Musiktipp

Musik-Rückblick 2011

Das Jahr 2011 hat uns wieder viele schöne neue Musikalben gebracht... Und ja, es gab auch dieses Jahr Lieder, die bei mir die 5-Sterne Bewertung in meiner Sammlung geschafft haben, wobei ich diesbezüglich etwas übertrieben streng bewerte. Wer mich persönlich kennt, weiß von meinem breitgefächerten Musik-Geschmack und deshalb lasse ich kurz vor Jahresende den Endjahres-Putz zuhause kurz stehen und schreibe Euch ein paar Empfehlungen. Die Auswahl ist hier sehr persönlich ausgefallen und erhebt keinen Anspruch darauf alle Genre komplett zu erfassen - ich habe mit Sicherheit dieses Jahr selber noch das eine oder andere Album-Highlight verpasst. Ihr seid gerade deshalb auch eingeladen, Eure Musik-Highlights in den Kommentaren zu hinterlassen.

Angefangen mit deutschem Hip-Hop...

Dieses Jahr war einiges los im deutschen Hip-Hop: Nachdem man jahrelang jegliche Hoffnung dank Bushido- und Sido-Monopol verloren hatte und letztes Jahr nur ein Dendemann mit seinem Schnurbi meine Hip-Hop CD 2010 veröffentlichte, brachte der Casper mit seinem Hype um das Album "XOXO" ja eine neue Euphorie und Lust auf deutschen Hip-Hop. Interessant wurde es als Herr von Graus "Das erste Buch Grau" meine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte, mich aber Prinz Pis "Rebell ohne Grund" und K.I.Z. witziges "Urlaub für's Gehirn" sehr angenehm überraschten, dann war es doch nicht mehr so leicht, mein Lieblings Hip-Hop-Album 2011 zu küren. Ich denke es ist ein Kampf zwischen Prinz Pis "Laura" und Caspers "Das Grizzly Lied"... zwei wunderbare 5-Sterne Songs in meiner Sammlung!

Meine Lieblingstanz-Musik: Drum & Bass

Wer günstig viele schöne Drum & Bass Lieder abgrasen will, sollte einen Blick auf den Hospitality Drum & Bass 2011 werfen. Da ja Pendulums Album "Immersion" bereits 2010 erschienen ist, ich es aber dieses Jahr erst entdeckt habe, muss ich Euch als Drum & Bass Album 2011 Camo & Krookeds "Cross the Line" empfehlen. Wer sich nicht an den vielen Gesangspassagen stört, findet hier sicherlich ein paar fiese Ohrwürmer. Ansonsten ist, auch wenn wie gesagt 2010 erschienen, Pendulums und InFlames Zusammenarbeit bei "Self vs. Self" mein D&B Song des Jahres. :)

Mein Metal Muss

Da mich InFlames mit ihrem letzten Album nicht mehr wirklich ansprechen konnten, habe ich mich zwischendurch auf die Suche nach neuen Metal-Scheiben gemacht. Eine großartige Empfehlung von einem Freund waren die Italiener Fleshgod Apocalypse mit ihrem Album "Agony", welches einen brutalen Sound geschickt mit Orchester verbindet und bei dem ich während des Hörens die Beine nicht stillhalten konnte. Eine Überraschung war zudem noch Korn, die einfach mal eben mit Dubstep-Remixern kollaborierten und das "The Path of Totality" aus dem Boden gestampft haben. Korn... Eigentlich schon seit Jahren bei mir abgeschrieben, aber dieses Album macht wirklich Spaß. Am meisten gehört habe ich "The Powerless Rise" von As I Lay Dying, welches aber auch schon 2010 (Damn!) erschienen ist. Daher ist meine persönliche Empfehlung Fleshgod Apocalypse, sofern Ihr so ein Geballer aushalten könnt.

Chiptunes & Videospiel-Soundtrack

Hier fällt mir die Entscheidung leicht: Anamanaguchis "Scott Pilgrim vs. the World (Original Videogame Soundtrack)" war für mich ein Must-Have, nachdem sie im Sommer kostenlose Songs auf ihrer Website vertrieben haben, wurde ich auf sie aufmerksam. Als ich dann im PSN das Spiel "Scott Pilgrim vs. the World" heruntergeladen hatte, hat sich "Another Winter" sofort in mein Ohr gebrannt. Zwar ist der Soundtrack schon 2010 erschienen, fehlte mir dieses Jahr aber doch ein wenig die Auswahl. Neben einigen Songs von "Random" oder "Animal Style" habe ich nämlich leider nicht viele Chiptunes für mich gefunden. Den "Dark Souls"-OST, der dem gleichnamigen Spiel bei liegt, habe ich zwar gehört, empfand ihn aber leider nicht als Highlight.

Und welche Rock-CD soll es sein?

The Naked And The Famous hatten ja mit ihrem Song "Young Blood", welcher ja plötzlich allgegenwärtig war, einen heftigen Ohrwurm hinterlassen, allerdings konnte das gesamte Album "Passive Me, Aggressive You" bei mir nicht ganz so landen. Ebenso hat mich das neue Death Cab for Cutie Album "Codes and Keys" nur halbwegs begeistert, wobei das Konzert hier in Hamburg absolut spitze war! Und als großer Tomte Fan würde ich jetzt wahrscheinlich die neue (eigentlich eher Indie-Pop) Platte vom Thees Uhlmann wählen, allerdings ist das gute Ding bisher noch nicht in meinem Einkaufswagen gelandet. Ich belasse es dabei, dass mich im rockigen Bereich dieses Jahr einfach nichts richtig begeistert hat.

Der Mainstream-Tipp

Ist bei uns eigentlich schon lange klar: Marina & the Diamonds "The Family Jewels" ist unser Tipp - der Benny geht in seinem Review da auch schon detailliert drauf ein. Ein tolles Debut Album, welches angenehm locker daherkommt. "Born this way" von Lady Gaga konnte daran dann auch nichts mehr ändern. Aber ich muss gestehen, dass ich, was die Pop-Musik angeht, auch fast nichts kennengelernt habe dieses Jahr. Fällt mir halt schwer, in Zeiten von Webradio noch einen normalen Sender zu hören. Und auf den ganzen Auto-Tune Kram habe ich ohnehin keine Lust...

...und dann noch ganz abseits des Mainstreams

Natürlich muss ich noch eine besondere CD empfehlen, welche sich noch mal stark von den bisherigen Empfehlungen abhebt: "Owl Splinters" von den Neoklassikern Deaf Center brachte uns wort- und gesangslos mit ihrem Neoklassik die Dunkelheit ins Wohnzimmer. Sehr atmosphärisch und bei passender "Laune" kann man da ziemlich gut drin versinken wie weinende Männer in Robert 'Bop' Paulsons Armen.

Das Lieblings-Album 2011

Wie ein Lauffeuer hat es sich bei uns allen im CouchCastle verbreitet: Austras Album "Feel it break" konnte mit seiner schönen melancholischen Stimmung nicht nur Hörer aus dem Goth-Bereich begeistern, sondern auch den fast nur ausschließlich Indie-Rock hörenden Benny. Ein Album, wie man es sich wünscht: Kurzweilig, abwechslungsreich, sehr emotional, lässt sich vor allem gut als Ganzes durchhören und zeichnet sich außerdem noch mit der Stimme der Sängerin Katie Stelmanis aus. Anstatt hier ein ganzes Review zu verfassen, möchte ich Euch dazu einladen die Hörproben mal anzusehen... vielleicht kann Austra aus Kanada auch Euer Jahr noch schön abrunden.

Piet

Fazit

Dieses Jahr gab es ja wirklich mal eine ganze Menge Dubstep... Es fühlt sich für mich auch schon so an, als hätten wir den Zenit da auch bereits überschritten, womit wir ja vielleicht 2012 damit abschließen werden. Insgesamt fühle ich bei einigen Genres so langsam Ermüdungserscheinungen: Ob im Metalcore oder in der EBM-/Industrial-Richtung... es wird ziemlich viel recycelt und bei einigen Subgenres ist die Luft dann mittlerweile für mich raus. Umso schöner, dass so kreative Musiker wie die Jungs von Brand Brauer Frick mit akustischem Minimal frischen Wind in ein Genre bringen, welches mich eigentlich nicht einmal anspricht. Ohne den Mut von Künstlern wie Casper, würden wohl nur Wenige Genre-Begrenzungen verlassen und ich hätte mich sonst dieses Jahr auch nicht mehr mit deutschem Hip-Hop anfreunden können. Mal sehen wer so 2012 weitere Mauern einreißen wird!

Alle Rechte vorbehalten.
Die Copyrights von Ton- und Bildmaterial liegen bei den jeweiligen Verleihern, Verlagen, Labels, Studios und Künstlern.