meine Frustration von Welt 4-3 bei Demon’s Souls, immerhin waren auch diese kurz gehalten. Das Siegertreppchen hat Dark Souls knapp verfehlt, im Endeffekt reichte es für Platz 4.

The Legend of Zelda - Ocarina of Time 3D

Dass Ocarina of Time damals seiner Zeit voraus war, bestätigt sich darin, dass es sich auch heute noch sehr modern spielt. Nur war damals die Grafik des N64 dermaßen schlecht, dass es mich damals bei Release schon nicht ansprach (wie jeder N64-Titel) und als Beilage von Wind Waker nicht interessanter wirkte. Dennoch gab ich dem Ganzen auf dem 3DS eine Chance und wurde bestens unterhalten, in vernünftigen Grafikgewand, versteht sich.

Uncharted 3 - Eine riesige Enttäuschung

Die größte Enttäuschung musste ich leider mit Uncharted 3 erleben, nachdem mir die ersten beiden Teile sehr viel Spaß gemacht haben und ich Nathan Drake weit sympathischer finde, als es Abenteurerkollege Indiana Jones ist. Es lag nicht nur daran, dass die Shooter-Anteile die Rätseleinlagen auf die billigen Plätze verweisen, viele Cutscenes, die ohnehin schon extrem kurze Spielzeit (gerade einmal 6 Stunden beim ersten Turn, inkl. Cutscences natürlich) schmälern und luftige Kletteraction ebenfalls in den Hintergrund traten. Den Vogel schoss Naughty Dog mit dem völlig lieblosen Liebesleben zwischen Nate und Elena ab. Bereits beim zweiten Teil hat es mich gestört, dass Nate plötzlich eine andere Dame an seiner Seite hatte. Dass Nate beim dritten Abenteuer Elena während des Spiels nur deswegen Besuch abstattet, weil er zwischendurch ihre Hilfe benötigt, sie auch noch im Design verändert wurde und lediglich knapp 10 Minuten im Spiel vorkommt, war für mich zu viel des Schlechten. Eine zwischenmenschliche Schande, die mich echt wütend gemacht hat. Über dieses Ärgernis tröstet auch der sympathische Sully nicht hinweg, der im Gegensatz zum Vorgänger wieder eine wichtigere Nebenrolle einnimmt. Fakt ist: Uncharted ist für mich vorerst gestorben, einen vierten Teil werde ich sehr skeptisch begegnen.

Skyrim - Nein danke

Mein großes Rollenspielerlebnis hatte ich schon mit Xenoblade Chronicles, allein deswegen hatte ich keine Zeit mehr für ein weiteres, großes Epos. Aber auch wegen der Tatsache, dass ich vor einigen Jahren Oblivion bereits als ziemlich öde empfand und mich die Skyrim-Videos sehr an Oblivion erinnerten, habe ich mich erst gar nicht mit der Qual der Wahl auseinander gesetzt: Kaufen oder nicht kaufen.

Ein verschmähtes Juwel?

Für viele war Portal 2 ein Meisterwerk, mich hat es nicht angesprochen, auch wenn Knobelspiele hin und wieder sogar mir Spaß machen. Der Funke wollte bislang nicht überspringen.

Und dann war da noch?

Mario! In seinem 3D-Land. Ein sehr guter Titel, bietet einige schöne Welten, schade ist allerdings, dass ich binnen kürzester Zeit schon über 50 Leben hatte und auch die Levelanzahl üppiger hätte ausfallen können.

Kirby und das magische Garn

Optisch brillant und herzallerliebst süß. Spielerisch wird man leider stark unterfordert. Hat mir zwar gut gefallen, aber ein auch ein zu niedriger Schwierigkeitsgrad kann frustrierend sein. Schade, dass sich Nintendo hier allzu sehr den Videospiel-Neulingen anbiedern musste.

The Legend of Zelda - Skyward Sword

Silber geht dieses Jahr an Zelda, mit dem meiner Meinung nach besten Zelda-Teil, das bislang entwickelt wurde. Die pastel-farbene Optik hat mir sehr gefallen und die kreativen Ideen sind jenseits von Gut und Böse. Ein fabelhaftes Abenteuer. Am meisten hat mir gefallen, dass Peter (so nenne ich meinen Link immer) und Zelda als Paar zueinander gefunden haben und das Mädchen nicht irgendeine Prinzessin von Nebenan ist, die nebenbei gerettet werden muss.

Xenoblade Chronicles

Kurz und knapp: Mein Spiel des Jahres! Nicht nur das, es hat jedes meiner persönlichen Highlights getoppt. Was hier geboten wird, wow! Wunderbare Charaktere, wundervolle Welten und das auf der Wii! Die Epik von Xenoblade Chronicles sucht seinesgleichen und lässt Herr der Ringe samt Sauron & Co. mit Leichtigkeit zurück. Nach 80 Stunden Spielzeitwar ich sprachlos, was für ein Abenteuer!

So, nun können wir die Böller zünden, das war’s. Sicher, ich habe ein paar recht gelungene Titel außen vor gelassen, wie z.B. das stark unterschätzte Hunted - The Demon’s Forge, auch bin ich nicht im Besitz einer Xbox 360 und hätte sicher gerne ein paar Runden mit Forza 3 gedreht, aber was soll's. Man kann nicht alle Spiele haben/spielen und das ist auch gut so, man will es ja auch nicht übertreiben. Zwar bot 2011 wirklich nicht sooooo viele Meisterwerke aber ein paar richtig dicke Knaller, mindestens im Super-D-Bereich, wenn nicht sogar F-Schinken (die überhaupt nicht existieren), die mich richtig fasziniert haben.

Benny

Jahres-Vorsatz 2012

Und für nächstes Jahr habe ich auch einen Vorsatz - nicht mehr so viele Spiele kaufen. Ich habe nämlich noch einige Titel nicht durch, u.a. die Ico-Collection. Von daher werde ich im Januar bei Resident Evil – Revelations und im Februar bei The Last Story zugreifen und mich bis Ende Juni zurück halten, das habe ich mir fest vorgenommen. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich bei solchen Vorhaben ein echter Dickschädel bin und diese auch einhalten werden.

Alle Rechte vorbehalten.
Die Copyrights von Ton- und Bildmaterial liegen bei den jeweiligen Verleihern, Verlagen, Labels, Studios und Künstlern.