Comic

Koko be good

Author: Jen Wang | Verlag: :01 First Second | Preis: €14,99

Bei "Koko be good" handelt es sich um den ersten eigenständigen Comicband der Illustratorin Jen Wang. Ich würde es als kleinen Glücksfall bezeichnen, dass ich vor Jahren der Spur ihrer Bilder zu ihrer Website folgte. Dort durfte ich weitere Werke  bestaunen, die offensichtlich davon profitieren, dass sie auch schon als Animationsassistentin im Zeichentrickbusiness tätig war und folglich von starken Posen und eindringlichem Ausdruck durchzogen sind. Neben einem Auftritt in der Independet Comic-Combo Flight hat sie in den letzten fünf Jahren an dieser authobiographisch angehauchten Geschichte gearbeitet, die im Herbst 2010 von First Second veröffentlicht wurde.

Wir als Leser haben Koko be good dem eigenen Lebensgefühl und Wunsch nach Selbstfindung der Autorin zu verdanken, damit haben wir auch gleich das Hauptthema der Geschichte, die in einem Band abgeschlossen ist. Neben der Namenspatin Koko gibt es eine weitere  Hauptfigur, den jungen Mann Jon.

Jon befindet sich schon zu Beginn mitten im Selbstfindungsprozess. Kaum, dass er das Studium abgeschlossen hat, möchte er seiner zehn Jahre älteren Freundin nach Peru folgen. Skeptisch, aber entschieden, erledigt er die nötigen Vorbereitungen, zu denen neben Internetabmeldung auch der Abschied von Familie, Freunden und alten Träumen gehört. In seinem Fall der Musik. Koko dagegen zeigt sich sorgenfrei und ungebändigt. Sie wohnt auf dem Dachboden eines nachsichtigen Gönners und verdient sich ihr Brot mit dem Verkauf von überteuerten Snacks an Betrunkene auf Studentenfeiern. Blöd nur, dass sie diese ihrer einstmaligen Chefin abgeluchst hat und nun auf eigene Tour vertickt.

Im Verlauf der Geschichte erfahren beide die Situation des Anderen und beginnen ihr augenblickliches Leben zu hinterfragen. Koko entscheidet sich die Heldin ihrer Kindheit zu werden und Jon bringt die Hürden des Abschieds hinter sich. Beide fragen sich was gut und richtig ist, für ihre Mitmenschen, aber in erster Linie für sie selbst. Muss man ein vorbildlicher Mensch sein, um ein guter Mensch zu sein? Wieviel macht die eigene Zahl in der Rechnung des Lebens aus? Dazu kommen die Konflikte und Leben ihrer Freunde und Bekannten.

Koko be good kommt optisch sanft, aber stark im Ausdruck daher. Weiche und fließende Formen bei den Charakteren bestimmen hauptsächlich das Bild. Koloriert wurde mit Aquarellfarben nur das Nötigste und so fühlt sich das Ergebnis leicht an und richtet den Fokus stets auf die Figuren und ihre Körpersprache. Manchmal werden Panelrahmen weggelassen oder integriert, um den Ausdruck zu verstärken, was nebenbei noch zu einer fliessenden Ästhetik führt.

Bene

Fazit:

Abschliessend möchte ich sagen, dass es sich so anfühlt, als wenn ich hier 15€ gut investiert hätte. Entweder hat die Erzählung noch einige Ecken und Kanten oder mir fehlt es an Verständnis, aber das ist gar nicht schlimm, denn so erhöht sich der Wiederlesewert. Und das freut mich bei dieser lebendigen und enthusiastischen Art der Präsentation.

Allen die gerne eine ehrliche, rührende, aber auch lockere Geschichte lesen, möchte kann ich Koko be good nur empfehlen.

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