Review

Gurren Lagann

Genre: Mech | Episoden: 27 | Studio: GAINAX | FSK: ab 16

Wenn ich so durch meine Regale gehe, fällt es mir meistens eher schwer, eine Serie ein zweites oder drittes Mal anzuschauen. Eine Serie hat es allerdings geschafft bereits vier Mal in meinem Player zu landen, und das trotz einer Länge von 27 Folgen: Die Rede ist hier von GAINAXs Mech-Anime "Gurren Lagann". Zugegeben ich habe sie so oft angeschaut, weil ich die Serie meinen Freunden näher bringen wollte. Und heute seid Ihr dran.

Die Rückkehr der Old-School Mechs

Anime Serien gibt es ja schon etwas länger, in Deutschland zwar nicht so lange, aber Europa bedient sich schon seit vielen Jahrzehnten der außergewöhnlichen Zeichentrickfilme aus Japan. So kam es, dass bereits mein Vater damals in Italien mit "Mazinga Z" seinen Erstkontakt mit Mech-Serien hatte und mich später dann ebenso damit ansteckte. Damals, also noch vor "Neon Genesis Evangeleon", waren die Mech-Anime noch ziemlich Action-lastig und eher auf ein junges Publikum zugeschnitten. Studio GAINAX wollte mit der Serie "Tengan Toppa Gurren Lagann" wohl diese Zeit ehren, denn sie haben 2007, in der Flut der Highschool-Animes dieses recht ehrgeizige Projekt rausgebracht um die alten Zeiten nicht nur wieder aufleben lassen, sondern das ganze dann gleich mal eben noch um ein mehrfaches getoppt.

Der Beginn ist ziemlich schnell erzählt: Kamina und Simon leben in einem kleinen Dorf unter der Erde und stoßen zufällig auf einen großen Mechanischen Kopf - dieser entpuppt sich nach einem Zwischenfall im Dorf als ein besonderer Mech, mit dem sie durch die Decke an die Oberfläche gelangen. Dort erwartet sie eine Welt, die viele Gefahren und Fragen für die beiden bereit hält. Die Scharfschützin Yoko und das kleine Maulwurfschwein Buta begleiten die beiden auf ihre Reise 'gen Himmel. Hierfür arbeiten sie sich in guter Shonen Manier durch immer größer werdende Gegner. Die ganze Serie handelt von Bohrern, was sich nicht nur im Design widerfindet, sondern auch in der Erzählweise. Tief im Untergrund startend, wird das Tempo der Serie immer schneller und die ganzen Kämpfe immer epischer. Es geht, wie der Name ("Tengan Toppa") schon geschrieben, darum, letztendlich den Himmel zu durchbrechen.

Zeichenqualität und Story-Qualität

Handwerklich ist der Anime nett umgesetzt, hier und da wird Japan-typisch viel an Animation gespart und leider gibt es hier und da einige Stilbrüche, da es wohl etwas Ärger mit unterschiedlichen Regisseuren gab. Der Soundtrack wird ziemlich oft wiederholt, gefällt mir persönlich aber sehr gut und ist mit seiner treibenden Kraft wohl eine der Stärken der Serie.

Die Serie wird vermutlich durch seinen Spielzeug-Flair mehr die "Jungs gebliebenen" Männer unter uns ansprechen. Die Serie ist dazu in vielen Punkten mehr als unrealistisch und unlogisch, was einigen Zuschauern mit Sicherheit missfallen wird. Zudem können die ersten 3-4 Folgen tatsächlich etwas zäh daherkommen, aber WENN man erst einmal im Strudel gefangen wird und sich mitreißen lässt, wird man auch die zwei langatmigen Passagen überstehen und sich bis ins Finale hochtragen lassen, wo GAINAX es fertig bringt, den Begriff "episch" als solchen neu definieren lassen zu müssen, zumindest Sprengen sie mit ihren Schauplätzen Dimensionen, die ich vorher so noch nicht gesehen habe.

Wer sich die Serie anschaffen möchte, hat die Auswahl zwischen einer Special Edition (welche Simons Bohrer, eine Anstecknadel, einen Patch und einen extrem schicken Schuber beinhaltet) und einer normalen Edition, welche nur ganz straight die 6 DVDs beinhaltet. Der Soundtrack ist alternativ auch noch mit zwei CDs bei den DVDs 3 und 4 erhältlich. In beiden Fällen versorgt Euch das Studio Bees mit sämtlichen Sprachen (japanisch, englisch, deutsch, französisch, spanisch), aber leider mit einer eher schlechten Bildqualität. In hellen Passagen müsst Ihr nämlich mit Streifen im Bild leben - bei dem Preis der Serie eigentlich ein No-Go. Ich hätte ja eine Version mit weniger Sprachen und dafür kleinerer Bild-Komprimierung besser gefunden...

Trailer

Piet

Fazit

Dieser sonderbare Anime gehört zu meinen Lieblingsserien, auch wenn der Mittelteil manchmal recht schwierig zu überwinden ist. Wer sich mit dem ungewöhnlichen Design anfreunden kann, wird hiermit definitiv seinen Spaß haben, auch wenn das zweite Drittel der Serie ein kleines Tief mit sich bringt. Denn das Gesamtpaket ist nicht nur stimmig, das Finale ist hat so geniale Gänsehaut-Momente, dass ich immer wieder gerne daran zurückdenke. Immer wieder eine kleine Reise wert.

Wertung: 8.8

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