Review

Pokemon Type: Wild

PC-Spiel | Genre: Fighting | Freeware

Dass die Japaner Kampfspiele mögen, dürfte jedem Spieler bekannt sein. Dass japanische Spieler in ihrer Freizeit auch gerne mal komplett eigene Kämpfer entwerfen, vollständig animieren und mit dem freien Kampfspiel-Programm Mugen (M.U.G.E.N.) für alle spielbar machen, dürfte auch einigen bekannt sein. Aber, dass es ein Pokemon-Kampfspiel gibt, dass sich wie Street Fighter spielt, das war mir neu. Vielleicht liegt es daran, dass ich seit etwa zehn Jahren aus der Monster-Sammelei herausgewachsen bin.

Das dürfte auch der Grund sein weswegen mir die meissten Monster, die dem Spieler in Pokemon Type: Wild zur Verfügung stehen, unbekannt sind. Dass das Spiel fast vollständig in Japanisch ist, hilft da nicht weiter, im Gegenteil. Erfreulicherweise ist der Rest aber trotz der Sprachbarriere leicht zu verstehen. Ähnlich wie bei Street Fighter, Guilty Gear oder eben Mugen hat man leichte und harte Schläge plus leichte und harte Tritte zur Verfügung. Bestimmte Bewegungen wie Viertelkreise plus eine Schlagtaste erzeugen damit Spezialattacken wie z.B. Feuerbälle oder Roundhousekicks.

Trailer

Doch damit nicht genug. Wer annimmt, dass diese offensichtlich zuckersüß aussehende Adaptierung keine Tiefe besitzt, der irrt. Insgesamt gibt es sechs Aktionstasten, vier davon sind die normalen Attacken. Die fünfte Taste erzeugt eine Art Schutzschild welches entweder bloß Schläge absorbiert oder je länger man die Taste drückt, den Gegner auch von der eigenen Figur weg bewegt. Das erzeugt neue taktische Möglichkeiten. Dieses Schild kann man aber nicht benutzen wann es einem beliebt: Die PP-Leiste, die sich über der Lebensanzeigen befindet, muss genügend angefüllt sein.

Damit kommen wir zum nächsten Punkt: Die PP-Leiste und die Helfer. Zu Beginn jedes Kampfes darf der Spieler eines von drei Partner-Pokemon auswählen die, genug PP vorausgesetzt, herbeigerufen werden können und eine große Bandbreite an besonderen Aktionen ausführen. Das können Diglets sein, die sich durch den Boden auf den Gegner zu bewegen und ihn von den Beinen holen oder ein Pantimos, welches eine Glaswand vor sich her schiebt und Angriffe abwehrt. Neben diesen drei Möglichkeiten hat man noch die Wahl, ohne Partner zu kämpfen, dafür aber 100PP mehr zu bekommen. Damit lassen sich dann mehr Spezialattacken durchführen, die nämlich auch von der PP-Leiste zehren. Wählt man zu Beginn garnicht zwischen diesen Möglichkeiten, tut es das Spiel zufällig.

Neben der überraschenden spielerischen Tiefe überzeug auch die Optik sofort. Die Pokemon sind alle wiederzuerkennen und ausgezeichnet animiert. Wenn Gardevoir, welches mit seinem Teleport etwas an Dhalsim aus Street Fighter erinnert, verspielt ihren Rock hin und her bewegt, um dann galant über den Bildschirm zu schweben, bin ich ganz fasziniert. Auch die anderen Monster überraschen mit großer Animationsvielfalt. Hier wurde offensichtlich viel Liebe investiert.

Steuern lässt sich Pokemon Type: Wild grundsätzlich auch mit der Tastatur, wird aber nur mit dem Gamepad zu einem Genuss. Hierbei ist aber nicht so wichtig, ob es sich um ein hochwertiges Marken-Pad von Sonys oder Microsoft handelt oder ein Noname-Produkt. Ich habe es mit einem PS1- und PS2-Pad probiert, welche über einen Adapter an meinen PC angeschlossen sind. Außerdem noch mit einem Pad der Marke impact welches ich vor Jahren für 8€ im ProMarkt besorgt hatte. Das impact-Pad lässt das Spiel bloß kurzfristig zu Anfang etwas stottern, der Rest läuft reibungslos.

Nun noch zu dem was die Ohren vom Ganzen mitbekommen. Die Musik besteht aus flotten Midi-Stücken die nicht nur die einzelnen Kampforte passend untermalen sondern auch die Auftritte der Pokemon. Die Rufe der Pokemon und Effekte sind dagegen richtige Audioaufnahmen von niedriger Qualität. Ab und an hätte ich sogar schwören können, Samples aus anderen Spielen vernehmen zu können.

Zum Ende möchte ich noch erwähnen, dass es natürlich auch Griffe und Taunts/Gesten gibt. Griffe erzeugt man klassisch durch Drücken von leichtem Schlag und leichtem Tritt. Die Gesten genauso, bloß mit den harten Attacken. Auch hier wurde wieder eine Menge Liebe investiert, zB berät sich eines der Pokemon dann mit seinem Trainer.

Bene

Fazit

...ladet Euch den Kram hier herunter und kämpft allein oder zu zweit im Multiplayer mit euren Monstern und erfreut euch an der überdurchschnittlichen Umsetzung. Via: Kotaku und YT-User Shofu

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