Filmtipp

Der fantastische Mr. Fox (2009)

Produktionsland: USA | Genre: Stop-Motion | Altersfreigabe: FSK 6

Ich kann nicht gerade behaupten, dass Wes Anderson zu meinen Lieblingsregisseuren gehört, zu melancholisch sind seine Werke meist für mich. Umso mehr wurde ich von seiner Stop-Motion-Komödie, „Der fantastische Mr. Fox“, überrascht, bei der ich so manche Träne lachen musste, was ich bei einem Film wirklich selten tue. Aber nicht nur der köstliche, stellenweise trockene Humor stimmt.

Die Optik der abgelichteten Fotos, die aneinander gereiht die Puppen bewegen lassen, ist einfach brillant und versprüht dank der vielen Details weit mehr Charme, als es jedem computeranimierten Animationsfilm gelingt (die Blu-ray Fassung sollte für ein gestochen scharfes Filmvergnügen die erste Wahl sein, da sie fabelhaft die verwendeten Materialien wiedergibt) - da reicht nicht einmal Pixars „Ratatouille“ heran. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und kommen sehr sympathisch daher, wirken nicht zuletzt wegen ihrer Ecken und Kanten sehr menschlich. Und dass „Der fantastische Mr. Fox“ sich vielmehr an ein älteres Publikum richtet, macht nicht nur der Soundtrack deutlich, der überwiegend mit coolen Oldies daher kommt. Hinter der lustigen Schale stecken eher erwachsene Probleme/Fragen, wie etwa die Midlife-Crisis, die den alten Foxy, einstiger Hühnerdieb, dazu verleitet, nochmals ein ganz großes Ding zu drehen und dabei sogar das Wohl seiner Fuchsfamilie aufs Spiel setzt - aber keine Sorge, was jetzt dramatisch oder gar langweilig klingen mag, ist wie gesagt sehr lustig inszeniert worden. Für mich war „Der fantastische Mr. Fox“ mein persönlicher Film 2010, den ich mir immer wieder angucken kann, sogar direkt hintereinander, da er niemals langweilig wird und mir jedes Mal wieder neue Details auffallen.

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