Filmtipp

The Illusionist (2010)

Produktionsland: UK, Frankreich | Originalsprache: Englisch, Französisch | Altersfreigabe: PG

Einigen unserer Leser wird Regisseur Sylvain Chomet schon bekannt sein, denn vielleicht habt Ihr bereits sein vorletztes Projekt "Das große Rennen von Belleville" ("Les Triplettes de Belleville") gesehen. Im Gegensatz zu dem aufgedrehten Slapstick-Feuerwerk von 2003, mit allerlei schrägen Franzosen-Klischees, begibt sich Chomet 2010 dieses Mal nach Schottland.

Denn dorthin verschlägt es auch den Bühnenzauberer "Tatischeff", dessen Beliebtheit in Paris stark nachgelassen hat. So begibt sich unser Protagonist von der pulsierenden Metropole in ein abgelegenes kleines Nest um dort für die Gesellschaft eines reichen Schotten zu zaubern. Im urigen Gasthaus, in dem unserer Zauberer übernachtet, trifft er auf die junge Alice, welche dort als Hausmädchen arbeitet. Alice sehnt sich nach der Welt außerhalb der dörflichen Idylle und ist außerdem völlig hin und weg von Tatischeffs Fähigkeiten. Mit dem Abschied des Zauberers von seinem Arbeitsplatz und der heimlichen Flucht von Alice, welche ihm bis auf eine Fähre folgt, beginnt für beide ein vollkommen neuer Lebensabschnitt.

Sylvain Chomet hat für seinen Film ein noch nicht produziertes Drehbuch von Jacques Tati aufgegriffen. Bei Jaqcues Tati handelt es sich um einen bereits verstorbenen, in Frankreich berühmten Regisseur. In Filmen wie "Tatis Schützenfest" ("Jour de fête") und "Mein Onkel" ("Mon oncle") gibt er auf humorvolle Art wieder, was er im menschlichen Leben beobachtet hat. Diese Tradition führt Chomet im "Illusionisten" fort und zeigt liebenswürdige Charaktere, die besonders durch ihre Fehler humorvolle Situationen erzeugen wie z.B. wenn Tatischeff befürchtet, dass Alice sein Kaninchen gekocht hat, weil er es nicht finden kann.

Ganz rührselige Zuschauer sollten sich Taschentücher bereitlegen, da der Film besonders gegen Ende feinfühlige Entwicklungen mit sich bringt, die man nur unter "Das Leben geht weiter" einordnen kann. Denn im Laufe der Zeit hat sich nicht nur das Leben des Bühnenzauberers verändert.

Wie hervorragend das Ganze animiert ist und angenehm melancholisch in den Ohren klingt, erfahrt Ihr im Trailer.

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